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Döbeln Schon wieder Schüsse im Aladin - Döbelner Mord nachgestellt
Region Döbeln Schon wieder Schüsse im Aladin - Döbelner Mord nachgestellt
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23:26 10.01.2012

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Am 1. November vergangenen Jahres war der Döbelner Imbissbetreiber und Autohändler mit mehreren Schüssen aus direkter Nähe getötet worden, die Tat glich einer eiskalten Hinrichtung. Der Mord an dem 41-jährigen Libanesen hat die Stadt erschüttert. Die Staatsanwaltschaft hält sich seit der schrecklichen Tat bedeckt, nach DAZ-Informationen gibt es inzwischen allerdings eine heiße Spur.

Dazu äußern sich die Polizeibeamten, die gestern an der Tatort-Rekonstruktion mitwirken, natürlich nicht. Man stelle den Ablauf und das Geschehen von jenem 1. November nach, um weitere Erkenntnisse zum Tatablauf zu erhalten, erklärt Mathias Jung vom Kommissariat 11 der Polizeidirektion Westsachsen, nachdem gegen 16 Uhr ein Streifenwagen, eine Funkstreife sowie mehrere zivile Einsatzfahrzeuge am Aladin vorgefahren sind. "Das gehört zu den Maßnahmen, die wir bei solchen Delikten durchführen", sagt Jung.

Ein Dutzend ausgebrannter Kerzen, ein paar Trauergestecke und Plasteblumen liegen noch immer an der Laterne vor dem Aladin. Trauerzeugen einer blutigen Tat. Jetzt, gut zwei Monate später, sichern die Beamten der Polizei den Tatort erneut mit Absperrband, damit ringsherum Ruhe ist.

Kurz nach 16 Uhr wird das Außenmobiliar der Pizzeria aufgestellt - alles soll so aussehen wie damals. Zwei kleine Bistro-Tische, vier Stühle, ein Aschenbecher. Und ein Aufsteller: "Angebot - Döner im Fladenbrot: 2,50 Euro", steht darauf. "Wir verwenden nur bestes Qualitätsfleisch, das der EU-Norm entspricht."

Gegen 16.15 Uhr: Lagebesprechung in den Räumen der Pizzeria. Der Tatort wird komplett so hergerichtet wie damals, draußen blinkt die Leuchtreklame "Open! Pizza!". Sogar die Spielautomaten werden angeschaltet. Auf der Theke liegen Pizza-Kartons. Der Tatort wird mit schwarzer Folie von innen blickdicht gemacht. Gegen 17 Uhr geht es richtig los. Drinnen werden Szenen nachgestellt und per Video und Foto festgehalten. Um 17.15 Uhr schleppen zwei Beamte eine große Holzkiste ins Aladin. "Ladeecke" steht darauf. In solchen Ladeecken macht die Polizei normalerweise Dienstwaffen einsatzbereit. Vorher werden sie mit Sand gefüllt - den schleppen die Beamten in mehreren Eimern ins Aladin. Um 18 Uhr steht die Tür offen, plötzlich fallen sieben laute Schüsse. Ohne Schalldämpfer, Passanten zucken zusammen. Kurz darauf sind fünf weitere Schüsse zu hören. Von mehreren Stellen aus werden die Geräusche mit einem Mikrofon eingefangen - auf dem Parkplatz vor dem Sonnenstudio und aus dem gegenüberliegenden Wohnhaus. Kurz darauf ist der Einsatz beendet.

Man habe Zeugenaussagen auf ihre Plausibilität hin überprüft, erklärt der Erste Hauptkommissar Mathias Jung. Zudem seien die Sichtverhältnisse am Aladin zur Tatzeit von innen und außen untersucht worden.

Die Soko Aladin wurde indes weiter geschrumpft - von einst 50 Leuten Anfang November auf nunmehr 15. Die Tatrekonstruktion wird jetzt ausgewertet. Mit einem Ergebnis wird nicht vor nächster Woche gerechnet.

Björn Meine/Thomas Sparrer

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