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Stadt Döbeln arbeitet Briefwechsel von Berta Semmig und Hermann Hesse auf

Stadt Döbeln arbeitet Briefwechsel von Berta Semmig und Hermann Hesse auf

Es ist ein wirklicher Schatz, der seit 30 Jahren auf dem Döbelner Rathausboden schlummerte: Im Zuge der Inventarisierung im Stadtarchiv wurde er nun gehoben.

Döbeln.

 

 

Der Nachlass der Schriftstellerin und Volksschullehrerin Berta Semmig. Neben Fotos, Gedichten, Manuskripten und ihrer Brille finden sich in den 15 Kisten und drei laufenden Metern im Archiv Briefe und kleine handgemalte Aquarelle des Literaturnobelpreisträgers Hermann Hesse. Mit ihm war Berta Semmig Zeit ihres Lebens befreundet und es gab einen regen Briefwechsel.

 

 

 

Im Juni 2012 möchte die Stadtverwaltung Berta Semmig und ihre Freundschaft zu Hermann Hesse (Der Steppenwolf, Siddhartha) mit einer Ausstellung im Stadtmuseum Döbeln in den Blickpunkt rücken. Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) und seine zuständige Amtsleiterin Gabriele Tober-Pokorny hoffen auf eine große überregionale Resonanz.

Seit Juni dieses Jahres wird der zum Sammlungsbestand des Stadtmuseums Döbeln gehörende Nachlass der Schriftstellerin und Volksschullehrerin Jeanne Berta Semmig durch die Archivarin Claudia Nowak fachgerecht erschlossen. Die Sächsische Landesstelle für Museumswesen finanziert die aufwändige Arbeit zu 80 Prozent.

Berta Semmig hatte die Unterlagen 1958 ihrer Vaterstadt Döbeln per Testament vererbt. In den 70-er Jahren wurde unter Federführung des Döbelner Stadtarchivars die Autobiografie der Schriftstellerin veröffentlicht. 1981 anlässlich der Eröffnung des Stadtmuseums Döbeln wurden die Unterlagen schon einmal aufgearbeitet und eine Ausstellung über Hermann Hesse und Berta Semmig gezeigt. Nun wird der Nachlass detailliert archivwissenschaftlich aufgearbeitet und in einer Museumsdatenbank erfasst.

Nach der Sichtung der Bestände soll ein Ausstellungskonzept entstehen, um die Schriftstellerin anlässlich ihres 145. Geburtstages und ihre Freundschaft zu dem Literaturnobelpreisträger einem breiten Publikum nahe zu bringen. Hesse hätte im nächsten Jahr 135. Geburtstag und 50. Todestag. Mit ihm kam sie 1901 erstmals im Odenwald in Kontakt. 1907 besuchte sie ihn in Gaienhofen. Von da an beginnt wahrscheinlich der Briefwechsel, der aber im Februar 1945 zerstört wurde. Im Besitz der Stadt Döbeln sind nun Brief, Post- und Ansichtskarten ab 1945, Gedichte mit und ohne handschriftliche Zeilen, Aquarelle, Zeichnungen und Privatdrucke von Hermann Hesse.

-Standpunkt, Seite 13

 

 

 

 

❏ Jeanne Berta Semmig ist die Tochter des Döbelner Lehrers, Schriftstellers und Revolutionärs Friedrich Hermann Semmig, der 1820 in Döbeln in einem Haus in der Bäckerstraße 11 (heute Intersport) geboren wurde. Wegen seiner Beteiligung an den revolutionären Ereignissen 1848/49 flog er aus dem Döbelner Stadtrat und musste nach Frankreich emigrieren.

❏ Am 16. Mai 1867 wurde Jeanne Berta Semmig in Orleans geboren. Ihr Vorname Jeanne ist eine Reminiszenz an Jeane d' Arc. Im Zuge des Deutsch-Französischen Kriegs kehrte die Familie 1870 nach Deutschland zurück. Berta Semmig arbeitete von 1891 bis 1931 als Volksschullehrerin in Dresden, schrieb Gedichte, Novellen, Erzählungen.

❏ In Dresden wurde sie im Februar 1945 ausgebombt. Sie verbrachte ihren Lebensabend in einem Altersheim in Radebeul, wo sie am 28. Juli 1958 starb.

Thomas Sparrer

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