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Splitterschutzbunker aus 2. Weltkrieg bei Schachtarbeiten freigelegt

Körnerplatz Döbeln Splitterschutzbunker aus 2. Weltkrieg bei Schachtarbeiten freigelegt

Bei Kabelschachtarbeiten am Körnerplatz in Döbeln sind die Stadtwerke Döbeln im Park auf einen Splitterschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg gestoßen. Was Hobbyhistoriker freut, sorgt auf Seiten der Bauherren und bauausführenden Firma nicht unbedingt für Freudensprünge. Denn jetzt ruhen die Arbeiten erst einmal.

Hobbyhistoriker Andreas Riethig freut der Fund auf dem Körnerplatz. Bei Kabelschachtarbeiten ist dort ein Splitterschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg freigelegt worden.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Andreas Riethig freut der Fund, den die Mitarbeiter der Firma Klaus Bauer bei ihren Arbeiten im Auftrag der Döbelner Stadtwerke am Körnerplatz gemacht haben. Der Hobbyhistoriker beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Gebiet und hat die Existenz eines solchen Bunkers auch aufgrund vieler Informationen von langjährigen Anwohnern vermutet. Unterlagen, etwa im Archiv der Stadt Döbeln, existieren nicht zu dem unterirdischen Bau .„Als die Arbeiten hier angefangen haben, bin ich immer wieder her und hab darauf gewartet, dass etwas zum Vorschein kommt.“ Bereits als die Stadtwerke das neue Trafohäuschen im Park auf dem Körnerplatz gebaut haben, waren alte Fundemente aufgetaucht. Vermutlich existieren zu dem Bunker auch mehrere Gänge, Riehtig weiß ebenso von einem zweiten Eingang. Jener, der jetzt freigelegt wurde, hat eine Eisentür, die aktuell von Schutt verdeckt wird. Die Rampe, die hinunter zum Eingang führt, ist einigen Anwohnern noch aus der Kindheit bekannt. „Eine Dame hat mir erzählt, dass sie mit ihrem Schlitten da runter gefahren ist.“

Weil es in Sachsen eine Meldepflicht gibt, wenn bei Grabungen etwas gefunden wird, fanden sich gestern Mittag im feinen Dauerregen nicht nur Hobbyhistoriker Andreas Riethig an der momentan still stehenden Baustelle ein, sondern auch Carsten Thomas von der Firma Klaus Bauer, Uwe Kanigowski, Mitarbeiter Strom bei den Stadtwerken und Baustellenverantwortlicher sowie Dr. Michael Strobel vom Landesamt für Archäologie. Der begutachtete den Fund, der nun dokumentiert werden muss, und diskutierte das weitere Vorgehen an der Baustelle mit den Döbelnern. Bei den Schachtungen, die jetzt erst einmal ruhen, soll so wenig wie möglich vom Bunker zerstört werden. „Wenn wir alles eingemessen und fotografiert haben, wird er wieder zugeschüttet“, so Dr. Michael Strobel. „Wir haben jetzt keinen Anlass, weiter rein zu graben.“ Das klingt für die Baufirma zwar nicht ganz schlecht, Mehraufwand ist für sie und den Bauträger dennoch mit der Aktion verbunden. Die Fertiggestellung der Maßnahme verschiebt sich. Mitarbeiter der Baufirma mussten abgezogen werden. Das kostet, genauso wie die zusätzlichen Arbeiten, die jetzt anstehen. Zunächst muss der Abraum weggeräumt und der freigelegte Bunker gesäubert werden, damit eine ordentliche Fotodokumentation stattfinden kann. Am Montag sollen zudem Suchschlitze quer zur Kabeltrasse gestochen werden, um feststellen zu können, ob sich weitere Gänge in dem Bereich befinden, wo die zwölf Kabel nun alternativ 80 Zentimenter tief langgelegt werden sollen – nämlich am Eingang zum Bunker vorbei. „Das Wetter wird nicht besser und die Anwohner hier schon ungeduldig“, so Uwe Kanigowski, „weil wegen der vielen Gräben hier in dem Bereich Parkplätze fehlen.“ Um so wenig wie möglich Bäume in Mitleidenschaft zu ziehen, hatte man sich entschlossen, die Trasse nicht wie ursprünglich geplant quer durch den Park zu ziehen, sondern am Denkmal vorbei zum neuen Trafo-Standort. Die neue Trafostation musste gebaut werden, weil die Stadtwerke in dem Häuschen an der Ecke Waldheimer Straße/Körnerplatz nur eingemietet waren. Um sie hochwassersicher zu errichten, wurde der Platz mittig im Park, neben dem Denkmal gewählt.

Schon einmal war im Döbelner Zentrum ein Bunker aus dem 2. Weltkrieg freigelegt worden – bei Arbeiten auf dem Niedermarkt, dort, wo jetzt täglich jede Menge Fahrzeuge parken. Auch damals hatte es keine Unterlagen gegeben und der Bau ist verfüllt worden.

Von Manuela Engelmann

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