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Döbeln Sprengstoffbauer aus Gleisberg brachte eigene Familie in Gefahr
Region Döbeln Sprengstoffbauer aus Gleisberg brachte eigene Familie in Gefahr
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14:24 29.11.2016
Bei einer Hausdurchsuchung fanden die zehn Kilogramm Sprengstoff. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Gleisberg

Der vergangene Woche mit rund zehn Kilogramm Sprengstoff in mehreren hundert illegalen Feuerwerkskörpern in seinem Haus verhaftete 22-Jährige stammt aus Gleisberg. Nach Informationen der Döbelner Allgemeinen Zeitung rückten die Polizei und Mitarbeiter des Roßweiner Ordnungsamtes am vergangenen Donnerstagvormittag gegen 9.30 Uhr im Ort an und durchsuchten das Haus, in dem der Mann mit seiner Familie lebt. Dort fanden die Beamten dessen Werkstatt, wo er offenbar zulassungspflichtige Feuerwerkskörper öffnete und aus dem enthaltenen Sprengpulver neue Knaller bastelte. „In Deutschland ist es nicht möglich, solche Feuerwerkskörper zu bekommen. Er hat sie sich über illegale Internetportale im Ausland besorgt“, sagte Kathlen Zink, Sprecherin des Landeskriminalamtes (LKA) in Dresden. Im so genannten Darknet (engl.: dunkles Internet) waren seine Aktivitäten vom LKA zuvor über längere Zeit beobachtet worden.

Mit der Handhabung und Lagerung des hochexplosiven Materials habe der Mann mindestens die eigene Familie in Gefahr gebracht, erklärte Zink. „Es bestand keine unmittelbare Gefahr, da der Sprengstoff trocken und sicher gelagert war, aber eine mittelbare Gefahr. Es kommt immer darauf an, wie sehr sich jemand damit auskennt und welche Grundkenntnisse er mitbringt.“ In einem Polizeitransporter wurde der Sprengstoff am Donnerstag gegen 11 Uhr abtransportiert. Ein Anwohner und Augenzeuge des Einsatzes, der namentlich nicht genannt werden wollte, beschrieb den Mann als unauffällig und die ganze Sache als „große Überraschung“.

Den jungen Mann erwartet wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz eine Haftstrafe bis zu drei Jahre, wobei er mehrfach illegal gehandelt habe. „Einfuhr, Besitz und Handhabung wie auch der Verkauf sind in Deutschland illegal“, sagte Zink. Ausnahmen bilden ausgebildete Pyrotechniker mit staatlicher Bescheinigung. Eine Verbindung zu den vielen Automatensprengungen in der Region in den vergangenen Monaten könne man nach den bisherigen Ermittlungen ausschließen, sagte Kathlen Zink. Der Mann ist inzwischen wieder auf freiem Fuß und wurde am Wochenende auch von Besuchern auf dem Roßweiner Weihnachtsmarkt gesehen.

Von sf

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