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Soldaten, Huren und Marktweiber tummeln sich auf dem Schlossberg

Döbelner Heimatfestspiel: Soldaten, Huren und Marktweiber tummeln sich auf dem Schlossberg

Kanonendonner und Hurengeschrei auf dem Schlossberg in Döbeln: Unmittelbar vor der Schlossbergschule spielen sich wilde Szenen ab. Hübschlerinnen umgarnen die Männer. Marktweiber keifen. Da zieht Pulverdampf über den Schlossberg. Bis zur Premiere des Heimatfestspiels zur 1035-Jahrfeier Döbelns proben die über 50 Laiendarsteller jetzt wöchentlich auf dem Schlossberg.

Als Hübschlerinnen umgarnen Kathrin Fuchs, Claudia Ahnert, Kerstin Kunze, Ulla Otto und Tanja Richter-Kelm (v.l.) die Mitspieler des Heimatfestspiels. Bis zur Premiere am 17. Juni zur 1035-Jahrfeier Döbelns proben die über 50 Laiendarsteller jetzt wöchentlich auf dem Schlossberg.

Quelle: Thomas Sparrer

Döbeln. Kanonendonner und Hurengeschrei auf dem Schlossberg in Döbeln: Unmittelbar vor der Schlossbergschule spielen sich erschütternde Szenen ab. Hübschlerinnen tanzen und umgarnen die Männer. Marktweiber keifen. Amtmann Friedrich Lützkendorf schafft schließlich Ordnung und beendet das Gewimmel. Doch da zieht Pulverdampf über den Schlossberg. Coporal Martin Klemmt und sein Musketier Manfred Kempe vom Churfürstlich-sächsischen 3. Kreisregiment fliehen vor dem Beschuss der Preußen.

„Eine Stadt zwischen den Fronten“ heißt das kleine Historienstück, das in dieser Woche auf dem Schlossberg geprobt wurde. Es ist eines von drei Schwänken des diesjährigen Festspieles anlässlich des 11. Döbelner Heimatfestes zur 1035-Jahrfeier der Stadt. 35 aus dem öffentlichen Leben bekannte Döbelner proben dafür schon seit Wochen. Dazu kommen noch sieben Kinder und zehn stilechte Soldaten des dritten Churfürstlich-sächsischen Kreisregimentes aus Dresden. Angeführt werden diese Soldaten von Regimentsinhaberin Henriette Charlotte Gräfin von Rogucka. Die heißt im wahren Leben Jutta Nestler und führt die Dresdner Traditionsgruppe unter dem Dach der Interessengemeinschaft Dreispitz an. „Wir wollen beim Heimatfestspiel in Döbeln für Authentizität sorgen und die Geschichte sowie den Schrecken der Kriege lebendig halten“, schildert sie. Im Regiestuhl auf dem Schlossberg sitzt Angela Petzold vom Kulturamt der Stadt. Sie dirigiert die Darsteller, erklärt dem Feuerwerke, wann es wo krachen muss,und hat die Texthefte auf dem Schoss. Sie ist gemeinsam mit Schauspieler Norbert Hein auch Autorin der drei historischen Schwänke des diesjährigen Heimatfestspiels.

Neben dem in dieser Woche geprobten Stück aus dem siebenjährigen Krieg, handelt ein anderer Schwank vom Ablasshandel um das Jahr 1508 und von einem Geistlichen aus Pirna, der damals im Döbelner Rathaus Luthers Lehren predigte. Im dritten Schwank geht es um den Weinschank zu Döbeln im Jahre 1729. „Wenn Stadtmauern erzählen“ ist das gesamte Heimatfestspiel auch dieses Mal überschrieben. Es lebt von historischen Bezügen zur Stadtgeschichte und vor allem von den stadtbekannten Darstellern wie der Reformhausverkäuferin, der Horterzieherin, der Schulleiterin, der Steuerberaterin, der Bibliotheksleiterin, dem Maler oder dem Heimatforscher. Barbara Heller etwa ist zum zweiten Mal bei den ehrenamtlichen Schauspielern dabei und begeistert: „Es macht nicht nur Spaß, ich tue das auch zum Andenken an meinen Vater. Er leitete früher die Laienspielgruppe bei Decenta und er liebte das Heimatfestspiel“, sagt Barbara Heller.

Ab nächsten Mittwoch, dem 18. Mai, gibt es in der Stadtinformation Döbeln die Karten für das Heimatfestspiel. Premiere ist am Freitag, dem 17. Juni um 18 Uhr. Eine weitere Aufführung ist am Sonnabend, dem 18. Juni, um 17 Uhr.

Von Thomas Sparrer

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