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Spendersuche in Döbeln: Zwei kurze Minuten, die Leben retten können

Blutkrebs Spendersuche in Döbeln: Zwei kurze Minuten, die Leben retten können

Man kann einen Sonnabend damit verbringen, Leben zu retten. So wie es 315 potenzielle Stammzellspender aus Döbeln und Umgebung, zehn Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsverband Döbeln, zwölf Johanniter, einige Ehrenamtliche und Mitglieder des Vereins für Knochenmark- und Stammzellenspenden (VKS) aus Dresden taten.

Eine Helferin reicht das Wattestäbchen für den Wangenabstrich an eine potenzielle Stammzellenspenderin.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Man kann einen Sonnabend auch damit verbringen, Leben zu retten. So wie es 315 potenzielle Stammzellspender aus Döbeln und Umgebung, zehn Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) Ortsverband Döbeln, zwölf Johanniter, einige Ehrenamtliche und Mitglieder des Vereins für Knochenmark- und Stammzellenspenden (VKS) aus Dresden taten.

Für die Typisierung der Spendenwilligen wurden im von der Stadt Döbeln frei zur Verfügung gestellten Volkshaus Speichelproben entnommen. Aufgerufen hatte der Dresdner Verein in Zusammenarbeit mit Döbelner Institutionen, um einen Spender für die an Leukämie erkrankte Döbelnerin Isabell Schurig zu finden.

Isabell Schurig kam selbst am Sonnabendvormittag vorbei und beobachtete die Aktion. Auf die Frage wie es ihr geht, antwortet die 25-Jährige lächelnd: „Heute ist ein guter Tag.“ Sie zeigt sich dankbar und hoffnungsvoll. Dankbar gegenüber allen, die kommen und sich als Stammzellenspender typisieren lassen. Hoffnungsvoll, was die Auswertung der Proben und Findung eines Spenders für sie angeht.

Ronny Rehm, Vorstandsmitglied des VKS Dresden, erklärt: „Alle zwölf Minuten erkrankt jemand an Leukämie. Ziel der Typisierung ist es, den genetischen Zwilling der Patienten zu finden, um mittels Stammzellenspenden Blutkrebs zu bekämpfen.“ Informationen zum Ablauf eines solchen Eingriffs werden alle Spendern in Informationsheften erläutert. Die Chance, den genetischen Zwilling zu finden, liege bei etwa eins zu zwei Millionen. Diese Zahlen machen deutlich, wieso es so wichtig ist, sich als potenzieller Spender typisieren zu lassen.

Bereits in der ersten halben Stunde, freuten sich die Veranstalter der Aktion für Patientin Isabell Schurig über 50 Spender. Nach einem Gespräch mit Helfern über das Verfahren und den Ablauf musste jeder Spender eine Einverständniserklärung unterschreiben. Daniel Postelt vom THW ist zum ersten Mal Helfer bei einer solchen Aktion. Er erklärt, dass Menschen im Alter von 18 bis 55 Jahren an der Typisierung teilnehmen können. Mit der Einverständniserklärung wird geprüft, ob Infektionen oder chronische Erkrankungen bei dem jeweiligen Spender vorliegen, die ein Ausschlusskriterium wären.

Dann geht es weiter in den Nebenraum. Dort werden Speichelproben der Spender entnommen. „Wir haben uns bewusst dafür entschieden, Speichelproben statt Blutproben zu nehmen“, erläutert Ronny Rehm. Der Aufwand sei geringer, ebenso wie die Hemmschwelle der Spender. Maja Köhler und Kathleen Schulz sind zwei ehrenamtliche Helferinnen, die die Proben der Spender aufnehmen. Jeweils ein Wattestäbchen 30 Sekunden lang über die Wangeninnenseite streichen, mehr ist gar nicht nötig, um sich typisieren zu lassen. Die beiden Frauen wollen helfen und opfern dafür gerne ihren freien Tag. Die Typisierung der Spender nimmt hingegen nur zwei Minuten des Sonnabends in Anspruch. Zwei Minuten, die Leben retten können.

Die Aktion in Döbeln erfuhr zwar nicht so großen Zulauf, wie die letzte Typisierung in Ostrau mit 1150 neuen Spendern. Dennoch eint eines die Menschen, die an diesem Sonnabend in das Döbelner Volkshaus kommen: Sie wollen helfen. Da ist etwa Anja Zschiesche aus Döbeln. Die 35-Jährige ist spontan vorbeigekommen. „Es bewegt mich, dass immer häufiger zu solchen Aktionen aufgerufen wird“, so Anja Zschiesche. Der enorme Anstieg und die gewonnene Öffentlichkeit für das Thema hat sie überzeugt, selbst Spenderin zu werden. Auch Susanne Nöller hat sich an diesem Sonnabend typisieren lassen. „Ich komme aus dem medizinischen Bereich, bin Kinderkrankenschwester in Leisnig und verfüge bereits über ein ausgiebiges Helfersyndrom“, sagt Susanne Nöller. Der Sohn einer Arbeitskollegin sei mit Isabell Schurigs Sohn im Kindergarten, so erfuhr sie schon zeitig von der innerhalb zwei Wochen auf die Beine gestellten Aktion. „Es war für mich keine Frage, herzukommen“, erklärt sie ganz selbstverständlich. Und da sind Cornelia und Mirko Lemke aus Döbeln, die sich schon immer mal typisieren lassen wollten. Bisher fehlte die Zeit. Aber es sei ein Bedürfnis und eine sehr einfache Möglichkeit zu helfen. „Wir wissen schließlich nicht, ob wir nicht selbst einmal Hilfe brauchen“, formuliert Cornelia Lemke treffend.

Von Judith Schilling

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