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Schnelles Internet in Ostrau bis 2018

Förderprogramm soll Anbieter anlocken Schnelles Internet in Ostrau bis 2018

Firmen und Anwohner beklagen es schon lange – das langsame Internet in Ostrau und Umgebung. Die Gemeinde wird jetzt aktiv und lässt mit Zschaitz und Großweitzschen einen Plan zum Netzausbau erstellen. Mit Hilfe von Fördergeld sollen Netzbetreiber zum Bau bewogen werden. Dieser soll bis 2018 erledigt sein

Während sich Pietsch Haustechnik in Ostrau einen schnellen Internetzugang für viel Geld bauen lässt, müssen Unternehmen in den Ortsteilen noch bis 2018 auf Breitbandleitungen warten.

Quelle: Sven Bartsch (Archiv)

Ostrau. „Vor allem in den Ortsteilen ist es ein unhaltbarer Zustand. Die ganze Region Ostrau ist unterversorgt“, sagt Bürgermeister Dirk Schilling (CDU) und meint das schnelle Internet, von dem Ostrauer, Zschaitzer und Großweitzschener bislang nur träumen können. Gewerbetreibende müssen Verträge zu horrenden Preisen abschließen, um zumindest fünf MBit Datenübertragung zu erhalten – eine Geschwindigkeit aus den Anfängen der Internetnutzung. Nun sollen Anbieter wie die Telekom mit Hilfe staatlicher Förderung quasi dazu gezwungen werden, Glasfaserkabel in die Erde zu legen.

Dafür hat sich Schilling mit seinen Amtskollegen Immo Barkawitz (Zschaitz, Freie Wähler) und Ulrich Fleischer (Großweitzschen, parteilos) zusammengetan. Der Plan: Zunächst soll die Bundesförderung von bis zu 50 000 Euro pro Gemeinde in Anspruch genommen werden, um ein Beratungsunternehmen zu engagieren, dass ermittelt, welche Netzinfrastruktur bereits vorhanden und wie groß der Bedarf ist. Zudem wird ein Plan erstellt, wie die Erschließung umgesetzt werden könnte. Ostrau und Zschaitz als Verwaltungsgemeinschaft und Großweitzschen haben das Geld beantragt. „Wir wollen am liebsten noch in der Juni-Sitzung des Gemeinderats den Auftrag vergeben“, hofft Schilling.

Der Plan zur Umsetzung der Netzerweiterung würde dann im Laufe des Jahres erstellt. Auf dessen Grundlage können weitere Fördermittel von Bund und Land beantragt werden. „Der Bund fördert den Breitbandausbau mit 50 Prozent. Dazu gibt es das Landesprogramm Digitale Offensive Sachsen – kurz Dios – mit dem sich der Fördersatz auf 90 Prozent aufstocken lässt“, erklärt Schilling.

Das Geld werde benötigt, um die so genannte Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen. Hinter dem Wortungetüm verbirgt sich der Hebel, mit dem ein Netzbetreiber zum Ausbau bewegt werden kann. „Nehmen wir an, die Telekom erhält den Zuschlag. Dann sagt sie, wir haben so und so viele Nutzer, aber auch so und so hohe Kosten“, sagt Schilling. Für eine Landgemeinde wie Ostrau oder Großweitzschen lohnt sich der Ausbau rein wirtschaftlich nicht. Die Deckungslücke der Ausbaukosten werden durch die Fördermittel und zu zehn Prozent von den Gemeinden gedeckt. Das sorgt nicht in allen Verwaltungen für Freude. „Ich sehe den Netzausbau ebenfalls als Pflichtaufgabe der Anbieter. Ich kann das jetzt beklagen, aber wir müssen mit der Zeit gehen, allein um im Wettbewerb um unseren Standort nicht in Rückstand zu geraten“, meint Schilling.

2017 soll das Geld für den Ausbau bereitgestellt werden. Der Bürgermeister hofft, dass spätestens 2018 Anwohner und Firmen vom schnellen Netz profitieren. „Auf 75 Prozent der Fläche müssen 40 MBit/s anliegen, auf 95 Prozent mindest 30 MBit/s“, sagt Schilling.

Pietsch Haustechnik im Gewerbegebiet Ostrau kann so lange nicht mehr warten. „Wir bekommen einen Fiberglasanschluss, weil wir mit unserem neuen Logistikzentrum ein breiteres Internetangebot brauchen“, sagt EDV-Administrator Mike Schewloka. 16 000 MBit liegen dann sowohl im Down- als auch im Upload an. Eine Leitung nach Ostrau gibt es bereits. Von dort wird die Telekom in den nächsten Wochen ein Kabel bis ins Gewerbegebiet ziehen. Davon könnten auch andere Firmen dort profitieren. „Ich behaupte, dass die Telekom so clever sein wird, gleich den ganzen Verteiler umzubauen. Dann können auch andere Firmen dran“, sagt Schewloka.

Von Sebastian Fink

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