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Sein Rezept für Torjäger: Erst nachdenken, dann knipsen

Sein Rezept für Torjäger: Erst nachdenken, dann knipsen

Marcel Hanke rannte in dieser Saison allen davon, schüchterte so manchen Torhüter ein und versenkte den Ball ganze 25 Mal im Tor seiner Gegner. Der 26-Jährige ist der Torjäger der Südstaffel der Kreisliga A.

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Sein Herz schlägt für den Verein aus Hochweitzschen: Marcel Hanke ist Torjäger der Saison geworden. Sein Chef ließ ihm dafür eine kleine Trophäe anfertigen.

Quelle: Uwe Reinwardt

Über den Titel freut er sich schon das dritte Mal in den vergangenen sieben Jahren. Nur verteidigen konnte er seinen Titel noch nicht - vielleicht nächste Saison? "Das Ziel ist, mit meiner Mannschaft an der Spitze der Tabelle zu stehen. Alles andere ist nebensächlich", sagt der Fußballer fast ein wenig bescheiden. Mit seinem Verein, dem SV Medizin Hochweitzschen, schrammte er vor wenigen Wochen knapp an der Meisterschaft vorbei. Im letzten Spiel der Saison mussten sich die Mediziner mit 0:2 gegen den Roßweiner SV geschlagen geben. Marcel Hanke wusste da schon längst: Auf dem Weg zur Torjäger-Spitze konnte ihn keiner mehr stoppen.

 

Seit 1997 spielt Marcel Hanke Fußball. Am Anfang beim Verein in Hochweitzschen. "Ich stamme aus Großweitzschen, da liegt es nahe, dass ich bei einem Verein spiele, der bei mir um die Ecke ist." Bis zur D-Jugend kickt er bei den Medizinern. Weil dann keine C-Jugend im Verein zusammen kam, wechselte Hanke zum VfB Leisnig. Die Verbundenheit zu seinem Verein blieb dabei präsent. "Ich habe bis zum Herrenbereich in Leisnig gespielt. Dort war ich eine Saison lang, weil sie eine Klasse höher spielten als Hochweitzschen", erklärt der 26-Jährige. Als Leisnig absteigt und den Medizinern in der Kreisliga A Gesellschaft leistete, entschied sich Marcel Hanke zum Wechsel - zurück zu seinen Wurzeln. Von Beginn an spielte Hanke in der Position des Stürmers. Etwas anderes kann er sich auch gar nicht vorstellen: "Hinten zu spielen, das könnte ich nicht."

 

Mit seinem Mannschaftskollegen Stephan Pranke arbeitet er meist im Team. "Über die Jahre hat sich eine gute Technik zwischen uns entwickelt. Das klappt einfach", sagt er. Wenn Marcel Hanke auf das gegnerische Tor zuläuft, fängt es an in ihm zu arbeiten. Statt einfach drauf los zu schießen, heißt es bei ihm: Kopf einschalten. "Ich schieße Tore in dem ich vorher darüber nachdenke, mir die Taktik zurechtlege. Das passiert alles in Sekunden, aber es passiert." 25 Tore schoss er so in 30 Spielen. Dabei hatte er nie den Ehrgeiz Torjäger der Saison zu werden. "Wenn sich im Laufe der Saison herausstellt, dass man oben mitspielt, wird man schon darauf aufmerksam. Aber das ist nichts, was ich mir als Ziel setze." Stattdessen zählt für den 26-Jährigen der Erfolg der Mannschaft. "Wer hatte zu Beginn der Saison auf dem Schirm, dass Hochweitzschen bis an die Tabellenspitze kommt?", fragt er - sichtlich stolz. Statt vorm Tor auf seinen eigenen Torerfolg zu schielen, sucht Hanke seine Mannschaftskollegen, spielt lieber ab. "Wenn die Situation eine bessere Möglichkeit für einen meiner Mitspieler ergibt, ist es für mich völlig klar, abzuspielen." Das große Ganze zählt.

 

Nach seinem Erfolgsgeheimnis gefragt, zuckt Hanke mit den Schultern. Es gibt keines. Er trainiert, kommt zu den Spielen und legt los. "Durch meinen Beruf in der Landwirtschaft kann ich nicht zu jedem Training kommen. Eigentlich bin ich sogar ziemlich trainingsfaul", sagt der Großweitzschener über sich selbst. Trotzdem: Sobald der Pfiff zum Spielbeginn erklingt, steht Marcel Hanke mit allen Sinnen auf dem Rasen. Der 26-Jährige merkt im Übrigen ziemlich schnell, ob eine Partie für ihn gut läuft oder nicht. Nämlich dann, wenn er die erste Torchance für sich entscheidet. "Treffe ich, weiß ich, dass es ein gutes Spiel wird. Vergebe ich die Chance, ist meistens nichts mehr zu retten."

 

Mit dem Trainergespann Klaus Krzemyk und Axel Klingner hat die Mannschaft ein Team an ihrer Spitze, dass es versteht, zu motivieren. "Ich weiß nicht, wie sie es schaffen, aber es funktioniert." Kommt Marcel Hanke einmal in Fahrt, ist er so leicht nicht zu stoppen. "Ich bin eher der schnell spielende Typ, der das Geschehen gern in den Lauf spielt", schätzt er sich selbst ein. Ansonsten hat er eher ein ruhiges Gemüt - auch auf dem Fußballplatz. "Ich werde höchstens bei Schiedsrichterentscheidungen, die unfairerweise gegen uns gepfiffen werden, aggressiv. Dann knallt es mal kurz, aber danach ist wieder gut."

 

Für die kommende Saison setzt sich Marcel Hanke ein klares Ziel: "Unter die ersten drei Mannschaften kommen." Mit keiner Silbe erwähnt er die Verteidigung seinen Torjäger-Titels. Marcel Hanke hat auch einen harten Gegner: Marcus Hausmann vom SV Ostrau 90. "Er hat in der Hälfte der Saison 23 Tore geschossen", so der Großweitzschener. Rückte Hausmann so nur auf Rang zwei vor, könnte er in der kommenden Saison ziemlich gefährlich werden. "Macht nichts. Meine Freundin wird sich freuen, wenn ein Pokal weniger im Regal unseres Wohnzimmers stehen wird", erzählt Marcel Hanke schmunzelnd. Von seinem Chef bekam er eine kleine Trophäe in Form einer Kanone. Die muss seine Freundin wohl oder übel ertragen. Und sein Verein? Der stellt augenzwinkernd klar: "Es braucht keiner anrufen, Marcel bleibt bei uns."

Stephanie Jankowski

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