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Schüler sauer: Sanierungsstau an Leisniger Saxonia-Halle

Stadt in Geldnot Schüler sauer: Sanierungsstau an Leisniger Saxonia-Halle

Die Innensanierung der Saxonia-Sporthalle von Leisnig müsste dringend vorangetrieben werden. Das forderten jüngst die Schüler der zehnten Klassen von der Stadtverwaltung. Fenster und Dachkonstruktion ließ die Stadt in einem ersten Bauabschnitt bereits erneuern. Doch die Sanitäranlagen sind weiter in einem veralteten Zustand. So kann es nach Ansicht der Schüler nicht bleiben.

Die Fenster sind schon neu, und Teile der Dachkonstruktion auch. Im Inneren der Leisniger Saxonia-Turnhalle herrscht jedoch Investitionsstau.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Die Saxonia-Sporthalle an der Chemnitzer Straße von Leisnig führt verglichen zu anderen Sporteinrichtungen der Stadt eher ein Schattendasein – zumindest, was Sanierungsarbeiten an der Bausubstanz anbelangt. Das fordert seinen Tribut – es trat ein gewisser Sanierungsstau ein. Dies haben die Zehntklässler in der jüngsten Jugendstadtratssitzung bemängelt. Sie unterbreiten Vorschläge für Nutzungsalternativen, um der Halle mehr Bedeutung beizumessen und damit Argumente für die weitere Sanierung zu schaffen. Während im Jugendstadtrat die Abstimmung auf die baldige Sanierung hinauslief, muss Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU) die Schüler zu seinem Bedauern vertrösten. Während ihrer eigenen Schulzeit werden sie die weitere Sanierung der Halle nicht erleben.

Den Antrag zur Sporthallensanierung hatte die Fraktion „Die Jugendvereinigung“ eingebracht, vertreten durch ihren Fraktionssprecher Florian Perge. Er führt auf, dass sowohl die Sanitär- als auch die Sportanlagen in der Halle veraltet seien, für den Schul- und Vereinssport demnach unzureichend sind. Den Ansprüchen einer energieeffizienten Halle mit modernen Standards für den Schul- und Vereinssport genüge das Gebäude nicht.

Nachdem der erste Bauabschnitt der Sanierung schon abgeschlossen ist, müssten sich dringend die weiteren nötigen Arbeiten anschließen. Über die anfallenden Sanierungskosten haben sich die Jugendratsvertreter im Rathaus informiert: Kosten in Höhe von 500 000 Euro würden nach ihren Recherchen dafür anfallen.

In der nachfolgenden Diskussion führen Schüler auch Argumente gegen die Sanierung ins Feld, zum Beispiel, dass die Kosten derzeit aus dem Stadthaushalt nicht aufzubringen seien. Über die Haushaltslage hatte Bürgermeister Tobias Goth (CDU) die Jugendlichen zuvor eingehend in Kenntnis gesetzt. Genau genommen gehe investitionstechnisch in Leisnig kurz- und mittelfristig gar nichts. Dem trägt die Position der Schüler Rechnung, dass der Schulsport ohnehin nur in der Faschingssaison von der dann als Veranstaltungsstätte genutzten Zimmermann-Sporthalle in die Saxonia-Turnhalle ausweicht. Für diese kurze Interims-Zeit für nur wenige Wochen im Jahr müsse die Halle nicht aufwendig saniert werden, um Kosten für wichtigere Projekte zu sparen.

Dagegen steht jedoch die Auffassung, die Bausubstanz der etwa hundert Jahre alten Halle leide, wenn die Sanierung nicht fortgesetzt wird. Des Weiteren werde die Halle für den Vereinssport genutzt. Hier kam das Argument zur Sprache, dass die Trainingszeiten in Leisnigs öffentlichen Sportstätten mit Handball und Fußball in zu einem großen Teil ausgelastet sind. Leisniger, die Randsportarten betreiben, wie beispielsweise die Radballer, sind auf die Saxonia-Sporthalle angewiesen. Sie möchten dort auch annehmbare Trainingsbedingungen und ordentliche Sanitäranlagen vorfinden. Ein Vorschlag lief sogar darauf hinaus, das Gebäude mit seiner Sanierung zur Mehrzweckhalle für größere Feiern umzubauen.

Im mehr als 42-köpfigen Jugendstadtrat fiel die Entscheidung für die Hallensanierung. Das stieß bei der Verwaltung prinzipiell auf offene Ohren. Bürgermeister Tobias Goth verwies jedoch mit Blick auf den klammen kommunalen Haushalt darauf, dass die Sanierung nicht zu den vordringlichsten Aufgaben gezählt wird. Vor dem Jahr 2017 werde sich nichts tun. Ein Anfang sei jedoch gemacht: Vor drei Jahren waren unter anderem sowohl die Fenster als auch die Dachkonstruktion erneuert worden. Letzteres hatte sich aus statischen Gründen als nötig erwiesen.

Von Steffi Robak

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