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Döbeln Schuhmacher zerstückelt Ehefrau in Hartha
Region Döbeln Schuhmacher zerstückelt Ehefrau in Hartha
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00:17 30.06.2017
In seinem Buch „Stiefel für den Tod“ schildert Autor Henner Kotte authentische Kriminalfälle. Quelle: Foto: Steffi Robak
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Hartha

. Der Kriminalfall fand im Buch „Stiefel für den Tod“ Eingang in die Krimi-Reihe „Blutiger Osten“. Der Leipziger Autor und Krimi-Stadtführer Henner Kotte beschreibt drei authentische Fälle, für die er in sächsischen Archiven recherchierte.

„Das Seltene an diesem Fall ist das Protokoll der Vernehmung“, schildert der Autor zu einer Lesung in Sitten. „Alles ist wie ein Wortwechsel aufgeschrieben und lässt auf eine ausgefeilte Gesprächsführung schließen.“ Mord und Totschlag habe es schon immer gegeben, nur in der Menge an Tageslicht kam es früher nicht. Manchmal sprechen ihn Verwandte damaliger Opfer an, wenn sie aus dem Sachsenspiegel im MDR-Fernsehen oder aus einem seiner Bücher erfahren, dass der Todesfall wieder oder auch erstmals in der Öffentlichkeit steht.

Warum immer dieses Blutvergießen?

In der Schilderung der Harthaer Falles lässt Kotte nichts weg: „Ich halte nichts davon, vor der Furchtbarkeit zu fliehen.“ Beim Schildern der Zerstückelung der erschlagenen Ehefrau hält sich Kotte sozusagen ans Protokoll. Namen der handelnden Personen verändert er. „Nicht ausgeschlossen, dass Verfahrensbeteiligte oder deren Nachkommen noch leben“, sagt er. Warum es in der Flut der Kriminalromane einen weiteren Krimi mit reichlich Blutvergießen zu lesen geben muss?

Charaktere in Extremsituationen stellen

Kotte behauptet kühn: „Wir müssen uns auch mit den Dingen befassen, die die Leute lesen wollen. Und wenn es Leute lesen, dann muss es auch Literatur sein.“ Große Werke der Literaturgeschichte stünden mit Verbrechen in Verbindung. Und überhaupt sei Friedrich Schiller der Begründer der Kriminalliteratur, siehe: „Die Räuber“. „Wenn wir menschliche Charaktere kennen lernen wollen, müssen wir sie in Extremsituationen stellen“, schildert der Autor einen Beweggrund, warum seinesgleichen nicht müde wird, in diesem von Blut nur so triefenden Genre in die finsteren Tiefen menschlicher Seelenzustände zu blicken.

„Das kann auch mir passieren“

„Den Polizeiruf früher fand ich gut. Da wurden private Geschichten erzählt. Das fand ich toll, irgendwie sagte mir das: Das kann auch mir passieren.“ Unter anderem untersuchte Kotte bereits das Schicksal des Döbelner Arztes Viktor Schieck, der 1884 in den Tiroler Alpen umgebracht wurde. In einem späteren Buch schrieb er über einen Mann aus Zschoppach, der zwischen Klosterbuch und Eichhardt sein Auto samt Ehefrau verbrannt hatte. In das Buch „Stiefel für den Tod“ nahm Henner Kotte neben der Schuhmacher-Geschichte aus Hartha zwei weitere authentische sächsische Kriminalfälle auf.

Henner Kotte: „Stiefel für den Tod,
ISBN 978-3-95958-083-0

Von Steffi Robak

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