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Döbeln Sparkasse Mittelsachsen soll Sachsen-Finanzgruppe verlassen
Region Döbeln Sparkasse Mittelsachsen soll Sachsen-Finanzgruppe verlassen
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23:13 11.11.2013

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Mittelsachsen. Die Sparkasse Mittelsachsen mit Sitz in Freiberg soll die Sachsen-Finanzgruppe (SFG) verlassen. Das erfuhr die DAZ aus mehreren Quellen. Demnach ist das ein Thema im Verwaltungsrat dieses Kreditinstitutes. Für den Kreis hätte das Ausscheiden einen Vor- und einen Nachteil: Zum einen wäre er wieder Herr über die Sparkasse, die seinen Namen trägt und würde von deren Gewinnausschüttungen profitieren. Zum anderen müsste er einen zweistelligen Millionenbetrag aufbringen, um sich gewissermaßen aus dem Finanzverbund herauszukaufen. Der entstand im Freistaat ursprünglich mit dem Ziel, bei größeren Geschäften besser abgesichert zu sein und enger mit anderen Sparkassen und der Sächsischen Landesbank verbunden zu sein (siehe Kasten). "Die Sachsen-Finanzgruppe ist nur noch ein Rumpf", sagt CDU-Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann. Sie plädiert dafür, die SFG aufzulösen. "Der eigentliche Zweck dieser Gruppe ist entfallen. Es ist eine logische Schlussfolgerung, dass man sie auflöst", sagt Veronika Bellmann mit Blick auf den Notverkauf der fast insolventen sächsischen Landesbank an die Landesbank Baden-Württemberg.

"Ich persönlich würde den sofortigen Austritt der Sparkasse Mittelsachsen aus der SFG befürworten", sagt die SPD-Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete Dr. Simone Raatz. Die SPD war immer gegen den Beitritt, der Landrat war immer ein starker Befürworter", sagt sie über die Geschichte, wie die Mittelsächsische Sparkasse zur SFG kam. Die Döbelner Sparkasse ist übrigens nie in diesen Finanzverbund eingetreten und überweist jährlich Geld aus ihrem Gewinn an ihren Träger, den Landkreis Mittelsachsen. Auch mit Blick auf dieses zweite kommunale Kreditinstitut findet Simone Raatz: "Mit dem Austritt der Sparkasse Mittelsachsen und der Fusion mit der Döbelner Sparkasse wären wir in Mittelsachsen dann insgesamt gut aufgestellt. Sollte uns das nicht gelingen, sind wir alle irgendwann ein Anhängsel der Ostsächsischen Sparkasse Dresden." Zu möglichen Fusionen, ob nun mit der Dresdner oder der Döbelner Sparkasse, gibt Veronika Bellmann zu bedenken: "Die Sparkasse Döbeln zeigt deutlich, dass auch kleine Sparkassen sehr gut wirtschaften können."

Abgeordneten-Kollegin Raatz stellt sich beim Thema SFG grundsätzliche Fragen: "Prinzipiell wäre es mal interessant zu erfahren, was uns der Beitritt zur SFG nun wirklich gebracht hat. Für mich sind nur Nachteile erkennbar und ein finanzieller Verlust von 19 Millionen Euro beim Austritt." Dieses Geld müsste im Zweifel der Landkreis bezahlen, um sich aus dem Verbund herauszukaufen. Der Betrag berechnet sich aus der Differenz des Unternehmenswertes zum SFG-Eintritt und dem Wert zum Austritt. "Dazu kommen noch Bewertungsmethoden, die noch nicht bekannt sind", erfuhr die DAZ aus dem Umfeld des Verwaltungsrates der Sparkasse. Darum seien die 19 Millionen Euro eine vorläufige Zahl. Der Landkreis Erzgebirge hat zwölf Millionen Euro bezahlt, um der SFG zu entkommen. "Die Unternehmensplanung der SFG ist durch eine deutliche Kostensteigerung innerhalb der SFG geprägt. Durch Verwaltungskosten und Aktivitäten der SFG fallen in jedem Jahr Aufwendungen im Millionenbereich an. Diese sind von den Instituten aufzubringen", begründet Erzgebirgs-Landrat Frank Vogel (CDU), den Austritt der Erzgebirgssparkasse. Mittelsachsens Kreischef und Vorsitzender der Anteilseignerversammlung der SFG, Volker Uhlig (CDU), lässt über seine Pressestelle für die Sparkasse Mittelsachsen ausrichten: "Eine Ausschüttung erhielt der Landkreis nicht, sie flossen in die entsprechenden Rücklagen." Zumindest für die Geschäftsjahre bis 2012 mag das stimmen. Für 2012 wies die Sparkasse Mittelsachsen rund 1,5 Millionen Euro Bilanzgewinn aus. So steht es im Jahresbericht der Bank, der im Bundesanzeiger veröffentlicht ist. Demnach ist der Bilanzgewinn weitgehend an die Sachsen-Finanzgruppe geflossen.

Volker Uhlig

Frank Vogel

Dirk Wurzel

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