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Döbeln Senior baut Unfall in Niederstriegis – Gericht verhängt Geldstrafe
Region Döbeln Senior baut Unfall in Niederstriegis – Gericht verhängt Geldstrafe
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Das Amtsgericht Döbeln verhandelte am Montag wegen fahrlässiger Körperverletzung. Quelle: Archiv
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Niederstriegis/Döbeln

Der Abzweig nach Littdorf kann tückisch sein. Markierungen fehlen hier völlig. Wer von Littdorf kommend nach Roßwein fährt, ist geneigt, sich links zu halten. Der Kreuzungsbereich macht selbst einen Bogen.

Die Tücke dieser Straßengablung offenbarte sich zwei Kraftfahrern aus dem Raum Roßwein am 13. August 2015. Was weitreichende Folgen hatte. Schwer verletzt der eine, verurteilt wegen fahrlässiger Körperverletzung der andere: 70 Tagessätze á 40 Euro Geldstrafe plus drei Monate Fahrverbot. „Ich habe das mal beobachtet. 50 Prozent fahren den Bogen aus, manche fahren geradeaus durch“, sagte der Endsiebziger am Montag in seinem Prozess wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amtsgericht Döbeln. Worauf er hinauswollte: Sein Unfallgegner könnte auch zu weit links gefahren sein. Er selbst habe nach dem Frontal-Crash nachgemessen. Anhand der Markierungen der Polizei stand sein Jetta drei Meter von der rechten Leitplanke entfernt, nach links seien sechs Meter Platz gewesen.

Schuld nicht wegdiskutieren

Der ältere Mann fuhr von Richtung Niederstriegis nach Littdorf, der jünger Mann mit einem Renault-Clio von Littdorf in Richtung Niederstriegis. Er habe mit seinem damals neunjährigen Neffen nach Roßwein gewollt, sagte der 53-Jährige. „Ich bin losgefahren und hatte einen Filmriss“, so der Unfallgeschädigte. Vier Rippen brach er sich bei dem Unfall, dazu eine Hand. Die Lunge war gequetscht, die Leber gerissen. Sieben Mal operierten die Ärzte den Mann wegen seiner schweren Verletzungen. „Ich hätte sterben können, hab sie im Krankenhaus gesagt“, so der Geschädigte. An den Unfall selbst kann er sich nicht erinnern. Nur, dass er sich angeschnallt und keinen Alkohol getrunken habe. Der Angeklagte meinte, der Cliofahrer habe den Gurt nicht angelegt gehabt und eine Sanitäterin hätte etwas von Alkohol gesagt. „Die Schuld meines Mandanten soll nicht wegdiskutiert werden“, sagte Rechtsanwältin Carolin Greger, die den 79-Jährigen verteidigte. Ziel der Verteidigung war es, das Fahrverbot zu vermeiden und die Anzahl der Tagessätze zu verringern. „Die Geldstrafe werde ich akzeptieren, das Fahrverbot finde ich nicht in Ordnung. Das wäre geschäftsschädigend und würde mich sehr treffen“, sagte der Mann, der zum ersten Mal in seinem langen Autofahrerleben einen Unfall gebaut hat, nicht vorbestraft ist und auch keinen Eintrag im Verkehrszentralregister hat. Das Auto nutzt er nicht nur um Einkaufen zu fahren, sondern auch für Urlaubsreisen und wenn er im Betrieb seines Sohnes aushilft.

Kein Entgegenkommen beim Fahrverbot

Im Strafmaß kam ihm Richterin Magdalena Richter entgegen und verhängte 70 Tagessätze, statt 80, wie vom Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft gefordert. Beim Fahrverbot gab es kein Entgegenkommen. „Dabei muss bleiben. Das ist ein Wachrüttler. Es ist ja schließlich auch kein Entzug der Fahrerlaubnis“, sagte sie. Nach einem Fahrverbot gibt es den Führerschein automatisch zurück, beim Fahrerlaubnisentzug ist das wesentlich schwieriger. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Vom zuständigen Landratsamt Mittelsachsen war bis Redaktionsschluss keine Antwort auf die Frage zu bekommen, weshalb die Kreuzung der Kreisstraßen nicht markiert ist, um ihr ihre Tücken zu nehmen.

Von Dirk Wurzel

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