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Döbeln Sonnenhof Ossig erwacht aus Dornröschenschlaf
Region Döbeln Sonnenhof Ossig erwacht aus Dornröschenschlaf
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09:49 07.04.2016
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Ossig/Döbeln

Der Döbelner Unternehmer Thomas Partzsch hat den Sonnenhof in Ossig gekauft. Die Immobilie, die vor der Jahrtausendwende aufwendig saniert und dann als Bildungs- und Seminarzentrum mit Hotel genutzt wurde, steht wegen Insolvenz seit fast elf Jahren vollständig leer. Nun will der erfolgreiche Wirtschaftsmann und Chef der Firmengruppe Partzsch das Objekt wiederbeleben.

Was hat er damit vor? Dazu gab Gaby Zemmrich vom gleichnamigen Waldheimer Immobilienservice am Mittwoch Auskunft, die für den neuen Eigentümer die Immobilie entwickelt und vermarktet. Ziel sei es, aus dem Sonnenhof wieder ein Landhotel zu machen. Schon seit einiger Zeit laufen laut Zemmrich Gespräche mit einem potenziellen Betreiber sowie künftigen Nutzern. „Seit 2003 war der Sonnenhof ungenutzt. Deshalb ist an dem Gelände sowie am Hotel, der Gastronomie, der Kegelbahn und der Schießanlage eine Menge zu tun. In den letzten 13 Jahren haben sich zudem viele technische Vorschriften geändert, die nun für eine Wiederinbetriebnahme zu beachten sind“, sagte dazu Gaby Zemmrich. Das sportliche Ziel sei es, bis September dieses Jahres den Sonnenhof saniert und renoviert zu haben. Eine Neueröffnung als öffentliches Landhotel „Sonnenhof“ sei für Mitte oder Ende September geplant.

Mit einem potenziellen Betreiber aus der Region sei die Partzsch Grundstücksverwaltung und der in ihrem Auftrag handelnde Immobilienservice von Gaby Zemmrich schon handelseinig. Die Verträge seien unterschriftsreif. Parallel zu den Vertragsverhandlungen seien Gespräche geführt worden, um dem „Sonnenhof“ einen potenziellen Kundenstamm für den Start an die Hand zu geben. So werde etwa die Firmengruppe Partzsch ihre Kunden und Gäste in dem Landhotel unterbringen sowie ihre Seminare und Veranstaltungen dort abhalten. Auch mit anderen Unternehmen der Region sowie dem Klinikum Döbeln wurden Gespräche geführt, damit auch diese den Sonnenhof mit nutzen.

„Wir freuen uns, dass nach so langer Zeit ein Investor für die Gebäude gefunden ist und dass dieser auch noch aus unserer Region stammt. Nun sind wir gespannt, was daraus wird“, sagte Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos).

Im Umfeld des Gebäudekomplexes ist schon deutlich zu erkennen, dass dieser seinen Dornröschenschlaf beendet hat. Die Schilder mit der Aufschrift „Zu verkaufen!“ sind verschwunden. Auf dem Parkplatz arbeitet ein Minibagger. Männer entfernen den Pflanzenwildwuchs, der im Laufe der Jahre die Flächen überwuchert hat. Der Vergleich mit einem Dornröschenschloss ist deshalb gar nicht so verkehrt.

Mit Millionen-Beträgen hatten in den 1990er Jahren die Eigentümer das Objekt herausgeputzt. Aus dem ehemaligen Bauernhof entstanden ein Bildungs- und Seminarzentrum sowie ein Hotelkomplex, der neben Gästebetten über Restaurant, Bowlingbahn, Fitnessraum und sogar über eine Schießanlage verfügt. Mit Liquiditätsproblemen des damaligen Betreibers, des Vereins Interschool, begann zur Jahrtausendwende auch schon wieder der Niedergang des Bildungszentrums und des Sonnenhofes. Die Vereinsvorsitzenden wechselten häufig. Referenten erhielten kein Geld, obwohl der Europäische Sozialfonds Fördermittel für Kurse bereit gestellt hatte. Am Ende soll auf der Einrichtung eine Belastung von mindestens 15 Millionen Euro bestanden haben. Im Juli 2002 meldete der Verein Interschool Ossig Insolvenz an. Ein Jahr später schloss das Hotel. Vorübergehend ließ sich mit der Deutschen Privaten Finanzakademie ein neuer Bildungsträger in den Räumlichkeiten nieder, doch auch diese zog sich bald zurück. Seit Januar 2005 steht der Komplex vollständig leer. In den zurückliegenden Jahren gehörte die Immobilie der Bankaktiengesellschaft (BAG) in Hamm. Mehrere Male gab es vermeintliche Käufer und Investoren, ein Verkauf kam aber bis jetzt nie zustande.

Die Firmengruppe Partzsch stellt in einem Betrieb in unmittelbarer Nachbarschaft des Sonnenhofes Ossig Spezialdrähte her. Mehrere Millionen Euro hat sie in das Werk investiert. Außerdem kaufte sie bereits ein Gebäude neben dem Sonnenhof, das als Wohnheim für Arbeitskräfte fungieren soll.

Von Olaf Büchel und Thomas Sparrer

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