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Stadt hat für historische Lampen kein Geld

Roßwein Stadt hat für historische Lampen kein Geld

Sie sehen schmuck aus und betonen das historische Flair der Roßweiner Altstadt im Zentrum rings um den Marktplatz: die mehrarmigen, verzierten Straßenlampen, auch Kandelaber genannt. In der jüngsten Ratssitzung ging es darum, ob auch ein Stück der auszubauenden Döbelner Straße solche Lampen erhalten soll.

Bauarbeiten auf der Döbelner Straße in Roßwein. Auch eine neue Lampen werden installiert.

Quelle: Sven Bartsch

Rosswein. Sie sehen schmuck aus und betonen das historische Flair der Roßweiner Altstadt im Zentrum rings um den Marktplatz: die mehrarmigen, verzierten Straßenlampen, auch Kandelaber genannt. In der jüngsten Ratssitzung ging es darum, ob auch ein Stück der auszubauenden Döbelner Straße solche Lampen erhalten soll. Die Räte entschieden sich letztlich dagegen – vor allem aus Kostengründen.

Das Thema Straßenlampen stand auf der Tagesordnung, weil die Döbelner Straße in zwei Abschnitten grundhaft neu ausgebaut wird. Gerade laufen die Arbeiten zwischen Oberer Weinbergstraße und der Kreuzung mit der Dresdner Straße. Unmittelbar im Anschluss daran ist das Stück von der Dresdner Straße bis zum Markt an der Reihe. Während die Mittel für den Straßenbau vom Freistaat fließen, weil es sich um eine Staatsstraße handelt, muss sich die Stadt an der Finanzierung der Nebenanlagen beteiligen, wozu die Gehwege und auch die Straßenbeleuchtung gehören.

So hatten die Stadträte jetzt über die Auftragsvergabe für die Straßenlampen zu befinden, was Steffen Thiele (SPD-Fraktion), auf den Plan rief, der einen schon mal gemachten Vorschlag untermauern wollte. „Alle Straßen rings um unseren Marktplatz beziehungsweise die letzten Abschnitte der Straßen, die zum Markt hin führen, sind alle mit den historisch anmutenden Lampen ausgestattet. Das betrifft die Nossener Straße ebenso wie die Kirchstraße, die Mühlstraße oder die Jahnstraße. Liegt es da nicht nahe, entlang des letzten Stückes der Döbelner Straße auch solche Lampen aufzustellen?, sagte und fragte Steffen Thiele.

Das Problem: Die auf Alt getrimmten Leuchten kosten pro Stück etwa 4000 Euro mehr als die bislang geplante moderne Variante. Bei fünf Lampen, die im Abschnitt zwischen Dresdner Straße und Markt errichtet werden sollen, ergebe das Mehrkosten von etwa 20 000 Euro. „20 000 Euro mehr, die wir dafür nicht im Haushaltsplan vorgesehen haben“, erklärte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Denn erst einige Minuten vorher hatte der Roßweiner Stadtrat einstimmig den Haushalt für 2016 beschlossen – ohne historische Kandelaber für die Döbelner Straße.

Michael Klöden vom Hauptamt der Stadtverwaltung gab noch einen weiteren Umstand zu bedenken: „Bei der Döbelner Straße handelt es sich um einen Staatsstraßenabschnitt und das dafür verantwortliche Landesamt für Straßenbau und Verkehr fordert eine gewisse Lichtausbeute, die die aufzustellenden Lampen bringen müssen. Bei der historischen Bauart müssten dann wohl spezielle Abschirmungen erfolgen, weil diese sonst ja nach allen Richtungen abstrahlen.“ Steffen Zaspel (Bürgerwählergemeinschaft Niederstriegis-Roßwein) verwies darauf, dass die historischen Lampen bislang nur an den Straßenabschnitten stehen, auf denen Altstadtpflaster verlegt ist. Für die Döbelner Straße ist aber Bitumenbelag vorgesehen.

Letztlich lehnte der Stadtrat einen von Steffen Thiele gestellten Antrag zu den Kandelabern mehrheitlich ab. Anschließend erteilten die Räte der Elektro Roßwein GmbH den Auftrag für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung. Diese hatte mit rund 27 900 Euro das günstigste Angebot abgegeben. Für das Geld werden nun zwischen Oberer Weinbergstraße und Markt neun moderne Lampen mit einer Leistung von je 840 Watt installiert.

Von Olaf Büchel

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