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Ärger im Roßweiner Revier: Schweinischer Betrug endet vor Gericht

Justiz Ärger im Roßweiner Revier: Schweinischer Betrug endet vor Gericht

Zwei Waidmänner sollen nach einer Jagd in einem Roßweiner Revier mit Wild getrickst haben. Das brachte sie ins Fadenkreuz der Justiz und schließlich in Döbeln vor Gericht.

Ein erlegtes Wildschwein mit letztem Biss – ganz so wie Waidmannsbrauch ist. In Roßwein sollen es zwei Jäger nach einer Ansitzjagd mit der Abrechnung der Strecke nicht so genau genommen haben.

Quelle: picture alliance / dpa

Roßwein/Döbeln. Ordentlich schief hing der Waidsegen in einem Roßweiner Jagdrevier. Das zeigte sich am Mittwoch in einem Prozess am Amtsgericht Döbeln. Der Pächter hatte zwei Jäger wegen Betruges angezeigt. Diese hätten ihn nicht nur beim Gewicht erlegter Stücke Schwarzwild beschummelt, sondern ihn auch um zwei ganze Wildschweine betrogen. Den Prozess im Amtsgericht Döbeln wiederum nutzten die beiden Hubertusjünger für Vorwürfe gegen den Pächter. Dieser habe sich lange Zeit nicht darum gekümmert, den Wildbestand zu dezimieren, um damit den Schaden der Bauern klein zu halten. „Du bist eine einzige Enttäuschung“, sagte einer der Angeklagten.

Dem Mann lag nun zur Last, bei einer Ansitzjagd im Oktober 2016 dem Pächter ein Wildschwein verschwiegen zu haben, dem er den Fangschuss gegeben hatte, weil es in den Maishäcksler geraten war. Der 64-Jährige wiederum gab an, das Stück seinem mitangeklagten Waidgenossen gegeben zu haben, damit dieser sich ums Aufbrechen und die Vermarktung kümmern kann. Mit dem Pächter war vereinbart, dass er entweder die Hälfte des Fleisches oder drei Euro pro Kilo als dessen Gegenwert in Geld bekommt. Und genau dabei soll der jüngere Angeklagte, der als Jagdleiter fungierte, geschummelt haben und außerdem die Hälfte der Strecke verschwiegen haben, auf der insgesamt vier Schwarzkittel lagen. „Bei einem Schwein war die Keule total zerschossen, bei dem anderen der Rücken. Das beschädigte Fleisch kriege ich nicht verkauft“, erläuterte er, weshalb er dem Pächter nicht das volle Gewicht angegeben hatte, sondern jeweils ein paar Kilo weniger. „Es gibt unterschiedliche Gewichte“, erläuterte der ältere der angeklagten Jäger Richterin Marion Zöllner. Das Jagdgewicht gibt demnach an, wieviel ein geschossenes Stück Wild insgesamt wiegt. Dann gibt es das aufgebrochene Gewicht, da fehlt dann die Masse der Organe und Eingeweide. Beim Verkaufsgewicht ist dann auch die Masse des zerschossene Fleisches weggerechnet. „Das ist nämlich totaler Matsch“, sagte der Waidmann. Sein Verfahren stellte Richterin Zöllner wegen geringer Schuld ohne Auflagen ein. Das ist fast wie ein Freispruch. Bei dem jüngeren Jäger ließ das Gericht die Anklagepunkte wegen des angeblichen Fleischbetruges fallen, verurteilte ihn jedoch wegen des Betruges mit den ganze Schweinen zu einer Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu 40 Euro. „Auf den Wildursprungsscheinen haben Sie ein anderes Datum und ein anderes Revier vermerkt, wo sie die Schweine geschossen haben. Das belegt, dass Sie nicht beabsichtigt hatten, die zwei Schweine mitzuteilen“, begründete die Richterin, wo in diesem Fall die für den Betrug notwendige Täuschungshandlung liegt.

Der Jäger hatte eingeräumt, aus einem der nicht gemeldeten Stücke Wurst gemacht zu haben. Gemeinsam mit dem anderen Stück Schwarzwild hat er diese dem Landwirtschaftsbetrieb als Entschädigung für Wildschäden gegeben. Damit wenigstens der Haussegen zwischen einem Teil Jägerschaft und den Bauern wieder halbwegs gerade hängt. Geschmeckt hat das Wildbret wenigstens.

Von Dirk Wurzel

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