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Solarstromspeicher Thema Nummer Eins auf Chorener Messe

50 Aussteller Solarstromspeicher Thema Nummer Eins auf Chorener Messe

Einen Mercedes ohne Räder? Gab es am Sonnabend zu sehen auf der 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren. Hier stellten mehrere Zulieferer neue Speichersysteme für Solarstrom vom Hausdach vor. Aber auch Modulhersteller, Montagesysteme und Handwerker hatten am Sonnabend viel Zulauf.

Austaschen mit Experten: Dachdecker Andreas Götze im Gespräch mit interessierten Messebesuchern.

Quelle: Gerhard Dörner

Choren. Einen Mercedes ohne Räder? Gab es am Sonnabend zu sehen auf der 16. Solar- und Handwerkermesse in Choren. Hier stellten mehrere Zulieferer neue Speichersysteme für Solarstrom vom Hausdach vor. Am Stand von Thomas Kapera, Vertreter der Baywa-Sparte Regenerative Energien (r.e.), tummelten sich einige Besucher, um den schnittigen, grauen Kasten in der Größe eines Briefkastens mit verchromtem Mercedes-Stern zu sehen. „Wir beabsichtigen, Sonnenstrom zu nutzen, aber die Richtung ist noch unklar“, sagte Frank Kroschwald, der mit Ehefrau Sabine extra aus Großschirma gekommen war. „Das hat etwas Licht ins Dunkel gebracht. Wichtig ist abschätzen zu können, was man einspart“, meinte Sabine Kroschwald und ihr Mann ergänzte: „Der Preistrend beim Strom ist steigend, aber den Strom ins Netz zu schicken, ist nur eine Notlösung.“

Abhilfe schaffen hier Speichersysteme für den Haushalt, die es nicht nur von Mercedes, sondern von vielen anderen Herstellern im handlichen Kleinformat gibt. Ob in der Größe eines Schulranzens für drei Kilowatt (kW) oder so groß wie ein mittlerer Heizkörper mit zehn kW – Lösungen gibt es für alle Hausgrößen oder Firmengebäude. „Alle Speicher folgen dem gleichen Prinzip. Die Energie eine Photovoltaik-Anlage wird selbst verbraucht oder gespeichert, man muss nur schauen, welche Batterie passend ist“, erklärte Kapera. Das Besondere bei Mercedes: Mehrere 2,5 kW-Speicher lassen sich übereinanderstapeln. So kann eine Familie mit einem Kind mit einem Speicher anfangen und bei wachsender Kinderzahl und damit steigendem Verbrauch weitere Module zukaufen.

Noch vor etwa vier Jahren waren die Speicher für den Solarstrom groß wie Kleiderschränke. Doch seit der Abkehr von der Blei-Säure-Technologie hin zu Lithium-Ionen-Batterien sind sie stark geschrumpft. Dadurch rückt man dem Traum von der Selbstversorgung im Eigenheim näher. „Die letzten zehn Prozent sind am schwierigsten. An einem Sommertag ist man fast ganz vom Netz unabhängig. Aber im tiefen Winter kann es sein, dass tagelang kein Strom produziert wird. Im Durchschnitt sind zwei Drittel Eigenversorgung realistisch“, sagte Kapera. Zugleich gibt es Systeme, bei denen der Sonnenstrom zugleich selbst genutzt und gespeichert wird und erst der Überschuss für etwa 12 Cent pro kW-Stunde ins Netz abgegeben wird.

Für Bernd Müller aus Wermsdorf klang das alles noch wie ein Traum. Rund 5000 bis 10 000 Euro für eine Speicheranlage mit Steuerungseinheit und alles wird automatisch gelenkt. „Das klingt alles so traumhaft, den Strom nutzen, das Auto einfach aufladen. Aber ich habe ein Haus auf dem Dorf und wer weiß, ob das später weiter genutzt wird. Das ist schon eine große Investition“, meinte er.

Was gerade die Besucher betraf, die noch gar keine Solarmodule haben. Denn je nach Dachkonstruktion kann die Halterung unterschiedlich viel kosten, wie Jens Tauchmann vom bayrischen Montagesystemhersteller Regtec erklärte: „Trapezblechdächer sind günstig, Flachdächer teurer, weil extra Profilständer notwendig sind. Ein Haus mit Ziegeldach liegt da irgendwo dazwischen.“ Dazu komme die Schneelastzone des Hauses. In der Region Döbeln schwankt diese zwischen zwei und drei von vier Zonen. Rund 1500 Euro würde hier allein die Halterung für ein durchschnittliches Eigenheim mit Ziegeldach kosten, erklärte Tauchmann.

Fazit des Messebesuchs: Auch bei sinkender Einspeisevergütung wird Solarstrom immer spannender. Und: Auch mit einem Mercedes im haus kann man die Umwelt schonen.

Von Sebastian Fink

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