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Stadtrat vergibt Auftrag zur Sicherheitstechnik – Förderverein beklagt mangelnde Teilhabe

Stadt- und Museumshaus Waldheim Stadtrat vergibt Auftrag zur Sicherheitstechnik – Förderverein beklagt mangelnde Teilhabe

Die Sicherheitstechnik für das „Napoleonhaus“ ist ein sensibler Auftrag. Den hat der Waldheimer Stadtrat jüngst vergeben – allerdings nicht ohne Diskussion. Dabei ging es auch darum, wie der Förderverein Napoleonhaus in das Vorhaben einbezogen ist. Der Verein hat die Sanierung des maroden Gebäudes erst populär gemacht.

Damit die Skulpturen des in Waldheim geborenen Bildhauers Georg Kolbe sicher stehen, hat der Stadtrat jüngst den Auftrag für Alarmanlage und Videoüberwachung vergeben.

Quelle: Archiv

Waldheim. Anfang März sollen die Bauarbeiten am Stadt- und Museumshaus sichtbar weitergehen. Dann beginnt der Anbau des Funktionsgebäudes für den Aufzug und die Sanitäranlagen. Die Fassade ist noch nicht ganz fertig, es fehlt noch die Eingangstür. Diese könne die Stadt wegen der Witterung noch nicht einbauen lassen, sagte Christian Vogt vom Waldheimer Bauamt.

Das Thema Stadt- und Museumshaus beschäftigte auch die Waldheimer Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung. Mit großer Mehrheit haben sie den Auftrag für die Fernmelde- und informationstechnischen Anlagen vergeben. Dazu gehört die Brandmeldetechnik, die Einbruchsmeldeanlange und die Videoüberwachung – also Sicherheits- und Schutzeinrichtungen. Es kostet etwa 94 000 Euro, dies einbauen zu lassen und der Stadtrat vergab den Auftrag an eine Döbelner Firma. Zuvor gab es eine rege Diskussion, die schon im Tagesordnungspunkt „Bürgeranfragen“ begann. Tim Fechner, Vorsitzender des Fördervereins „Napoleonhaus“ wollte von der Stadtverwaltung wissen, wie der Verein künftig in den weiteren Bauablauf eingebunden ist. „Im Moment läuft da gar nichts“, sagte er. Außerdem führte er mit Blick auf den Tagesordnungspunkt „Fernmelde- und informationstechnische Anlagen“ an, dass man ihn da hätte auch fragen können, denn schließlich beschäftige er sich als Beamter des LKA beruflich mit solchen Anlagen. Auf die Frage, wie die Stadt den Verein künftig einbeziehen wird, versprach Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) Tim Fechner eine baldige Antwort. CDU-Stadtrat Dr. Andreas Liebau zeigte sich aber irritiert über Tim Fechners Anfrage, die eine gewisse Unzufriedenheit über die mangelnde Teilhabe des Vereins am Umbau des Stadt- und Museumshauses durchblicken ließ. „Ich dachte, dass der Verein da einbezogen ist“, sagte Dr. Andreas Liebau. Bauamtsleiter Michael Wittig hielt dagegen. „Herr Fechner war zu vielen Beratungen anwesend“, sagte er.

Die Stadt muss den Einbau der Brandschutz- und Sicherheitsanlagen nicht alleine bezahlen. Um Fördergeld dafür zu bekommen, haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses im vergangenen Jahr Bürgermeister Steffen Ernst ermächtigt, den Auftrag für die Planung selbst zu vergaben. Normalerweise ist dafür ein Votum des Stadtrates nötig, der aber erst im Dezember und damit zu spät getagt hat, um noch an den Zuschuss des Kulturraumes Mittelsachsen-Erzgebirge zu kommen. Laut Bürgermeister Steffen Ernst bekommt die Stadt nun etwa 60 Prozent dieses Vorhabens gefördert.

Die Sicherheitstechnik dürfte der sensibelste Bereich des Bauvorhabens sein. Schließlich schützt diese Technik die wertvollen Kunstwerke Georg Kolbes, die einmal ins Stadt- und Museumshaus einziehen sollen. Darum gab es auf der Ratssitzung auch keine Details zu dem Auftrag. „Es braucht nicht jeder zu wissen, wo die Videokameras sind“, sagte Bürgermeister Ernst.

Von Dirk Wurzel

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