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Schuldnerberatung der Döbelner Diakonie in Hartha gut besucht

Schuldnerberatung der Döbelner Diakonie in Hartha gut besucht

Vermieter, Mobilfunkanbieter, Banken sind nur drei von einer Liste von Gläubigern bei denen Sascha* Schulden hat. Insgesamt belaufen sie sich auf 7300 Euro.

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Seit gut 14 Jahren berät Monika Eckert Menschen, die mehr Ausgaben als Einnahmen haben. 20 Prozent ihrer 400 Klienten kommen aus Hartha.

Quelle: K. Schultz

Hartha. Marion Eckert von der Schuldnerberatung der Döbelner Diakonie hilft Menschen wie Sascha, die ausstehenden Summen abzuzahlen oder - wenn es nicht anders geht - Insolvenz zu beantragen.

 

Jeden Mittwoch stehen die Türen im Lutherhaus in der Pfarrgasse 6 in Hartha offen. Von 8 bis 12 Uhr ist die Außenstelle besetzt. Oft zu wenig Zeit, um alle Menschen hereinzubitten. An diesem Tag bleibt Marion Eckert ein kurzer Moment: um Post zu sortieren und um Einblick in ihre Arbeit als Schuldenberaterin zu geben.

Ganz oben auf ihrem Stapel von Verschuldungsfällen liegt der von Sascha. Der Hartz-IV-Empfänger war einer der letzten Besucher. Seit zweieinhalb Jahren kommt er nun schon. Zu Beginn hat Marion Eckert damals seine Gläubiger angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass Sascha nicht pfändbar ist. "Auf diese Weise erfahre ich auch wie hoch sich die Schulden bei den einzelnen Gläubigern belaufen", so die ausgebildete Sozialarbeiterin. Bei der Erstellung eines Haushaltsplans ist Eckert auf die Mithilfe der Betroffenen angewiesen. Die ehrliche Angaben über ihre Ein- und Ausgaben machen müssen: "Alles muss offen gelegt werden. Und wichtig ist auch Disziplin", so Eckert. "An den festen Ausgaben wie Miete oder Unterhaltsverpflichtungen lässt sich nicht viel ändern." Wohl aber an Dingen wie Lebensmitteln, Zigaretten oder Freizeitgestaltung - sogenannten "veränderliche Ausgaben". "50 Euro pro Person und Woche braucht es schon", so die übliche Kalkulation. Aus dieser Rechnung erstellt sie einen Schuldenplan für den Betroffenen. Über die Ratenzahlung, die sich daraus ergibt, informiert Eckert auch die Gläubiger. "Die können dieser außergerichtlichen Einigung dann zustimmen oder nicht." Bei einer Rate von 25 Prozent wie im Fall von Sascha, der also - realistisch gesehen, worauf die Beraterin achtet - 25 Euro monatlich aufbringen kann, stehen die Chancen dafür gut. Bei einem Gläubiger kann Monika Eckert die Antwort jetzt schon absehen: bei der GEZ. "Die sagen immer nein." "Wenn das Gericht sich an sie wendet", wie häufig üblich, "erlassen sie die Schulden gleich komplett, schizophrenerweise", sagt Eckert, die neben Hartha und Döbeln auch in Waldheim und Leisnig ein zeitweises Büro hat, kopfschüttelnd. Mindestens ein Mal im Monat kommen die Klienten und legen ihren Haushaltsplan vor. "Ich kontrolliere sie nicht. Aber es muss geschaut werden, ob derjenige seiner Ratenzahlung weiter nachkommen kann."

Der häufigste Weg in die Schulen führt über Arbeitslosigkeit. Aber auch Krankheit, Trennung oder Kinder können Auslöser sein. 400 Klienten hatte Marion Eckert 2011. Etwa 20 Prozent davon aus Hartha. "Alle gesellschaftlichen Schichten sind vertreten. Überwiegend Hartz-IV-Empfänger, aber auch Beamte und Besserverdiener. Wenn das Leben anders spielt als geplant, - im Fall plötzlicher Krankheit etwa - kann das Haus oder das Auto nicht länger abgezahlt werden. "Zum Teil sind auch psychische Probleme im Spiel - Spielsucht zum Beispiel." Bis zu acht Jahren arbeitet die Mitarbeiterin der Diakonie an manchen Fällen. Die Höhe der Schulden ist dabei nach oben offen. In der Regel beläuft sie sich ihrer Erfahrung nach zwischen 5000 und 25 000 Euro.

Neben Schulden- bietet die Diakonie auch Insolvenzberatung. Was aber weniger nötig ist. "Die meisten wollen regulieren und setzen sich eine Rate." Anders als beim bislang für jedermann kostenfreien außergerichtlichen Schuldenplan, fallen bei einem Insolvenzverfahren immer Kosten an. "Das sollte jeder wissen", macht Eckert deutlich. "Mit mindestens 900 Euro muss man da schon rechnen."

Sascha wird das Lutherhaus noch viele Male aufsuchen. Irgendwann, so das Ziel, soll er entschuldet sein. Wieder Arbeit finden und ein sorgenfreies Leben führen können. "Ohne den Gerichtsvollzieher befürchten zu müssen", sagt Marion Eckert.

*Name geändert.

Katharina Schultz

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