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Döbeln Sieben Bäume bekommen Siegel „besonders schützenswert“
Region Döbeln Sieben Bäume bekommen Siegel „besonders schützenswert“
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15:00 27.03.2018
Damit kein Baum vorschnell gefällt werden kann, hat die Stadt Roßwein die Baumkartierung jetzt für Niederstriegis fortgesetzt. Sieben Kandidaten könnten mit dem Prädikat „besonders schützenswert“ in die Baumschutzsatzung aufgenommen werden. Quelle: Wolfgang Sens
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Niederstriegis

Der schönste Baum in Niederstriegis steht auf einer Wiese in Grunau. Es ist eine Stiel-Eiche, die schön gewachsen und rundum vollkronig ist und die Landschaft, in der sie steht, prägt. Jetzt ist der Baum, der in einer Flussschleife im Tal der vereinigten Striegis kurz vor dem Zusammenfluss mit der Freiberger Mulde steht, kartiert worden. Gemacht hat das ehrenamtlich Ulrich Bänsch, der bereits vor drei Jahren für die Stadt Roßwein eine Baumkartierung begonnen hat. Über 300 Bäume sind auf diesem Weg als „besonders schützenswerte Bäume“ durch einen Beschluss des Stadtrates in die Baumschutzsatzung der Stadt aufgenommen worden. Jetzt könnten auch die Niederstriegiser Kandidaten dazu kommen. Sinn und Zweck ist es, die Bäume unter einen gewissen Schutz zu stellen und unüberlegtes Abholzen zu vermeiden.

Insgesamt zehn Bäume hat Ulrich Bänsch, Mitglied bei der Naturschutzbund-Regionalgruppe Lößhügelland, in Niederstriegis und den Ortsteilen auserkoren. Dafür hat er jeden einzelnen in Frage kommenden Baum genau unter die Lupe genommen, und anhand von elf Parametern entschieden, ob er in die engere Auswahl kommt. Auf einem Baumdatenblatt sind nun alle wichtigen Details hinterlegt. Mindestens 100 Jahre alt sollte ein Baum sein, um das Prädikat „besonders schützenswert“ zu erhalten. Die Schönheit des Baumes selbst spielt eine Rolle, ob es eine besondere Baumart ist oder ob es eventuell einen historischen Bezug zu Personen oder Ereignissen gibt. Die regionale Bedeutung des Baumes ist wichtig, die Ensemblewirkung, ob er sich in zentraler Lage befindet und auch, ob er öffentlich zugänglich ist. Letztlich sollte er auch schutzfähig sein, das heißt, so vital , dass ein längerfristiges Bestehen wahrscheinlich ist. Wenigstens sechs der elf Punkte müssen erfüllt sein, damit der Baum überhaupt bei Ulrich Bänsch auf die Liste kommt.

In Niederstriegis sind das insgesamt zehn gewesen, von denen er sieben dem Ortschaftsrat Niederstriegis und später dem Roßweiner Stadtrat empfahl, sie in die Baumschutzsatzung aufzunehmen: Die sogenannte Luther-Linder am Dorfgemeinschaftshaus, die Gemeine Fichte auf dem Pfarrhof, die beiden Blutbuchen am Kriegerdenkmal, die Stiel-Eiche auf der Wiese in Grunau, eine Stiel-Eiche in Littdorf gegenüber dem Gasthof, und die Friedenseiche an der Hauptstraße.

Von Manuela Engelmann

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