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Döbeln Spindler: Rauswurf bewegt Leisnig
Region Döbeln Spindler: Rauswurf bewegt Leisnig
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16:20 28.04.2017
Generalmajor Walter Spindler zum Neujahrsempfang am 6. Januar beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Leisnig.  Quelle: Sven Bartsch
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Leisnig

Die Entlassung von Generalmajor Walter Spindler als Chefausbilder der Bundeswehr bewegt die Leisniger Gemüter besonders: Zum diesjährigen Neujahrsempfang des Bürgermeisters am 6. Januar erlebten die Anwesenden im vollen Saal des Schützenhauses den 62-Jährigen als Laudator für Siegfried Bretsch.

Den Vorsitzenden des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins verbindet mit dem hochrangigen Militär das Bemühen um das Andenken an den in Leisnig geborenen Friedrich Olbricht. Spindler trug sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Bürgermeister Tobias Goth (CDU) sieht keinen Anlass, an dem Eintrag etwas zu ändern. Er werde das im Rat nicht zur Diskussion stellen.

Um Olbricht-Ehrung verdient gemacht

Als General der Wehrmacht gehörte der in Leisnig geborene Olbricht zum Kopf des Attentats auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944. Die Ausbildungskaserne in Leipzig, Spindlers Wirkungsstätte, trägt Olbrichts Namen. Durch Spindlers Vermittlung war eine in Leisnig erarbeitete Ausstellung zum Widerstand um General Olbricht nicht allein in der Ausbildungskaserne in Leipzig, sondern auch an der Offiziersschule in Delitzsch und an der Unteroffiziersschule in Dresden zu sehen.

Eine Delegation aus Leisnig weilte am Jahrestag des Attentats in der Leipziger Kaserne. Siegfried Bretsch sagt: „Ich weiß nichts über die Vorgänge, die zu der Suspendierung führten. Deshalb will ich das nicht bewerten. Was Spindlers Verhältnis zu Leisnig anbelangt, möchte ich sagen: In diesem Punkt gibt es keine Abstriche zu machen. Unserer Arbeit als Verein stand Spindler mit Achtung gegenüber.“

Geachtet für klare Haltung

So sieht es auch Leisnigs Bürgermeister Tobias Goth (CDU). Zum Neujahrsempfang hatte er den Generalmajor ausdrücklich als Freund der Stadt Leisnig bezeichnet. „Mich hat es bedrückt, von der Demissionierung durch Ministerin von der Leyen zu erfahren. Meine Achtung gegenüber dem Mann, der mich mit seiner klaren Haltung zu Deutschlands Flüchtlingspolitik ebenso beeindruckte wie mit klaren Aussagen zu einem geeinten Europa wird das nicht beeinträchtigen.“

Von Steffi Robak

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