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Stadtwerke Döbeln nehmen Solaranlage in Betrieb

Stadtwerke Döbeln nehmen Solaranlage in Betrieb

Genau das richtige Wetter für Sonnenkollektoren herrschte gestern Vormittag zur offiziellen Inbetriebnahme der neuen Solaranlagen der Stadtwerke Döbeln auf dem Dach des Garagenparkes II der Stadtverwaltung.

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Stadtwerke-Prokurist Gunnar Fehnle, Döbelns Baudezernent Thomas Pfeiffer und Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard Zerge (v.l.n.r.) sahen sich die neuen Kollektoren auf dem Dach des Garagenparkes II in der Friedrichstraße von oben an. Im Hintergrund die neuen Solarkollektoren auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses. Ein Fünftel ihres Stromes erzeugen die Stadtwerke selbst, mit Sonne und vor allem in zwei Blockheizkraftwerken.

Quelle: Wolfgang Sens

Döbeln. 60 Prozent des nagelneuen Daches haben die Stadtwerke mit Solarmodulen belegt. "Es sind Kollektoren aus deutscher Fertigung. Beim Bau des neuen Trapezblechdaches und bei der Montage der Module kamen mit dem Dachdeckerbetrieb Weimert aus Döbeln und der Firma Solar Wagner aus Choren auch ausschließlich heimische Unternehmen zum Einsatz", so Gunnar Fehnle, Prokurist der Döbelner Stadtwerke. Mit Stadtwerkechef Reinhard Zerge, Döbelns Baudezernent Thomas Pfeiffer und Bauamtsleiter Erik Brendler stieg er gestern hinauf zu den neuen Modulen. Seit Ende Juni sind diese nun schon am Netz. Der Termin 30. Juni war alles entscheidend für das kurzfristige Großprojekt von Stadtwerken und Stadt Döbeln. Denn seit 1. Juli wurde der Vergütungssatz für den Sonnenstrom gesenkt.

Im Februar hatten Stadtwerke und Stadtverwaltung zum ersten Mal darüber verhandelt städtische Dachflächen zur Stromgewinnung an die Stadtwerke Döbeln zu vermieten. Im April gab der Hauptausschuss des Stadtrates für das Projekt grünes Licht. Ab diesem Moment kämpften Planer und Handwerker gegen die Zeit.

700 000 Euro haben die Stadtwerke Döbeln in die Solaranlagen investiert. Sie wurden auf dem Dach des Garagenparkes, auf dem Feuerwehrgerätehaus, auf den Dächern der Grund- und Mittelschule Am Holländer sowie auf den Kindertagesstätten "Tausendfüßler" und Kinderhaus Am Holländer in Döbeln-Nord installiert. "Unsere Investition beginnt sich schon zu refinanzieren", erklärte Stadtwerkechef Reinhard Zerge gestern mit Blick auf den Sonnenschein. Die höchsten Wirkungsgrade erzielen Solarstromanlagen übrigens im Frühjahr, wenn die Sonne bei noch gemäßigten Frühlingstemperaturen kräftig scheint. Auch die etwa 23 Grad gestern Vormittag waren ideal. Bei bulliger Sommerhitze verschlechtert sich der Wirkungsgrad der Module dann aber wieder ein wenig.

In der Investitionssumme der Stadtwerke stecken auch 72 000 Euro an Miete für eine Laufzeit von 20 Jahren drin. Diese 20-Jahres-Miete hat die Stadtverwaltung aber schon verbraten. Das Geld steckt im neuen Dach des Garagenparkes. "Das Dach war schon länger undicht und bröckelte vor sich hin. Wir haben eine Sanierung immer wieder verschoben, zumal es dafür auch keine Fördermittel gab", schildert Baudezernent Thomas Pfeiffer. Aus der Dächermiete von den Stadtwerken und weiteren 46 000 Euro aus der Rücklage der Stadt konnte das langjährige Problem nun gelöst werden. Die ehemaligen Fahrzeughallen des Kasernengeländes mit insgesamt 20 Garagentoren nutzt die Stadt Döbeln unter anderem um etwa Kulissen für das Heimatfestspiel, für das Jugendtheater oder die Verkaufsbuden für den Weihnachtsmarkt sicher einzulagern. Zudem befindet sich das Streusalzlager der Stadt in einer der Fahrzeughallen und nutzt allein die Feuerwehr fünf der Garagen für ihre Technik sowie für die Feuerwehrhistorik.

Strom für 250 Haushalte werden die Döbelner Stadtwerke künftig auf den insgesamt sechs städtischen Dächern und den bereits vorhanden Anlagen auf eigenen Dächern erzeugen. Insgesamt erzeugen die Stadtwerke Döbeln schon heute 20 Prozent ihres Stromes selbst. In Zahlen sind das 17 Gigawattstunden Strom. Eigenen Strom erzeugen vor allem die beiden Blockheizkraftwerke in Döbeln-Nord und am Niederwerder. 28 Gigawattstunden des Strombedarfes der Stadtwerke kommen zudem aus Wind, Wasser und Photovoltaik von Einspeisern im Stadtgebiet. Durch Vertrags-Modelle (Contracting) mit privaten Anbietern über Solarflächen oder kleinere Blockheizkraftwerke könnte dieser Anteil in nächster Zeit noch ausgebaut werden.

 

 

160 000 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt in etwa die Anlage auf dem Garagendach. Das entspricht dem Srombedarf von 60 bis 70 Haushalten.

100 000 Kilowattstunden Strom kommen von den beiden Schuldächern in Döbeln-Nord (für etwa 40 bis 45 Haushalte). Je 30 Haushalte können von den Dächern der beiden Kindertagesstätten mit Strom versorgt werden

Auf dem Dach des Feuerwehrgerätehauses kann der jährliche Strombedarf für 15 Haushalt erzeugt werden.

Thomas Sparrer

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