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Döbeln Sitten: Schulunternehmen finanziert mit eigener Zeitung erfrischende Quelle
Region Döbeln Sitten: Schulunternehmen finanziert mit eigener Zeitung erfrischende Quelle
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12:22 08.11.2016
Das Wasser vom Hahn im Sittener Schul-Foyer fließt durch einen Filter, der die Nitrat- und Keimbelastung senkt. Das Gesundheitsamt kontrolliert das regelmäßig. Quelle: Foto: Steffi Robak
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Sitten

Im Foyer der Sittener Grundschule gibt es seit Kurzem ein unscheinbares, jedoch nicht unbedeutendes Edelstahlwaschbecken mit einem hoch gebogenen Wasserhahn. Was das Besondere daran ist, können die Grundschüler gut erklären: „Es ist ein Filter unten dran“, „da sind dann keine Keime und kein Schmutz mehr drin“, „unter den Wasserhahn kann man gut seine Wasserflasche stellen...“ – Charlie, Fritz, Eva, Lara, Sara, Hugo und Merlin wissen Bescheid, was es mit dem dort sprudelnden Wasser auf sich hat. Wer den Geschmackstest macht, muss tatsächlich zugeben: Obwohl das Trinkwasser für die Sittener Grundschule wie für fast alle Haushalte in der Region aus der Döbelner Jahna-Aue kommt, hat es überhaupt nicht den durch die Trinkwasseraufbereitung typischen Geschmack nach Chlor – ein bissschen wie aus dem Chemielabor. Der unmittelbare Vergleich – ein Schluck aus dem herkömmlichen Wasserhahn und ein weiterer aus dem besonderen Hahn im Foyer – beweist das sehr nachdrücklich. Eine der tollsten Besonderheiten an der neuen Trinkwasserstelle ist: Die Grundschüler haben mit einem eigens dafür gegründeten Unternehmen das Geld dafür erwirtschaftetet.

Dieses Junior-Projekt lief im vergangenen Schuljahr als Ganztagsangebot der damals vierten Klassen. Über das Schuljahr hinweg gaben sie monatlich eine Schüler-Zeitung mit Schwerpunktthema Trinkwasser heraus, recherchierten und schrieben dafür selbst und sorgten für den Verkauf.

Die Viertklässler von damals sind heute Oberschüler oder Gymnasiasten. Aber die nachgerückten Grundschüler haben jetzt immer noch etwas von diesen ersten wirtschaftlichen Bemühungen. „Julian Heinisch war Teamleiter, lud etwa dreimal monatlich zur Teambesprechung ein“, erläutert Raphaela Heine. Ihr Sohn Fritz besucht derzeit die erste Klasse. Sie hatte im Ganztagsunterricht das Junior-Projekt mit den Schülern angeleitet. „Es gefiel ihnen, dass sie am Computer arbeiten, dort ihre Texte schreiben und Fotos selber in die Dateien laden konnten. Sie mussten mit Geld umgehen, Quittungen schreiben, auch den Verkauf der jeweiligen Ausgabe selber jedes Mal anschieben – und lernten dabei kennen, dass es für jede Ausgabe neu mit einer gewissen Mühe verbunden ist.“ Neben den Erlösen aus dem Verkauf, einem Euro pro Exemplar, mussten des weiteren unter den Unternehmen Unterstützer gefunden werden für Anzeigen “, so die Grimmaer Heilpraktikerin und Dozentin für betriebliches Gesundheitsmanagement – „alles funktionierte wie in einem richtigen Unternehmen.“ Außerdem konnten sich Eltern über einen Fonds finanziell an dem Projekt beteiligen. Der Trinkwasserversorger, die OEWA Trinkwasser und Abwasser GmbH, begleitete das Projekt ebenso wie der ortsansässige Sanitärmeister Frank Schulz. Die jährlichen Kosten für einen neue Filter trägt die Stadt Leisnig, wurde vereinbart.

Ganz so einfach sei es insgesamt nicht gewesen, sagt Raphaela Heine lachend. Aber es habe sich gerade deshalb gelohnt. „Die Kinder haben ihr Ziel erreicht und erfahren: Wer sein Trinkwasser ein Stück verbessern will, sollte sich darum bemühen und dann kann das auch gelingen.“

Von Steffi Robak

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