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Döbeln Sensei Manfred Reibig schafft Sprung in Nationalmannschaft
Region Döbeln Sensei Manfred Reibig schafft Sprung in Nationalmannschaft
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15:43 16.10.2012
Die begeisterten Kampfsportler der deutschen Mannschaft gemeinsam mit den Trainern vor dem Abflug nach Japan auf die Insel Okinawa. Quelle: Privat
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Mit viel Ehrgeiz, Disziplin und vor allem Können schaffte Reibig Anfang des Jahres den Sprung in die Nationalmannschaft des Deutschen Karate Verbandes, die das Seibukan-Karate offiziell repräsentiert. Mit dem Bundesadler auf der Brust reiste das Team, bestehend aus 16 Mitgliedern, im Oktober offiziell nach Japan auf die Insel Okinawa, um die deutschen Karatekas zu vertreten. Auf Okinawa findet das 50-jährige Jubiläum der Gründung des traditionellen Okinwawa-Karate-Dojos von Zenryu Shimabukuro, der Geburtsstunde des Shorin-Ryu-Seibukan-Karate statt. Sensei Shimabukuro ist einer der bekanntesten Karatemeister auf Okinawa und er nannte sein Dojo (Trainingshalle) Seibukan, was übersetzt die heilige Kunstschule bedeutet. Der Name seiner Schule wurde als große Ehre später in den Namen des Karatestils eingebettet.

Shorin-Ryu-Seibukan ist ein traditioneller und unveränderter Kampfkunststil, der mittlerweile in vielen Teilen der Welt vertreten ist. Zum Jahrestag auf Okinawa kamen Mannschaften aus den verschiedensten Ländern zusammen. Erwartet wurden außer den Deutschen Sportlern unter anderem Vertreter aus Russland, Finnland, USA, Dubai, Indien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und viele mehr. Neben den Mannschaften sind auch Großmeister von verschiedenen Karatestilen zum Jahrestag anwesend.

Während der zehntägigen Reise fanden verschiedene Vorführungen, Trainingseinheiten und weitere Veranstaltungen statt. Den Kampfkünstler wurde die Ehre zuteil, in den traditionellen und ursprünglichen Karate-Dojos, bei den alten Großmeistern zu trainieren. Besonders freute sich Manfred Reibig auf den Wissensaustausch und das Treffen der Großmeister (sie werden zum Teil auch die "lebenden Steine von Okinawa" genannt).

Die Berufung ins Deutsche Team erfolgte für den Inhaber der Karate-Kobudo-Akademie und der Karate-Kobudo-Schule Mügeln Anfang des Jahres. Er trainiert mit Hingabe, Freude und Erfolg seit ungefähr 15 Jahren Shorin Ryu Seibukan Karate. 2003 begann er seine Erfahrungen als Trainer im Budo Center Ostrau zu sammeln und übernahm 2006 zusätzlich eine Trainingsgruppe in Mügeln.

Im Jahr 2010 konnte sich der Träger des 2. Dans einen Traum realisieren und eröffnete 2010 sein erstes eigenes Dojo in Döbeln. In den professionell ausgestatteten Räumen im Westflügel des Postgebäudes und in der Mügelner Schule betreut er zurzeit mit seinen Assistenztrainern um die 90 Mitglieder.

Die Vorbereitungen für die Reise waren anstrengend, mit viel Willenskraft und einem sehr großen Zeitaufwand verbunden. Mittlerweile stand er vom Montag bis Sonnabend im Karatetraining, bestehend aus den verschiedenen Kategorien Kihon Renshu (Grundschultechniken), Ippon Kumite (vorgeschriebene Verteidigungstechniken mit dem Partner), Zenshin Kotai (Techniken in der Vorwärts-Rückwärtsbewegung), Kata (Scheinkämpfe gegen einen oder mehrere Angreifer) sowie Kumite (Freikampf), um seine Schüler zu unterrichten und sich auf den großen Höhepunkt vorzubereiten.

Zusätzlich absolvierte er Trainingseinheiten zur Abhärtung der Arme und Beine, Kräftigungsübungen wie Liegestütze auf Fingerspitzen beziehungsweise Fäusten. Natürlich ist der Konditionsaufbau nicht zu vergessen. Ein regelmäßiges Treffen des deutschen Nationalteams, im bayerischen Kelheim beim europäischen Cheftrainer Jamal Measara ist Voraussetzung, um alle Vorführungen für die aufregenden und anstrengenden Tage in Japan abzustimmen.

Fehler und Schwächen wollte er sich vor den Großmeistern in Okinawa auf keinen Fall erlauben. Es ist schon etwas ganz Besonderes als Karateka und als offizieller Vertreter von Deutschland ins Mutterland nach Okinawa zu fliegen. Nur einem weiteren Karateka in Ostdeutschland gelang ebenfalls dieser Sprung.

Pia Oßmer

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