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Döbeln Stadt stimmt Abriss von Mulde-Wehr zu
Region Döbeln Stadt stimmt Abriss von Mulde-Wehr zu
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12:37 09.02.2018
Das alte Wehr am Roßweiner Stadtbad soll verschwinden, stattdessen ist eine Steinrampe geplant. Quelle: Sven Bartsch
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Rosswein

Nach rund einer Stunde teils kontroverser Diskussion in der Ratssitzung gab es am Ende doch eine Einigung. Diese hatte zuvor auf der Kippe gestanden, weil sich die Räte für das Mühlgrabenproblem eine Lösung von der Landestalsperrenverwaltung (LTV) erhofften, deren Vertreter diese aber nicht lieferte.

Rampe soll Wehr ersetzen

Der zuständige Planer Olaf Schneider erläuterte, dass der Abriss der alten Wehranlage der Freiberger Mulde am Hallenbad vorgesehen ist. Stattdessen ist eine so genannte Sohlgleite – also eine 30 Meter lange, sich langsam verjüngende Rampe aus Wasserbausteinen geplant, die den oberen Flussabschnitt an den unteren anpassen soll. Hintergrund ist einerseits, dass das bestehende Wehr baufällig ist und die LTV andererseits die Europäische Wasserrichtlinie umsetzen muss. Das heißt, der Fluss muss an dieser Stelle für Fische und andere Lebewesen passierbar werden. Planer Olaf Schneider: „Wir sind gefordert, diese Passierbarkeit für mindestens 300 Tage im Jahr herzustellen. Für den Fall eines geringen Wasserstandes gibt es eine Niedrigwasserabflussrinne. Die Rampe selbst ist sehr flach vorgesehen. Die Steine dafür werden richtig fest eingebaut. Ein Hochwasser wie 2013 sollte die Anlage schadlos überstehen.“

Löschwasser laut Fachleuten gesichert

Die Stadt hatte darauf hingewiesen, dass sich oberhalb des jetzigen Wehrs, am so genannten roten Haus an der Muldenstraße, eine Löschwasserentnahmestelle befindet, die auch nach dem Rückbau für die Feuerwehr zur Verfügung stehen müsse. „Es wird keine Änderung des Ist-Zustandes geben. Das Ziel ist, die Wasserspiegellage im Oberstrombereich zu halten. Eingriffe ins Gewässer bis zur Brücke Dresdner Straße sind zu minimieren“, erklärte Heinz Kaiser, Betreibsteilleiter Mulde von der LTV. Genügend Löschwasser stünde also auch in Zukunft zur Verfügung, so die Zusage.

Zustand des Stadtbades wird dokumentiert

Die Landestalsperrenverwaltung sagt auch eine Beweissicherung am Stadtbad zu. Diese soll vor der Baumaßnahme, die erst im nächsten Jahr startet und baubegleitend erfolgen, um mögliche Schäden, die durch die Arbeiten am Gebäude entstehen, erfassen und nachweisen zu können. „Das Haus wird begangen und auf Risse untersucht. Es sind Rissfugen möglich und es gibt eine entsprechende Dokumentation, um festzustellen, ob es mehr oder größere Risse gibt als vorher. Klar ist, die Schäden, die durch unsere Maßnahme entstehen, müssen wir auch wieder beheben“, erklärte Heinz Kaiser zur Zufriedenheit der Stadträte.

Mühlgraben-Problem muss Stadt mit Zweckverband lösen

Das trifft allerdings nicht auf das Mühlgrabenproblem zu. Das Zuflussrohr für den Graben will die LTV im Zuge der Baumaßnahme mit einer Betonplombe verschließen lassen, weil laut Kaiser keine Notwendigkeit für eine Wasserzuführung an dieser Stelle besteht. Die Stadt sieht das anders. Ohne frisches Wasser aus dem Fluss beziehungsweise bei einem Austrocknen des Grabens befürchten Anwohner und auch die Stadträte eine Geruchsbelästigung durch den dort vorhandenen Schlamm. Dazu LTV-Betriebsleiter Heinz Kaiser: „Wir liefern für dieses Problem keine Lösung. Es handelt sich bei der Verrohrung um eine Anlage des Abwasserzweckverbandes Obere Freiberger Mulde und bei dem Graben um ein Gewässer zweiter Ordnung, für das die Stadt verantwortlich ist. Es liegt also in ihrer Verantwortung, eine Lösung zu finden.“ Kaiser empfahl, darüber nachzudenken, den Schlamm beräumen zu lassen oder erst einmal gründlich zu prüfen, was der Grund für den beklagten Gestank ist. Kaiser: „Sie wollen einen Graben feucht halten. Dabei ist bekannt, dass ausgetrockneter Schlamm eigentlich gar nicht stinkt.“

Stadtrat Hubert Paßehr (CDU) zeigte sich enttäuscht von der Haltung des LTV-Vertreters: „Ich vermisse einen Lösungsansatz von ihrer Seite und hatte dadurch eine Entspannung der Situation erwartet.“ Peter Krause (Die Linke) sah nur die Möglichkeit, den Beschluss zu vertagen und sich mit dem Abwasserzweckverband (AZV) in Verbindung zu setzen, da dieser den Graben auch noch fürs Einleiten von Oberflächenwasser nutze. Und Steffen Zaspel (Freie Wähler) beantragte, über eine Vertagung abzustimmen. Nach Redebeiträgen von Rico Söhnel (CDU-Fraktion) und von Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) fand sich aber eine Mehrheit, die gegen ein Vertagen stimmte. Der Stadtrat plädierte schließlich mehrheitlich für den Rückbau des Wehres und beauftragte den AZV, sich mit der LTV in Verbindung zu setzen und eine Lösung für das Mühlgrabenproblem zu finden.

Von Olaf Büchel

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