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Döbeln So sieht bezahlbares Wohnen für die Generation 60 Plus aus
Region Döbeln So sieht bezahlbares Wohnen für die Generation 60 Plus aus
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16:56 10.03.2017
Katja Näther, Projektverantwortliche der Döbelner Wohnungsgenossenschaft Fortschritt, präsentiert das Bad der neuen Musterwohnung in Döbeln-Ost. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Zwei Schlüsseldrehungen im Türschloss und der vergessene Wasserhahn in der Küche schließt sich. Die Türklingel sorgt neben der Akustik für ein auffälliges Blinken im Wohnzimmer. Beim Drücken des Notrufknopfes meldet sich eine freundliche Stimme aus der DRK-Notrufzentrale und fragt, wie sie helfen kann.

Das sind nur einige Neuerungen, welche am Freitagvormittag bei der feierlichen Eröffnung der neuen Projektwohnung der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in der Käthe-Kollwitz-Straße 17 in Döbeln-Ost I vorgeführt wurden. In die neu eingerichtete und ausgestattete 48 Quadratmeter Zweiraumwohnung flossen alle Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Projekt „Alles unter einem Dach – das Döbelner Modell“ ein. Gemeinsam mit dem Gesamtverband der Krankenversicherungen, dem Verband Sächsischer Wohnungsgenossenschaften und weiteren Partnern wurde das Projekt gestartet.

„Nach zwei mit viel Technik, Sensoren und Assistenzsystemen ausgestatteten Wohnungen ging es nun um Dinge, die auch unseren weniger technikaffinen Mietern Nutzen bringen“, sagt Stefan Viehrig, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt. So gab es 2014 eine intensive Wohngebietsanalyse. Diese wurde unter anderem wissenschaftlich begleitet von der Arbeit Technik Bildung gGmbH (ATB) aus Chemnitz. „Wir haben uns mit älteren Mietern über ihre Alltagsprobleme unterhalten und Pflegedienste gefragt, was sie sich vorstellen würden, damit eine Wohnung so beschaffen ist, dass sie sich entsprechenden Lebenssituationen etwa nach Schicksalsschlägen oder bei Pflegebedürftigkeit der älteren Bewohner anpassen lässt“, beschreibt Philine Meyreiß (29), wissenschaftliche Mitarbeiterin der ATB aus Chemnitz.

Herausgekommen sind schwellenlose, 90 Zentimeter breite Türen sowie ein modernes Bad mit bodengleicher Dusche. Alles ist so hergerichtet, dass man mit Rollator oder Rollstuhl noch genug Bewegungsfreiheit hat. Dem trägt auch die Küche Rechnung. Statt der in diesen Wohnungen üblichen geschlossenen und schlauchartigen Sechs-Quadratmeter-Küche, in der sich Frieda samt Rollator kaum bewegen kann, während Fritz allein in der Stube vorm Fernseher sitzt, wurde die Wand geschickt versetzt und entstand eine offene Küche mit viel Platz. „Wir wollten schon mit dem Grundriss die Kommunikation der älteren Menschen fördern, helfen. Während der eine Partner kocht, können sie miteinander reden oder gemeinsam fernsehen“, schildert Katja Näther, Projektverantwortliche der WGF. Auch mit dem Farb- und Lichtkonzept wurde auf älterwerdende Mieter eingegangen. Die frühlingshaften Wandfarben wurden so gewählt, dass sie von älteren Menschen gut erkennbar sind. Der Vinylfußboden ist rutschfest. Beleuchtete Schalter und Bewegungsmelder beim Flurlicht bieten Sicherheit. Alle Steckdosen wurden auf 60 Zentimeter angehoben, damit sich die Bewohner im Alter von 60 Plus weniger tief bücken müssen.

Wohnungsgenossenschaft Fortschritt präsentiert umgesetzte Forschungsergebnisse in einer Musterwohnung

Die Musterwohnung steht nun Beispielhaft für die Möglichkeiten innerhalb des Wohnungsbestandes der WGF. Allein diese 48-Quadratmeter-Zweiraum-Wohnung gibt es in Döbeln-Ost 138 mal im Bestand. In den nächsten drei Monaten steht die Wohnung mit den umgesetzten Forschungsergebnissen des Projektes allen Interessenten offen. In diesem und nächstem Jahr wird der Block noch energetisch saniert und erhält 2018 Balkone. Die voll ausgestattete Musterwohnung samt Balkon und Einbauküche soll 444 Euro Warmmiete kosten und auch für kleinere Renten noch bezahlbar sein.

Von Thomas Sparrer

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