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Stadtwerke brauchen neuen Chef

Stadtwerke brauchen neuen Chef

Die beiden Gesellschafter haben jetzt die Position des Geschäftsführers der Stadtwerke neu ausgeschrieben. 90,65 Prozent der Stadtwerke gehören über die Wirtschaftsbetriebe Döbeln GmbH, der Stadt Döbeln.

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Reinhard Zerge

Quelle: Wolfgang Sens

9,35 Prozent an dem Döbelner Unternehmen halten die Stadtwerke Unna. Die waren am 10. September 1991 Paten bei der Wiedergründung der Döbelner Stadtwerke.

 

Ausgeschrieben wurde jetzt der Stuhl von Reinhard Zerge (63). Seit dem 1. Juni 1993 steht er den Stadtwerken Döbeln als Geschäftsführer vor. Sein Vertrag endet am 31. März 2016 mit seinem Renteneintritt im Alter von 65 Jahren und vier Monaten.

 

Beim Aufsichtsrat der Stadtwerke läuft nun das Bewerbungsverfahren für Zerges Nachfolge an. Den Beschluss dazu hatte das Gremium im August gefällt. Erste Bewerbungen liegen bereits vor. Bis 30. November läuft beim Aufsichtsrat die Bewerbungsfrist. Dann werden die Aufsichtsratsmitglieder die Bewerbungen sichten, auswerten und die interessantesten Bewerber Anfang 2015 einladen. Die Entscheidung, wer ab Januar 2016 an der Spitze der Döbelner Stadtwerke stehen wird, soll definitiv im nächsten Frühjahr fallen. Denn der Bewerber, der den Zuschlag erhält, arbeitet möglicherweise jetzt noch in einem anderen Unternehmen und müsste bei seinem Arbeitgeber fristgerecht kündigen. Da von sechs Monaten Kündigungsfrist auszugehen ist, müsste der Bewerber oder die Bewerberin bis Ende Juni verbindlich ausgewählt sein, um ordnungsgemäß kündigen und ab Januar 2016 an der Döbelner Rosa-Luxemburg-Straße antreten zu können.

 

Reinhard Zerge hatte 1993 ein ähnliches Verfahren durchlaufen. Sein Vorgänger auf dem Stuhl des Stadtwerke-Geschäftsführers war zuvor wegen einer bekannt gewordenen Spitzel-Tätigkeit für die DDR-Staatssicherheit von seiner Position entbunden worden. Der Stadtwerke-Sitz war zu dieser Zeit noch im alten Amtshaus am Döbelner Obermarkt. Damals hatten sich neben Reinhard Zerge 62 weitere Bewerber für die frei gewordene Stelle des Stadtwerke-Geschäftsführers interessiert. 40 Bewerbungen befand der Aufsichtsrat damals für qualifiziert. Mit neun Kandidaten wurde gesprochen, zwei kamen in die Endrunde. Einer davon war Reinhard Zerge. Der Döbelner war zu der Zeit Abteilungsleiter beim Energieanlagenbauer Preussag Noell, in dessen Außenstelle in Freiberg. Zuvor hatte er 15 Jahre lang im Brennstoffinstitut Freiberg gearbeitet.

 

Im Preisvergleich als Energieversorger liegen die Stadtwerke Döbeln sowohl beim Gas als auch beim Strom in Sachsen im vorderen Drittel. Unter dem Dach der Wirtschaftsbetriebe Döbeln GmbH, einer Art städtischer Holding, betreibt und besitzt die Stadtwerke GmbH auch das Stadtbad samt Freibad, begleicht Kredite, erwirtschaftet Abschreibungen und gleicht die Verluste des Bades mit unternehmerischen Gewinnen der Stadtwerke aus. Seit 2005 sparte dieses Konstrukt dem städtischen Haushalt 2,1 Millionen Euro Verlustausgleich für das Bad.

Engelmann

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