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Döbeln Stadt Döbeln richtet Spendenkonto für Brandopfer ein
Region Döbeln Stadt Döbeln richtet Spendenkonto für Brandopfer ein
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19:01 24.05.2013
Lichterloh in Flammen stand am Donnerstags das Wohnhaus der dreiköpfigen Familie Leopold in Oberranschütz. Am Freitagmorgen gab es noch einen kleinen Schwelbrand. Quelle: W.Sens
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Döbeln

Noch am Donnerstagabend hatten Sylvia Roca und die Nachbarn, Familie Pollrich in Oberranschütz, eine Spendenaktion gestartet. Bis zum späten Abend war die Hälfte des Dorfes abgeklappert. 860 Euro waren zusammengekommen. Gestern Abend sollte die Sammlung im Unterdorf fortgesetzt werden. "Wir halten nicht nur bei Festen und Feiern zusammen. Ganz viele Dorfbewohner haben auch Hilfe in Form von Möbeln, Geschirr und Kleidung angeboten", sagt Sylvia Roca. Einen Teil des gesammelten Geldes übergab sie gestern Dieter Leopold. Er war gestern Morgen an der zwischenzeitlich zusammengestürzten Brandruine. Das schwelende Feuer war am Morgen noch einmal aufgeflammt und die Feuerwehr kam zum ablöschen. Auch Brandursachenermittler der Polizei und Vertreter der Gebäudeversicherung waren gestern bereits vor Ort. Die Versicherung versprach eine möglichst schnelle Schadenregulierung. "Dennoch brauchen die Leute jetzt sofort Hilfe. Sie haben nichts als die Kleidung, die sie am Leib trugen", sagte Oberbürgermeister Egerer gestern nach dem Besuch der Familie.

Die Tochter (25), die am Donnerstag von der schriftlichen Abiturprüfung am Beruflichen Schulzentrum Döbeln zu ihrem brennenden Zuhause kam, verlor ihre vier Hauskatzen in den Flammen. Nun bangt sie zusätzlich um ihre weiteren anstehenden Abiturprüfungen. Denn alles, was sie am Donnerstag nicht mit zur Schule genommen hatte, ist verbrannt. Bücher, Hefter, die Mitschriften aller Fächer für das berufliche Abitur gingen mit in Flammen auf. Mitarbeiter der Stadt begleiteten sie gestern zur Berufsschule. "Es wird hier ganz intensiv nach einer Lösung gesucht, damit sie die Abiturprüfungen möglichst erfolgreich zu Ende bringen kann", so Egerer.

Untergebracht wurde die Familie erst einmal in einer Gästewohnung der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt in der Givorser Straße. Die Stadt Döbeln streckte fürs erste etwas Geld aus einem Notfond der Stadtkasse für Lebensmittel, Wäsche, Kosmetik-und Hygieneartikel vor. Am gestrigen Morgen bot Holger Schmidt von Intersport Hilfe an. Denn das Ehepaar teilte sich nach dem Brand eine einzige Herrenjacke und trug nur Haus- beziehungsweise Gartenschuhe.

Die Mitarbeiter des Bürgeramtes der Stadt Döbeln stellten gestern auf die Schnelle neue Ausweise aus, kümmern sich um Geburtsurkunden und Papiere. Das Auto der Familie blieb unversehrt. Aber Schlüssel, Papiere Führerscheine verbrannten im Haus. Das Renault-Autohaus, das sich um neue Schlüssel kümmert, will solange ein Ersatzfahrzeug spendieren. Doch für den Mietvertrag braucht man einen Führerschein. Das Thema ist aber erst am Dienstag mit der Zulassungstelle des Landratsamtes zu lösen.

"Unsere Mitarbeiter tun im Rathaus, was sie können, um den Mitbürgern in der Not zu helfen und Mut zu machen. Auch viele Bürger signalisierten bereits ihre Bereitschaft, zu spenden", so der Oberbürgermeister.

So auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Veronika Bellmann. Sie bot nach dem Lesen des gestrigen DAZ-Artikels Hilfe an. Neben Geld würde sie gern Kleidung und Wäsche in guter Qualität organisieren, um der Familie über die nächsten Tage erst einmal weiterzuhelfen.

Bis 10. Juni können die Leopolds in der möblierten Gästewohnung der Wohnungsgenossenschaft bleiben. Bis dahin wird eine neue Unterkunft gesucht. Ob sie das Elternhaus der Frau wieder aufbauen können, ist im Moment noch offen. Auf alle Fälle wollen sie gern in Oberranschütz bleiben.

Die Schwierigkeiten bei der Löschwasserversorgung beim Brandeinsatz am Donnerstag brachte Döbelns Ordnungsamtsleiter Jürgen Müller gestern gleich auf den Tisch. Noch am Abend nach dem Einsatz waren die Döbelner Feuerwehrleute sehr unzufrieden und stocksauer, weil einiges nicht so toll lief. Ordnungsamtsleiter Müller legte gestern aktuellste Kontrollprotokolle für den erst neuen Hydranten vor. Der bringt danach mit 4,3 Bar ordentlich Wasserdruck auf die Strahlrohre der Feuerwehr. "Damit hätten 31 Kubikmeter Wasser in der Stunde das Haus fluten können", sagt Ordnungsamtsleiter Müller. Die Löschwasserprobleme vor Ort resultierten nach seiner Ansicht und den ersten Auswertungen des Einsatzes offenbar aus einem Bedienfehler eines Kameraden einer anderen beteiligten Wehr. Der soll sein Tanklöschfahrzeug ohne das vorher vorgeschriebene Rückspülen des Hydranten angeschlossen haben. So wurde die Löschwasserpumpe des Fahrzeuges verschmutzt und sie brachte nur noch ein Bar Pumpenleistung auf das angeschlossene Strahlrohr der Roßweiner Wehr. Zur genauen Auswertung wollen sich die beteiligten Feuerwehren noch zusammensetzen. Für das in voller Ausdehnung brennende Gebäude, das zudem schwer zugänglich war, hätte es aber selbst durch Fluten keine Rettung gegeben.

Das Spendenkonto der Stadt für die Brandopfer hat die Kontonummer: 30010000, Bankleitzahl: 86055462 bei der Kreissparkasse Döbeln. Im Spendenzweck bitte angeben: Familie Leopold.

Thomas Sparrer

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