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Döbeln Schöne Bescherung für den Sänger von Waldheim: Gericht schickt Strafbefehl
Region Döbeln Schöne Bescherung für den Sänger von Waldheim: Gericht schickt Strafbefehl
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17:38 19.12.2016
Der Sänger von Waldheim kam zwar nicht zu seinem Gerichtstermin. Die Strafe gab es aber trotzdem – per Strafbefehl.  Quelle: Wolfgang Sens (LVZ/DAZ)
Waldheim/Döbeln

So langsam ist es kein Spaß mehr, was der Sänger von Waldheim in seiner Heimatstadt abzieht. Das zeigte sich am Montag in einem Prozess im Amtsgericht Döbeln. Leute beleidigen und ihnen mit seiner Gitarre auf den Kopf hauen – der 40-Jährige wird offenbar zunehmend aggressiver.

Die Lakaien des Teufels

Vor Gericht war der Mann nicht erschienen, von dem keiner so recht weiß, ob er tatsächlich psychisch gestört ist oder das nur vorspielt. Um das zu klären, hatte das Gericht eine psychiatrische Sachverständige geladen. Was natürlich keinen Sinn hat, wenn der Angeklagte nicht erscheint. „Er hat geschrieben, dass er nicht mit den Lakaien des Teufels verhandeln wolle und deswegen nicht vor Gericht erscheinen werde“, sagte Richter Janko Ehrlich über den Grund für das Fernbleiben des 40-Jährigen. Der Richter führte das Verfahren aber trotzdem zu einem vorläufigen Ende. Im Strafbefehlsverfahren verurteilte er den Sänger unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung für den Schlag mit dem Musikinstrument zu einer Gesamtstrafe von elf Monaten Haft. Im Gefängnis muss der Waldheimer aber nicht weitersingen, vorausgesetzt er begeht in den kommenden drei Jahren keine weiteren Straftaten mehr und zahlt die Geldauflage von 600 Euro an die Döbelner Tafel. Rechtskräftig ist die Entscheidung natürlich nicht, der 40-Jähriger kann Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen. Richter Ehrlich hat ihm dazu einen Verteidiger, in diesem Fall Rechtsanwalt Carsten Forberger, als Verteidiger beigeordnet. So schreibt es die Strafprozessordnung vor, wenn Strafbefehle Bewährungsstrafen vorsehen.

Mit unsichtbarer Anwältin

Zum letzten Mal stand der Sänger von Waldheim im Oktober vergangenen Jahres vor Gericht. Er hatte zur Zeit des Waldheimer Bürgermeisterwahlkampfes die Wahlplakate des Kandidaten Steffen Ernst (FDP) beschmiert, dem jetzigen Bürgermeister der Zschopaustadt. Damals war der 40-Jährige vor Gericht erschienen und benahm sich dort recht eigenartig, vermittelte den Eindruck, dass er in seiner eigenen Welt lebt, zu der andere keinen Zutritt haben. Es war zu der Zeit, als er recht häufig in Waldheim und auch in Döbeln stand und seine Art von Musik machte. „Du kannst Du zu mir sagen. Ich bin ein kleines Kind und zu Kindern sagt man Du“, sagte der Sänger damals zum Richter. Er stellte seine Anwältin vor. Für ihn eine reale Person. „Die ist bloß gerade unsichtbar, aber Du kannst auch mal Guten Tag zu ihr sagen“, forderte der Sänger den Richter auf. „Das habe ich doch schon gemacht. Das haben Sie bloß nicht gesehen“, bekam der Angeklagte zur Antwort. Das Gericht stellte das Verfahren damals wegen geringer Schuld ein. Ob der 40-Jährige das als Ermunterung aufgefasst hat, weiter aufzufallen weil ihm ja sowieso keiner was könne, ging aus dem Prozess am Montag nicht hervor.

Gehörig Ärger

Informationen der DAZ zufolge soll der Sänger gehörig Ärger machen in Waldheim, wovon vor allem Rathausmitarbeiter betroffen sein sollen. Im örtlichen Häfen kennt sich der Mann mit der Gitarre auch aus, saß dort unter anderem wegen Raubes mehrere Jahre.

Von Dirk Wurzel

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