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Döbeln Schrotschüsse auf gefiederte Fischdiebe
Region Döbeln Schrotschüsse auf gefiederte Fischdiebe
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23:57 02.01.2014
Kormorane sind mittelgroße Wasservögel. Sie haben einen dehnbaren Kehlsack, in dem sie Fische vor dem Schlucken verwahren. Quelle: Archiv

2013 zahlte der Landkreis etwa 4290 Euro Entschädigung. Auf der einen Seite ist der Kormoran ein geschützte Tierart. Auf der anderen aber auch ein gieriger Fischräuber, der Angelvereinen als Pächter von Fließgewässern und Teichwirtschaften erheblichen Schaden zufügen kann. "Vor allem, weil er die wertvollen Speisefische, wie etwa Aale, frisst. Der nimmt das mit, was am teuersten ist", so Fischwirt Jörg Schnek, dessen Familienunternehmen in Limmritz Teiche bewirtschaftet und überwiegend Forellen hält. In Jörg Schneks Lehrzeit vor etwa 40 Jahren waren die Methoden recht rau, um Kormorane von Teichwirtschaften fernzuhalten. "Da wurden gleich die Bäume mit den Nestern gefällt", sagt er.

Das ist heute undenkbar. Die Untere Naturschutzbehörde des Landratsamtes erlaubte 2013 in genau einem Dutzend Fälle, Kormorane während der Brutzeit lediglich zu vergraulen, also wegzuscheuchen. Der Griff zum Gewehr ist weniger streng geregelt, vorausgesetzt der Schütze hat einen Jagdschein. In der Zeit vom 1. April bis zum 15. August verordnet die sächsische Kormoranverordnung eine Sperrfrist. "Zur Abwehr fischereiwirtschaftlicher Schäden dürfen Kormorane in dieser Zeit geschossen werden. Jedoch ist dafür eine Genehmigung notwendig", informiert Udo Seifert, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde Mittelsachsens. Genehmigungspflichtig sind auch Eingriffe in die Brut- und Schlafplätze der Vögel. Außerhalb der Sperrfrist dürfen Jagdberechtigte die Vögel ohne Erlaubnis schießen. Jedoch müssen sie ihre Abschüsse melden. "Wir sind darauf angewiesen, dass diese Meldungen kommen", sagt Udo Seifert. Seine Behörde muss die Zahlen nach Dresden weitergeben, damit sie der Freistaat in sein Kormoran-Monitoring einbeziehen kann. Das wiederum ist wichtig, um künftige Schutzmaßnahmen anzupassen.Teichwirt Jörg Schnek hat zum Glück wenig Ärger mit den gefiederten Fischdieben. Der Baumbestand um die Teiche macht diese unattraktiv für die Vögel, die dort schlecht starten und landen können. Für mehr Verdruss sorgen die Kormorane bei den Anglern in der Region. Sie beklagen nicht nur die Verluste durch die rabiaten Räuber. Weil diese die Fische bei ihren Attacken oft nur verletzten, können sich dadurch auch Fischkrankheiten verbreiten.

Dirk Wurzel

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