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Döbeln Schüler des Lessing-Gymnasiums belegen Workshops für Körper, Geist und Seele
Region Döbeln Schüler des Lessing-Gymnasiums belegen Workshops für Körper, Geist und Seele
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16:05 16.04.2018
Als stehende Säule auf der Suche nach der inneren Mitte und dem guten Gefühl für den eigenen Körper gab es einen entsprechenden Workshop in der Kunst des Taiji. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Die Suche nach der inneren Mitte geht leise und im Stehen. Martin Sieber (35), Taiji-Lehrer und Heilpraktiker für Physiotherapie, zeigte am Lessing-Gymnasium verschiedene Übungen und Techniken für ein besseres Körpergefühl und zur Entspannung. 20 Schüler hatten sich für seinen Workshop eingetragen und übten mit ihm, sich ganzheitlich zu spüren und sich als stehende Säule zu entspannen.

Sein Taiji-Kurs war eines fünf Angeboten, welche Schulsozialarbeiterin Susann Gasse (35) und Beratungslehrer Heiko Weise (52) für den Präventionsnachmittag zur Stärkung von Körper, Geist und Seele organisiert hatten. Die 100 Schüler der Klassenstufe neun konnten sich für jeweils der fünf Workshops entscheiden.

Gar nicht so einfach, die Balance zu halten und entspannt zu bleiben.

„Macht essen glücklich?“ lautete etwa die Frage, der die Schüler mit der Waldheimer Ernährungsberaterin Silke Schuhmann nachgehen konnten. Hanna Winkler, Schwangeren-, Ehe-, Familien- und Lebensberaterin der Diakonie in Döbeln, hatte ihren Workshop „Wenn Eltern schwierig werden genannt und ging mit den Schülern dabei auf die Probleme ein, die pubertierende junge Menschen mit ihren Eltern haben könnten.

Psychische Erkrankungen im Jugendalter hieß der Workshop, den Mitarbeiter der Döbelner Erziehungsberatungsstelle anboten. Was tun, wenn die beste Freundin, plötzlich nur noch in dunklen Wolken lebt? Woher bekommt man Hilfe? Das waren in diesem Workshop die Fragen.

Cybermobbing, Fake-News, die eigenen Persönlichkeitsrechte und das Recht auf Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung waren die Themen im Workshop von Sophie Spitzner und Johannes Gersten unter dem Titel „Hass und Straftaten im Internet“.

„Unsere Schulsozialpädagogin und ich haben die Themen für diesen Präventionsnachmittag aus unseren ganz praktischen Erfahrungen herausgefiltert. So sind diese fünf Workshops mit Unterstützung vieler Partner entstanden“, sagt Heiko Weise. Er ist einer von drei Lehrern am Gymnasium mit einer zweijährigen Ausbildung zum Beratungslehrer. Aus seiner Praxis und aus der Praxis der Schulsozialpädagogin kamen die Ideen.

„Wir haben einen Sucht- und Präventionsplan erarbeitet, nach dem wir altersstufengerecht mit den Schülern arbeiten. Wir wollen, dass unsere Heranwachsenden lernen, sich in konflikt- und suchtgefährdenden Situationen angemessen zu verhalten.“

Für das Internetthema etwa kennt Heiko Weise Beispiele aus der Schule, wo sich Schüler in WhatsApp-Gruppen gemobbt haben oder wo es auf einer inzwischen stillgelegten LGD-Beichtseite im Netz sehr beleidigende Inhalte gab. „So etwas greifen wir auf und steuern dagegen.“

Auch psychische Erkrankungen im Jugendalter kennen der Beratungslehrer und die Schulsozialpädagogin aus ihrer Arbeit. So gibt es immer mal wieder Fälle von selbst verletzendem Verhalten, Depressionen, Schulverweigerung oder Essstörungen. „Dafür haben wir den Schülern heute einfach mal Experten und niederschwellige Aufklärungsangebote ins Haus geholt. Auch gesunde Ernährung ist immer ein Thema und wer sich zu entspannen weiß, kann sich in der Schule besser konzentrieren“, sagt Heiko Weise.

Kommentar: Ein Netzwerk von Profis

Es sind schon viele Dinge, welche junge Menschen im Schulalter mit sich herumtragen müssen. Neben dem Lernen und dem manchmal damit einhergehenden Erfolgsdruck, hat jeder 1000 kleine und große Probleme, mit den Eltern in der Pubertät, in der Gemeinschaft der Gleichaltrigen, mit dem eigenen sich entwickelten Körper oder dem Lebensumfeld.

Ja auch Krisen und deren Bewältigung gehören zum Leben. Es ist gut, wenn dann eine Schule ihren Auftrag nicht nur darin versteht, reines Wissen zu vermitteln, sondern die Heranwachsenden auch ganz praktisch auf das Leben vorzubereiten, sie schlichtweg lebenstauglich auch für die mal unruhigen Wellengänge auf dem Fluss des Lebens zu machen.

Das Lessing-Gymnasium beweist diesen Ansatz auf sehr vielfältige Weise. Nicht nur in Klassenkursen zur gegenseitigen Wertschätzung oder in Präventionsangeboten zum Thema legale oder illegale Drogen. Den Neuntklässlern wurde gestern ein ganz breites Spektrum von Entspannungstechniken bis Psychologie geboten.

Was aber das Beste hinter der Idee dieses Präventionsnachmittages ist: Das Gymnasium holte sich externen Sachverstand ins Haus. Die Ernährungsberaterin, den Taiji-Lehrer, die Medienprofis vom Treibhausverein oder die Fachleute in Sachen Konflikt- und Familienberatung von der Diakonie und der Erziehungsberatungsstelle.

An diesem Präventionsnachmittag wird sehr deutlich, welches breite Netzwerk, das Gymnasium geknüpft hat und das zeigt den Schülern kurze Wege zu professioneller Hilfe im Ernstfall.

th.sparrer@lvz.de

Von Thomas Sparrer

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