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Döbeln Selbstständig Wohnen auf Probe
Region Döbeln Selbstständig Wohnen auf Probe
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17:35 07.04.2017
Sarah und Johannes kneten einen gesunden Pizzateig. Michael (vorn) bereitet den Belag vor. Quelle: Thomas Sparrer
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Döbeln

Was gehört eigentlich alles dazu, wenn man eine eigene Wohnung hat? Das haben die 15 Schüler der Werkstufenklasse der Döbelner Regenbogenschule in dieser Woche gelernt. Zum vierten Mal veranstaltete die Schule für geistig Behinderte eine „Probewoche zum Wohnen proben“. Die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in Döbeln stellte dafür wieder zwei ihrer möblierten Gästewohnungen zur Verfügung.

„Unsere Schüler haben mitbekommen, dass eine eigene Wohnung zu haben, auch einiges an Arbeit und Verantwortung bedeutet“, sagt Jeannette Tichy, Lehrerin der Werkstufenklasse an der Regenbogenschule. Gemeinsam mit vier weiteren Kollegen begleitet sie die Jungen und Mädchen in dieser Woche beim Probewohnen. Jeden Morgen liefen sie mit den Schülern von der Regenbogenschule nach Döbeln-Ost. Dann wurde gemeinsam ein Frühstück zubereitet, die Wohnung geputzt, Betten bezogen, Mittagessen vorbereitet.. Am Freitag gab es den klassischen Freitagshausputz. Am Donnerstag bereiteten die Schüler gemeinsam Salate und eine gesunde Pizza für die Sitzung des Schulfördervereins am Abend vor.

„Das macht Spaß“ sagt Johannes ganz stolz, während er den Pizzateig knetet. Zwölf der Regenbogenschüler verlassen in diesem Jahr als Schulabgänger die Werkklasse der Schule. Die meisten gehen danach in Roßwein oder Hartha in die Werkstatt für Behinderte arbeiten. Zwei von ihnen nehmen in Betrieben der Region eine unterstützte Beschäftigung auf. In der Regel leben die Schulabgänger, wenn sie erwachsen werden, im Wohnheim der Lebenshilfe in Döbeln oder Hartha. Wer von ihnen im praktischen Leben zurechtkommt und dabei wenig Hilfe und Anleitung benötigt, kann später auch in einer betreuten Wohngruppe und vielleicht sogar in einer ambulant betreuten Wohngruppe leben.

Jeannette Tichy und ihre Kollegen von der Regenbogenschule versuchen die Jugendlichen genau auf diese Lebenspraxis so gut wie möglich vorzubereiten. „Wir haben dafür gemeinsam Hefter erstellt. Über Bilder und Symbole werden die Arbeitsbereiche greifbar. Es wird besprochen, welches Essen zubereitet werden soll, was einzukaufen ist und das Geld wird abgerechnet“, schildert die Lehrerin. In den letzten drei Jahren in der Werkstufe gehörten Hauswirtschaft, Textilpflege und ein wöchentliches Einkaufstraining zum Unterricht. Betten machen Abwaschen und Staubsaugen kamen in dieser Woche noch dazu.

„Wir haben uns zu Wochenbeginn den Hausbewohnern hier in der Käthe-Kollwitz-Straße 1 vorgestellt und sind auf sehr freundliche Reaktionen gestoßen. Auch die Wohnungsgenossenschaft unterstützt unser Probewohnen sehr liebevoll“, so Jeannette Tichy.

Von Thomas Sparrer

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