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Schrebitzer Ortsvorsteher Dirk Petermann: „Wo andere aufhören, bleiben wir dran“

Kanalbau, Turnhalle und Sportplatz Schrebitzer Ortsvorsteher Dirk Petermann: „Wo andere aufhören, bleiben wir dran“

Dirk Petermann, Schrebitzer Ortsvorsteher, spricht im Interview mit der Döbelner Allgemeinen Zeitung über geplante Bau- und Sanierungsvorhaben dieses und nächstes Jahr: Der Mehrzweckplatz soll in Schuss gebracht sowie ein Stück Hauptstraße endlich vom alten Pflaster befreit werden. Zudem muss sich an der Turnhalle etwas tun, sonst droht der Verkauf.

Derzeit läuft der Kanalbau in Schrebitz, der noch bis Jahresende andauern wird.

Quelle: Sven Bartsch (Archiv)

Schrebitz. Schrebitz ist ein besonderer Ortsteil in der Gemeinde Ostrau, sagt sein Ortsvorsteher Dirk Petermann. Für die frühere Gemeinde mit rund 470 Einwohnern will er immer das Beste herausholen und geht dabei oft eigene Wege. Die Anwohner erwarten bis 2017 einige Veränderungen. Im Interview spricht der Familienvater über den Anschluss an die zentrale Abwasserversorgung, das Ende der letzten Schrebitzer Pflasterstraße und Pläne für Turnhalle und Mehrzweckplatz.

Frage: Direkt vor Ihrem Haus wird derzeit für den Abwasseranschluss gebaut. Wie ist der Stand der Dinge für Schrebitz?

Dirk Petermann: Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen. Das betrifft das Unterdorf, also alles unterhalb der Tangente von der Feuerwehr bis zum Gasthof. Bis Jahresende wird die Maßnahme komplett umgesetzt sein. Danach folgt die Aufforderung an die Hausbesitzer, sich anzuschließen. Das heißt, dieses Jahr wird es keine Abrechnung mehr geben.

Die kommt dann 2017?

Genau. Erst müssen die Kläranlage am Ortsausgang in Richtung Mügeln und die Zuführung zu den Übergabeschächten fertig sein. Die Leute bekommen dann eine Info zur Fertigstellung, mit einem Termin bis wann sie sich anschließen sollen. Sollte dies im Winter sein, wird es einen weiter gesteckter Termin sein.

Sie sehen die Anbindung ans Abwassernetz kritisch - warum?

Es ist natürlich ein Fortschritt. Andererseits weiß ich, welche finanziellen Belastungen auf die Einwohner zukommen. Viele drehen den Euro drei Mal um. Wir haben zwar eine Kostenobergrenze von 7000 Euro beim AZV durchsetzen können, aber für einen Durchschnittshaushalt rechne ich mit 4000 bis 5000 Euro, denn jedes Objekt muss ja auch noch vom Haus bis zum Übergabepunkt des AZV auf eigene Kosten angeschlossen werden. Und der Sinn der Investition ist für Ihn nicht nachgewiesen. Wie hoch ist denn dadurch wirklich die Verbesserung der Wasserqualität von Schrebitz Ortsausgang bis Mügeln Ortseingang, wenn dazwischen schon jetzt Fischzuchten liegen, durch die das Wasser geleitet wird?

Zumindest wird Schrebitz einige neue Straßendecken bekommen. Wie ist da die Verabredung mit Abwasserzweckverband (AZV) und Gemeinde?

Die Gemeinde folgt bislang unserem Ansinnen, für vollständig zerstörte Straßenbereiche einen komplett neuen Deckenschluss herstellen zu lassen. Das betrifft die Straße am Krebsbach und den Graumnitzer Weg. Gemacht werden soll auch ein Stück Hauptstraße, auf der noch 200 Meter altes Pflaster liegen. Letzteres hat mit den AZV-Arbeiten aber nichts zu tun. Hier will die Gemeinde Fördermittel für einen grundhaften Ausbau in Anspruch nehmen.

Gibt es baulich gesehen weitere Projekte, die Ihnen auf den Nägeln brennen?

Wir bleiben dran, dass der Mehrzweckplatz eine Förderung bekommt. 2015 wurden schon für 3000 Euro die Risse in der Tartanbahn ausgebessert. Allerdings sind viele Dehnungsfugen nicht mehr vorhanden und auf dem Belag hat sich eine Art Grünspan gebildet. Die Reinigung und die Reparatur sind nun für 2017 geplant. Das könnte zwischen 3000 und 6000 Euro kosten - keine Unsummen. Der Platz stammt aus dem Jahr 1998, hat mal richtig Geld gekostet und wird intensiv von den Bürgern genutzt. Da sollte nicht wegen 6000 Euro der Verfall in Kauf genommen werden. Ich will die Gemeinde so ins Benehmen setzen, dass das erledigt werden muss, auch sollte es keine Fördermittel dafür geben.

Zum Problemfall könnte sich auch die Schrebitzer Turnhalle entwickeln. Wie wollen Sie hier vorgehen?

Wir haben vor, die Turnhallenproblematik ab diesem Jahr aufzuarbeiten. Es gibt mehrere Probleme: Die Halle hat keine eigene Wasser- und Abwasserversorgung. Derzeit kann dort keine Toilette genutzt werden. Auch eine eigene Heizung ist nicht vorhanden. Wir haben zwar eine notdürftige Heizung drin, aber nur zwei bis drei Leute, die sie bedienen können. Unter diesen Bedingungen werden die Nachwuchssorgen größer, die Belegung geht deshalb zurück. Das ist ein Kreislauf, den wir durchbrechen wollen.

Wie ist der Plan dafür?

Wir werden uns mit unseren Vereinen aus Schrebitz und dem SV Kiebitz zusammensetzen. Alle müssen an einem Strang ziehen. Es kann allerdings auch passieren, dass sie sagen, wir können eine nachhaltige Nutzung nicht mehr auf die Beine stellen. Dann müssen wir auch über einen Verkauf nachdenken. Wenn wir gar nichts tun, sehe ich hier einen Schandfleck wachsen. Und wir haben im Ort schon einen Kampf mit leer stehenden Objekten, die vom Verfall gekennzeichnet sind.

Ein Problem vieler Gemeinden, vor allem der Eigentümer…

Wir haben reichlich ein halbes Dutzend solcher Gebäude hier stehen. Ich will die Eigentümer motivieren, ihre Häuser vielleicht für einen schmalen Taler zu verkaufen oder sie zu sichern. Wir haben schon alle zuständigen Mitarbeiter in der Verwaltung und beim AZV an die Hand genommen und nachgeforscht. Jetzt sind wir beim Landratsamt im Gespräch. Wir werden so lange weitermachen, bis möglichst alle Eigentümer ermittelt sind. Wo andere aufhören, bleiben wir weiter dran.

Von Sebastian Fink

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