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Döbeln Sprachassistentin Maria aus Russland hat in Döbeln kein Heimweh
Region Döbeln Sprachassistentin Maria aus Russland hat in Döbeln kein Heimweh
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17:56 23.12.2016
Gut zwei Dutzend ganz persönliche Weihnachtsbriefe hat Maria Schlykowa (23) in die russische Heimat geschrieben. Bis Juni arbeitet sie als Sprachassistentin in Döbeln. Quelle: Sven Bartsch
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Döbeln

Etwa 2300 Kilometer entfernt von der Heimat feiert Maria Schlykowa aus der russischen Industriestadt Lipezk, 375 Kilometer südöstlich von Moskau, das Weihnachtsfest. Seit 20. Oktober ist die 23-jährige Diplomlehrerin für Englisch und Deutsch als Sprachassistentin am Lessing-Gymnasium Döbeln im Einsatz. Sie hilft als Muttersprachlerin beim Russischunterricht und sie wird von vielen Kolleginnen und Kollegen im Lehrerkollegium des Lessing-Gymnasiums wie ein Familienmitglied aufgenommen. Heimweh hat sie auch deshalb kaum und an Weihnachten auch nicht mehr als sonst. Denn das orthodoxe Weihnachtsfest in Russland wird erst am 7. Januar gefeiert. Die kirchlichen Feiertage in Russland richten sich nach dem Julianischen Kalender, der bis vor 95 Jahren in Russland noch galt. 40 Tage vor Weihnachten fasten die Gläubigen. So auch ihre Mutter. Mit ihr und weiteren Verwandten würde sie ansonsten am 6. Januar die Heilige Messe besuchen und am 7. Januar Weihnachten feiern. Das russische Jolka- oder Neujahrsfest sei das weltliche Gegenstück zum kirchlichen Weihnachtsfest.

Für Maria war nicht Paris sondern schon immer Dresden die Stadt ihrer Träume. Entsprechend groß war die Freude, als auf dem Bescheid für ihr Stipendium beim Pädagogischen Austauschdienst Döbeln in Sachsen stand. Dresden hat sie mittlerweile gesehen. Dank ihrer Lehrerkollegen am Lessing-Gymnasium ist sie überhaupt recht viel herumgekommen. Jetzt freut sich Maria auf das deutsche Weihnachtsfest. „Das ist neben den Sprachkenntnissen erlebte Landeskunde. Ich freue mich das zu erleben“, sagt die junge Frau. Ingrid Hoppke, ihre Lehrerkollegin am Gymnasium, hat die Sprachassistentin zu Weihnachten zu sich nach Hause eingeladen. Maria wird mit der ganzen Familien feiern und die Bescherung erleben. Sie selbst beschert sich heute mit einem Fahrrad. „Das ist in Deutschland günstiger zu haben“, sagt die sportbegeisterte, junge Frau, die mehrmals pro Woche zehn Kilometer läuft und im Fitnessstudio des Welwel trainiert. Gut zwei Dutzend persönliche Weihnachtsbriefe hat sie geschrieben: an die Mutter, Freunde, ihren früheren Lehrer an der Schule und ihre Vermieterin in der Studienzeit, die zu einer besten Freundin geworden ist.

„Das Lessing-Gymnasium und die Kollegen sind einfach toll“, schwärmt sie. Russischlehrerin Katrin Berge betreut sie. Auch sie lädt die Sprachassistentin oft zu ihrer Familie ein. Mit der stellvertretenden Schulleiterin Heike Geißler und ihrer Familie war sie auf Tour. „Wir waren im Erzgebirge auf dem Schwarzenberger Weihnachtsmarkt. Die Schwibbögen in fast jedem Fenster haben mich begeistert“, schwärmt sie. Mit einer anderen Kollegin vom Gymnasium war sie klettern. Mit dem Geschichte-Leistungskurs war sie in Leipzig unterwegs. Letzten Donnerstag stand ein Besuch der tschechischen Partnerschule in Usti an. Am vergangenen Wochenende war sie mit Schulleiter Michael Höhme und seiner Frau in Leipzig, nahm an einer Führung an der Uni teil und kletterte aufs Völkerschlachtdenkmal. „Ich habe Dank den Kollegen und vieler Hobbys gar keine Zeit für Heimweh“, lacht sie.

Zuhause ist Maria in der Halbmillionen-Stadt Lipezk, einem Industriezentrum mit Stahlwerken, Maschinenbau und chemischer Industrie sowie Heilquellen und der Universität, an der Maria studierte. Ob sie nach ihrer Heimkehr dort als Lehrerin oder als Dolmetscherin arbeiten wird, steht noch nicht ganz fest. Dolmetscher werden allerdings in Russland deutlich besser bezahlt.

Von Thomas Sparrer

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