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Sozialministerin zu Gast: Döbelner wünschen sich Seniorenbeirat

Gutes Leben im Alter Sozialministerin zu Gast: Döbelner wünschen sich Seniorenbeirat

Wie stellen sie sich vor, im Alter zu leben? Diese Frage richtete die sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch am Donnerstag im Döbelner Volkshaus an Senioren der Region. Mit etwa zehn Rentnern waren zwar nur wenige der Einladung gefolgt, doch die hielten mit ihren Ansichten nicht hinterm Berg.

Fit im Alter: dazu soll der neue Mehrgenerationensportplatz in Döbeln-Ost beitragen.
 

Quelle: Sven Bartsch

Region Döbeln.  Wie stellen sie sich vor, im Alter zu leben? Diese Frage richtete die sächsische Sozialministerin Barbara Klepsch (CDU) am Donnerstag im Döbelner Volkshaus an Senioren der Region. Mit etwa zehn Rentnern waren zwar nur wenige der Einladung gefolgt, doch die hielten mit ihren Ansichten nicht hinterm Berg. Auf der Wunschliste ganz oben stehen: so lange wie möglich ein selbst bestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen zu können, immer eine auskömmliche Rente zu haben und in Döbeln einen Seniorenbeirat ins Leben zu rufen.

„Uns geht es darum, weitere, neue Ideen zu entwickeln, Modellprojekte anzuschieben. Wir schreiben hier alle ihre Vorschläge auf und prüfen dann, wie wir Menschen im Alter künftig unterstützen können“, sagte Babara Klepsch, die sich abwechselnd an beide Diskussionstische im Volkshaus setzte, um mit den Döbelnern ins Gespräch zu kommen.

„Die Menschen möchten so lange es geht in ihrem eigenen Zuhause leben. Das betreute Wohnen kann da eine gute Ergänzung oder Zwischenstufe sein. Wir hier in Döbeln haben damit schon gute Erfahrungen gemacht“, erklärte Martin Friebel (70), früher selbst Leiter eines Seniorenheimes. Bei der Entscheidung „Heim oder nicht Heim“ hänge nach seinen Erfahrungen viel von den Kindern der Betroffenen ab. Friebel: „Es gibt da so einen Trend: Wenn die Mutter 80 ist, versuchen wir sie runter auf 60 zu trimmen.“ Wenn es keine andere Lösung mehr gibt als das Heim, dann sollte das Personal dort zumindest mit mehr Kompetenzen ausgestattet sein, auch in Richtung Palliativmedizin – so die übergreifende Meinung.

Alleinstehende Senioren, die keine Witwenrente erhalten, haben es schwer, finanziell um die Runden zu kommen, sprach Brigitte Gabsch (82) die Themen Mindestrente und Altersarmut an. „GEZ muss ich jetzt 51 Euro statt früher 17 Euro bezahlen, obwohl ich nur ein Radio habe. Ich brauche ein Girokonto, für das ich Gebühren bezahlen muss. Das Fahren mit dem Bus ist teuer, die Tarife sind undurchsichtig. Kultur gibt es in Döbeln genug, doch sie muss auch bezahlbar sein“, listete die Döbelnerin auf. Elke Makk (58), die für die Wohnungsgenossenschaft Fortschritt als Seniorenbetreuerin tätig ist und sich deshalb auskennt, pflichtet bei: „Das sind Miete, Medikamente, Strom, Lebensmittel, öffentliche Verkehrsmittel zu bezahlen. Bei vielen Alleinstehenden reicht das Geld am Ende nicht mehr für einen Theaterbesuch.“

Alle waren sich einig, dass ein Seniorenbeirat für Döbeln gut wäre. Interessen vieler Menschen und Institutionen könnten dort gebündelt werden. Martin Friebel: „Es gibt so viele Ideen und Erfahrungen, von denen auch andere profitieren könnten. Doch wenn sie niemand zusammenführt, dann geht das verloren. Ich bedauere, dass es in Döbeln keinen solchen Beirat gibt. Hier müsste die Stadtverwaltung mehr tun.“

Siegfried Heymann (74) sagte, was er unter einem guten Leben im Alter versteht: „Dass ich möglichst gesund bin, einen guten Wohnkomfort und ein gutes Wohnumfeld habe, dass Geld übrig bleibt, um mich am kulturellen Leben beteiligen zu können und dass ich nicht einsam bin.“

 

Von Olaf Büchel

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