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So krank ist der Landkreis Mittelsachsen

DAK-Gesundheitsreport So krank ist der Landkreis Mittelsachsen

Den Gesundheitsreport 2017 der DAK stellte am Dienstag Christian Baier, Chef der DAK-Gesundheit in Döbeln, vor. Zum zehnten Mal in Folge liegen damit regionale Daten für den Landkreis Mittelsachsen vor. Zudem befasste sich die DAK mit Schlafproblemen der Sachsen.

Etwa jeder zehnte Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren in Ostdeutschland klagt über Schlafstörungen. Oft fängt das Problem aber schon bei der Schlafhygiene an.
 

Quelle: DDP

Döbeln.  Der Krankenstand der Bevölkerung in Sachsen ist im vergangenen Jahr leicht auf 4,5 Prozent gesunken. Der Krankenstand im Landkreis Mittelsachsen lag mit 4,8 Prozent leicht darüber, ist aber ebenfalls geringfügig gesunken. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport 2017 der DAK-Gesundheit hervor.

Christian Baier, Leiter des Döbelner Servicezentrum der Gesundheitskasse, stellte gestern am Klinikum Döbeln die regionalen Daten für den Landkreis Mittelsachsen vor. Diese werden direkt mit dem Bundes- und Landesreport der Krankenkasse verglichen. Das Döbelner Servicezentrum der DAK betreut etwa 10 000 Versicherte. Etwa 49 000 der 313 000 Einwohner des Landkreises Mittelsachsen sind bei der DAK versichert.

Fast ein Viertel (23 Prozent) aller Fehltage von Arbeitnehmern im Landkreis gehen auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurück. Auf Rang zwei der Krankmeldungen kommen in der Region Verletzungen (16,3 Prozent) und Erkrankungen des Atmungssystems (14,4). Auf Rang vier kommen psychische Erkrankungen, die aber im Gegensatz zum übrigen Sachsen in Mittelsachsen leicht zurückgingen. Etwas mehr als ein Drittel (34 Prozent) aller Krankschreibungen dauern einen bis drei Tage. 27,7 Prozent der Krankmeldungen dauern zwischen vier und sieben Tagen. Langzeiterkrankungen mit Fehltagen von 43 Tagen und mehr machen in dieser Statistik 4,5 Prozent der Fälle aus. Allerdings sind diese Langzeiterkrankungen für 45,3 Prozent aller erfassten Fehltage verantwortlich.

Besonderes Augenmerk legte die DAK in diesem Jahr auf das Thema Schlafstörungen. Zwischen 2009 und 2016 stieg die Zahl der von Schlafstörungen Betroffenen in ganz Ostdeutschland von 4,8 auf 10,3 Prozent. Auch in den westlichen Bundesländern ist Ähnliches zu beobachten, so Dr. Andreas Prokop, Amtsarzt im Landratsamt Mittelsachsen. 70,9 Prozent der im Vorjahr in Sachsen befragten 35- bis 65-Jährigen gaben an, in den letzten vier Wochen von Einschlaf- und Durchschlafproblemen geplagt worden zu sein. Allerdings gehen nur sechs Prozent der Betroffenen deswegen zu einem Arzt.

Im Schlaflabor der Helios-Klinik Leisnig werden an den vorhandenen fünf Ableitplätzen 300 Patienten im Jahr im Durchschnitt etwa zwei Nächte lang diagnostiziert. Etwa drei Monate beträgt die Wartezeit für einen Termin im Schlaflabor. „Zunächst klärt der Hausarzt, Internist oder Facharzt ab, ob organische Ursachen für Schlafstörungen vorliegen, bevor die Patienten bei uns landen“, sagt Oberarzt Thomas Michel vom Leisniger Schlaflabor. Im gewissen Maße ist Schnarchen etwa bei Männern und Frauen normal, Atemaussetzer oder andere Störungen sind es aber nicht. „Schlafstörungen nehmen im Alter zu“, so der Schlafexperte. „Oder sie werden dann stärker wahrgenommen“, ergänzt Dr. Rudolf Lehle, Chefarzt der Bathanien-Klinik Hochweitzschen.

Einig sind sich beide Experten aber, dass Schlafstörungen auch auf gesellschaftliche Veränderungen zurückzuführen sind. So sei die Schlafhygiene vieler Menschen eine hausgemachte Katastrophe. Abendrituale wie bei Kindern üblich (gemeinsames, nicht so spätes Abendessen, Zähneputzen, Gutenachtgeschichte und ins Bett) fielen weg. Es fehle bei vielen Betroffenen an Konstanz im Tagesablauf und an Ritualen. Stattdessen finden sich Fernseher, Tablets, Handy als Schlafkiller im Schlafzimmer, und die Heizung läuft bei 23 Grad. Gesunder Schlaf hat etwas mit Vorbereitung zu tun und ist nicht erzwingbar“, erklärt Dr. Rudolf Lehle.

Von Thomas Sparrer

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