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Döbeln Stadtwerke Döbeln erhöhen Strompreis ab März
Region Döbeln Stadtwerke Döbeln erhöhen Strompreis ab März
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23:11 12.01.2012
Die Stadtwerke in Döbeln-Nord aus ungewohnter Perspektive. Der Erdgaspreis ist gestiegen, deshalb ist auch der Strom aus dem Blockheizkraftwerk teurer. Quelle: S. Bartsch

Gründe für die Preissteigerung nennt Stadtwerkechef Reinhardt Zerge gleich mehrere. Seit der letzten Preisanpassung hätten sich die Steuern und Abgaben, die das Unternehmen aufbringen muss, um zirka 1,42 Cent pro Kilowattstunde, gerechnet auf den Nettoarbeitspreis, erhöht. Hinzu komme die Einführung einer Sonderumlage (DAZ berichtete).

Diese Mehrkosten, die zum größten Teil schon im Vorjahr wirksam wurden, hätten die Stadtwerke laut Zerge nicht in voller Höhe an ihre Kunden weitergegeben. Dabei sei das Unternehmen allerdings davon ausgegangen, dass die aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) resultierende Umlage in diesem Jahr sinken wird. So hatte es der Gesetzgeber angekündigt. "Diese Prognose ist aber nicht eingetreten, ganz im Gegenteil. Die Umlage ist weiter gestiegen. Schwierig für uns, weil eine Kompensation auf Dauer unsere Möglichkeiten übersteigt. Zaubern können auch wir nicht", sagt Zerge. In einem gewissen Umfang müssten diese Mehrbelastungen an den Kunden weiter gegeben werden (siehe Kasten). Gestiegen sind auch die Strom- und Erdgasbezugskosten. Da die Stadtwerke zirka 17 Prozent des Strombedarfs der Kunden über die Blockheizkraftwerke Döbeln-Nord und Niederwerder sicherstellen und diese mit Erdgas betrieben werden, hat das höhere Stromkosten zur Folge.

Zerge spricht dennoch von einer insgesamt positiven Entwicklung für das Unternehmen. "Wir haben im vergangenen Jahr über 2000 neue Strom- und Gaskunden hinzugewonnen, dieses Jahr beträgt der Zuwachs bereits 200 Kunden", so der Stadtwerkechef. Die Wechselquote liege unter zehn Prozent. Umfrageergebnisse würden dem Betrieb ein gutes Image und eine hohe Kundenloyalität bescheinigen. Der Stromverkauf sei 2011 gegenüber dem Vorjahr konstant geblieben, beim Gasverkauf gab es einen Rückgang, was auf die milde Witterung im letzten Quartal zurückzuführen ist. Zum Vergleich: Im warmen Dezember 2011 wurden 35 Prozent weniger Gas verkauft, als im Dezember 2010.

Investieren werden die Stadtwerke in diesem Jahr vor allem weiter in die Kraft-Wärme-Kopplung. So ist in Döbeln-Ost ein kleines Heizkraftwerk geplant. Außerdem wolle das Unternehmen gemeinsam mit anderen Stadtwerken als Investor bei der alternativen Energiegewinnung auftreten. Das betreffe Biogas- und Photovoltaikprojekte in Sachsen-Anhalt. Olaf Büchel

❏ Beispiele Preiserhöhung ab März 2012: Bei einem Haushaltkunden mit dem Wahlprodukt "doblina 2000 privat und treue" betragen die Mehrkosten bei einem Verbrauch von 1500 Kilowattstunden im Jahr 70 Cent netto pro Monat oder 0,55 Cent/kWh netto. Bei einer Familie mit einem Verbrauch von 4000 kWh im Jahr liegt die Steigerung bei zirka 2,35 Euro netto pro Monat.

Kleine Gewerbekunden mit "doblina 2000 profi und treue" und einem Verbrauch von 5000 kWh müssen mit Mehrkosten in Höhe von 1,50 Euro netto im Monat rechnen. Bei größeren Gewerbekunden mit einem Verbrauch von 25 000 kWh steigen die Kosten um 11,50 Euro netto im Monat oder 0,55 Cent/kWh netto.

Die Tarife für Gemeinschaftsanlagen (Hauslicht) und die Grundpreistarife steigen um zirka 0,50 Cent pro Kilowattstunde.

❏ Die Stadtwerke Döbeln haben im Vorjahr 86 Millionen Kilowattstunden Strom verkauft, ein ähnliches Ergebnis wie 2010. Der Gasverkauf betrug im vergangenen Jahr 220 Millionen Kilowattstunden (2010: 250 Millionen kWh, 2007: 191 Millionen kWh).

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