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Döbeln Seit 60 Jahren im Job und noch kein Ende in Sicht
Region Döbeln Seit 60 Jahren im Job und noch kein Ende in Sicht
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00:43 17.09.2015
Verhilft altem Mahagoni zu neuem Glanz: Horst Schreyer an seinem Arbeitsplatz bei der W. Hinkelmann Polstermöbel GmbH in Schweikershain. Quelle: Dirk Wurzel
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Doch genauso kam es: Seit 60 Jahren arbeitet der 76-Jährige in diesem Betrieb. Als Rentner verdient er sich hier etwas dazu, kommt drei Mal in der Woche und lernt noch einen Mitarbeiter an. Die Holzoberflächen der Möbel und deren Veredlung sind sein Metier. "Mir macht es Spaß, hier zu arbeiten", sagt Horst Schreyer. Er bearbeitet gerade das Gestell eines mindestens 90 Jahre alten Sessels aus Mahagoni, den ein Kunde zum Restaurieren gebracht hat. Mit Schleifpapier befreit er das Holz von bestehenden Lackschichten. Später wird Horst Schreyer farblose Politur auf das historische Sitzmöbel auftragen.

"Auf Horst Schreyer wollen wir nicht verzichten", sagt Dr. Bernd Hinkelmann, Geschäftsführer der Polstermöbelfirma über seinen ältesten Mitarbeiter. Gerade bei der Restaurierung kommt es auf viel Handarbeit, einen guten Blick und Fingerspitzengefühl an - mithin also Eigenschaften, die sich im Laufe eines Berufslebens entwickeln und verbessern. Beruflich hat Horst Schreyer nie etwas anderes gemacht, als hölzernen Möbeloberflächen den Feinschliff zu geben. Er lernte von 1953 bis 1955 den Beruf des Beizers und Polierers in der Sitzmöbelindustrie in Geringswalde. Die Lehre absolvierte er mit einem sehr guten Abschluss. Zur Schule ging Horst Schreyer, der ursprünglich aus der Lausitz stammt, in Gebersbach und Knobelsdorf. Hier besuchte er die Grundschule und in Gebersbach ging er zur Volksschule. 1965 zog Horst Schreyer nach Geringswalde - da arbeitete er bereits zehn Jahre bei Hinkelmanns. Dort wohnt er heute noch mit seiner Frau, die er vor 50 Jahren heiratete. Als "Holzwurm" betätigt sich der rüstige Rentner auch zu Hause, eine kleine Werkstatt ist sein Reich. Fußball ist das zweite große Hobby des 76-Jährigen, der ein großer Fan des TSV 1860 München ist. Einer seiner beiden Enkelsöhne spielt beim BC Hartha und der Opa verpasst so gut wie kein Spiel. Nicht nur auf Arbeit fährt Horst Schreyer mit dem Fahrrad, sondern ist damit auch zu den Fußballspielen unterwegs, die er als Zuschauer verfolgt, mitunter bis nach Torgau oder nach Schwarzheide in der Lausitz.

Der Firma Hinkelmann wird Horst Schreyer noch eine Weile erhalten bleiben. Ob er auch noch sein 70-jähriges Firmenjubiläum feiern wird? "Da höre ich schon vorher auf", sagt er. Aber so richtig sicher klingt das nicht.

Aus der Döbelner Allgemeinen Zeitung vom 15.09.2015

Dirk Wurzel

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