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Döbeln Schon wieder: Linden machen Stress in Leisnig
Region Döbeln Schon wieder: Linden machen Stress in Leisnig
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14:24 12.10.2018
Gefährden diese Linden die Stützmauer? Diskussion um Leisnigs Kirchplatzbäume. Quelle: Steffi Robak
Leisnig

Die ganze Zeit ging es immer nur um die Lutherbuche, die um keinen Preis gefällt werden sollte. Nun ist das Fazit aus der Stellungnahme eines Fachmanns aus Dresden: Die Linden am Kirchplatz haben erst recht Probleme.

Neue Platzordnung im Gespräch

Und gleichzeitig verursachen sie welche, meint zum Beispiel Leisniger Bürgermeister Heiner Stephan. Das Ergebnis: Jetzt muss die Stadt auch noch den Kirchplatz völlig auf den Kopf stellen: Eine neue Platzordnung soll erarbeitet werden. Ein Planungsbüro soll damit beauftragt werden.

Kommt ein Autofahrverbot?

Fraglich ist dabei zu aller erst, ob der Platz noch wie bisher mit Autos befahren werden darf. Momentan wird darauf auch geparkt. Das führt dazu, dass das Erdreich um die Kirche, also auch die Lutherbuche und sämtliche Linden, stark verdichtet wird.

Kommentar: Baumschutz am besten ohne Autos

Leisnigs Lutherbuchen-Rettung ist ein typischer Fall von „Wer A sagt, muss auch B sagen“. Derartige Fälle sind erfahrungsgemäß am kniffligsten, wenn sich jemand der Konsequenzen von „B“ nicht bewusst ist, wenn das „A“ schon laut ausgesprochen wurde. So sehr die Rettung der Lutherbuche einigen Leisnigern am Herzen liegt, so schmerzlich wird deutlich: Eine ernst zu nehmende baumfreundliche Lösung ist mit Einbußen lieb gewordener Gewohnheiten verbunden. Das trifft möglicherweise ganz andere. Stichwort: Parken vor der Haustür. Kann sein, dass es den Kirchplatzanliegern schwer fällt, ihre Wagen weiter weg abzustellen: In der Altstadt sind freie Stellflächen für parkende Autos alles andere als dicht gesät. Sollen die Bäume nicht einfach nur stehen bleiben, sondern auch gesunden, sind Autos auf dem Kirchplatz tabu. Das sagt nicht jemand, dem man Eigennutz oder persönliche Befindlichkeiten unterstellen kann, sondern ein von Leisnigern befragter Dresdener Baum-Fachmann. Also ein herbei gerufener Geist, dann man nun nicht wieder los wird. Dass die Stadtverwaltung die Kirchgemeinde nicht allein in der Verantwortung lässt, ist jedenfalls die richtige Entscheidung. Dort wird konsequent auch „B“ gesagt. Ganz Leisnig feiert am Kirchplatz. Jetzt muss sich ganz Leisnig für den Platz und die Erhaltung der dortigen Bäume verantworten.

Autos fahren alles fest

Die Autos fahren alles platt und vor allem fest. Die Wurzeln der Bäume können nicht ausreichend atmen, der gesamte Stoffwechsel der Bäume ist beeinträchtigt. Nicht allein die Lutherbuche, um welche zuletzt der größte Wirbel herrschte, leidet darunter.

Totholz fällt aus den Linden

Totholz fällt auch zunehmend aus den Kronen der anderen Bäume, die auf diesem Platz stehen. Nämlich aus den Linden. Die Bäume, die zur Kirchstraße hin auf der Stützmauer wachsen, stehen nun sogar in dem Verdacht, die Stützmauer zu destabilisieren.

Furcht um Sicherheit der Stützmauer

Bürgermeister Tobias Goth (CDU) berichtet von einem Vor-Ort-Termin am Kirchplatz. Bezüglich der angeblichen Stützmauergefährdung gibt er Entwarnung: Dass die Bäume die Mauer ins Wanken bringen könnten, sei in dieser Dramatik eher nicht zu befürchten.

Erdreich belüften für alle Bäume

Dennoch müsse die Einschätzung des Fachmanns, Dr. Henrik Weiß vom Dresdener Büro Baum und Landschaft, ernst genommen werden. Dieser hatte unter anderem das Belüften des Erdreichs empfohlen. Und obwohl es als Auslöser der Anfrage an ihn nur um die Lutherbuche ging, sieht es Goth ganz pragmatisch: Im Grunde trifft das alles auch auf die Linden zu.

Grünbereich stiefmütterlich behandelt

Das Grün um den Kirchplatz – also auch alles andere als die Lutherbuche – sei in den vergangenen Monaten und Jahren eher stiefmütterlich behandelt worden. Goth spricht dabei auch von den Grünrabatten. Im Grunde sei die Kirchgemeinde der richtige Ansprechpartner für diesen Bereich in der Stadt.

Vom Kirchplatz haben alle Bürger etwas

Doch Goth sagt auch: „Die Stadt, also die Allgemeinheit aller Bürger, hat etwas vom Kirchplatz. Dort wird der Weihnachtsmarkt aufgebaut, und auch zum alljährlichen Burg- und Altstadtfest haben wir dort eine Veranstaltungsstätte, wo sich Menschen gern zusammenfinden.“ Deshalb habe in der aktuellen Lage auch die Stadtverwaltung mit Verantwortung zu tragen.

Vorrang für Lindenplatzsanierung

Ob dann der Kirchplatz in der Konsequenz noch einmal so viel Geld kosten würde wie der momentan in der Planung befindliche Lindenplatz? „Das hoffe ich nicht“, sagt Tobias Goth. Zudem setzt er seine Hoffnung darauf, dass die Stadt für den Fall der Fälle ein passendes Förderprogramm in Anspruch nehmen könnte. Momentan liegt das alles in weiter Ferne, denn zunächst hat die Stadt den zu sanierenden Lindenplatz auf dem Schirm. Gebaut werden soll dort ab Frühjahr 2019.

Von Steffi Robak

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