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Staatsanwalt klagt 57-jährige Feuerwerks-Händlerin aus Polen in Döbeln an

Tod durch Polenböller Staatsanwalt klagt 57-jährige Feuerwerks-Händlerin aus Polen in Döbeln an

Vor einem Jahr starb ein 19-Jähriger in der Gemeinde Striegistal, als er einen polnischen Feuerwerkskörper zündete. Sein Tod löste eine große Welle der Anteilnahme aus. Der Prozess gegen die Händlerin der Kugelbombe am Amtsgericht Döbeln könnte nun die alten Wunden der Trauer wieder aufreißen.

Diesen fußballgroßen Krater riss eine Kugelbombe aus Polen am Neujahrstag 2015 am Ufer der Großen Striegis in Mobendorf. Dabei starb ein 19-Jähriger.

Quelle: Dirk Wurzel

Mobendorf/Döbeln. Vor fast einem Jahr sprengte sich ein 19-Jähriger bei einer Silvesterfeier vor der Mobendorfer Gastwirtschaft „Wiesenmühle“ mit einem Polenböller in die Luft. Die strafrechtliche Seite dieses tragischen Unfalls am Neujahrsmorgen 2015 wird nun das Amtsgericht Döbeln aufarbeiten. Dort hat die Staatsanwaltschaft Chemnitz jetzt eine 57-jährige Polin angeklagt. Sie ist die Inhaberin eines Internet-Versandhandels für Feuerwerkskörper.

„Der Frau wird fahrlässige Tötung in Tateinheit mit strafbaren Umgang und Verkehr sowie strafbare Einfuhr nach dem Sprengstoffgesetz vorgeworfen“, teilt Oberstaatsanwältin Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, auf Nachfrage der DAZ mit. Karin Fahlberg, Presserichterin und derzeit amtierende Direktorin des Amtsgerichtes Döbeln, bestätigte den Eingang der Anklage, konnte aber noch nicht mitteilen, wann der zuständige Strafrichter die Sache verhandeln wird.

Kugelbombe für Großfeuerwerke

Laut Anklageschrift hat den jungen Mann die Explosion einer Kugelbombe mit einem Durchmesser von 15,5 Zentimetern getötet. Von der Wucht der Detonation zeugte noch Tage später ein fußballgroßer Krater in der Wiese am Ufer der Großen Striegis. Das Unglück ereignete sich am 1. Januar vergangenen Jahres gegen 0.30 Uhr. Bei der Explosion verletzte sich auch ein 18-Jähriger, der ins Krankenhaus kam. Die Zeugen des Vorfalles erlitten einen Schock.

Kugelbomben kommen eigentlich bei professionellen Großfeuerwerken zum Einsatz. Eine Treibladung schießt sie bis zu 120 Meter hoch. Dann zündet eine sogenannte Zerlegeladung und sorgt für die schönen Effekte am Himmel. Die Profifeuerwerker verschießen solche Kugelbomben aus Rohren senkrecht in die Höhe. Wenn so ein Teil unkontrolliert am Boden detoniert, sind schwere Verletzungen bei umstehenden Personen eigentlich programmiert.

Der 19-Jährige hatte offenbar eine Neigung für die Knallerei entwickelt – auch mit selbstgebauten und hierzulande illegalen Feuerwerkskörpern aus Polen. Von solchen Explosionen hatte er nach Informationen der DAZ auch Videos gedreht und ins Internet gestellt. Der Tod des jungen Mannes hat damals eine große Welle der Anteilnahme ausgelöst. Auf seiner Facebook-Seite im Internet brachten viele Freunde ihre Trauer zum Ausdruck. Die Seite ist noch immer vorhanden. „In Erinnerung an...“heißt diese jetzt.

In Deutschland verboten – in Polen erlaubt

Auf den Internetseiten polnischer Feuerwerkshändler kann man auch Profifeuerwerk kaufen – zum Beispiel eine Sechs-Zoll-Kugelbombe, die umgerechnet einen Durchmesser von 15,5 Zentimetern hat. 40 Euro kostet so ein Ding. Es ist wie eine Bestellung in jedem anderen Online-Shop auch, wie, als wenn man sich bei Amazon eine CD bestellt. Allerdings macht sich strafbar, wer sich ein solches Teil aus dem Nachbarland schicken lässt. Denn hierzulande dürfen nur Pyrotechniker mit den entsprechenden Erlaubnissen damit hantieren.

Ob sich die polnische Feuerwerkshändlerin am Tod des 19-Jährigen schuldig gemacht hat, wird sich in der Hauptverhandlung klären. Bis dort ein Urteil mit Schuldspruch gefallen ist, gilt für die 57-Jährige die Unschuldsvermutung.

Von Dirk Wurzel

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