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Stahlspundwände sollen Fluten von den Feldern aufhalten

Am Pommlitzgrund in Döbeln Stahlspundwände sollen Fluten von den Feldern aufhalten

Nach drei Wochen Bauzeit ist das neue Staubecken am Pommlitzgrund in Döbeln schon fast fertig. Zwei Jahre kämpfte die Stadtverwaltung darum, das Staubecken, oberhalb der Ziegelstraße endlich bauen zu können. Es soll bei starken Regenfällen das Wasser von den Feldern abbremsen, um Ziegelstraße- und Dresdner-Straße vor Überflutung zu schützen.

Wasserbausteine und in die Erde gerammte Stahlspundwände, dazu eine Drosselklappe – aus vielmehr besteht das neue Staubecken nicht.

Quelle: Sven Bartsch

Döbeln. Seit Zwei Jahren kämpfte die Stadtverwaltung Döbeln, darum das Staubecken im Pommlitzgrund, oberhalb der Ziegelstraße endlich bauen zu können. Vor drei Wochen begannen die Arbeiten. Mittlerweile ist das 90 000-Euro-Bauwerk fast fertig. Die Firma Kleber und Heisserer Bau aus Dippoldiswalde hat den Zuschlag bekommen. Bis Mitte Dezember soll alles fertig sein. „Die Bauarbeiten laufen wie ein Uhrwerk. Wahrscheinlich wird der Bau schon vorfristig fertig“, sagt Döbelns Baudezernent Thomas Hanns.

Eine schwere Ramme hatte zunächst die acht und zehn Meter langen Spundwände aus Stahlprofilen in de Erde gerammt. Jetzt werden das Bachbett wieder hergerichtet, ein Sieb und eine Durchlassklappe eingebaut sowie Wasserbausteine aufgeschüttet.

Das Becken hat die Aufgabe, den Pommlitzbach nach starkem Regen zu zähmen. Feldern gefühlt zum reißenden Strom. Ursprünglich hatte das Regenrückhaltebecken schon im vergangenen Winter gebaut werden sollen. Doch die Stadt Döbeln wartete auf den in Aussicht gestellten Fördermittelbescheid der Landesdirektion Chemnitz, der einen Zuschuss von 50 000 Euro versprach. Allerdings gab es zunächst ein Nein aus Chemnitz. Dafür darf die Stadt nun übriges Fördergeld aus dem Sanierungsgebiet Oschatzer Straße einsetzen, um die schon mehrfach überfluteten Grundstücke an der Ziegelstraße, Dresdner Straße und Dresdner Platz mit Hilfe des Rückhaltebeckens zu sichern. Ursprünglich war das natürliche Staubecken im Pommlitzgrund als Interimslösung gedacht. Das Wort Provisorium möchte Baudezernent Thomas Hanns in diesem Zusammenhang aber ungern verwenden. „Es ist mehr als ein Provisorium. Wir haben hier eine Sofortlösung, der eine umfassende Planung und entsprechende Gutachten zugrunde liegen“, so Hanns. Mindestens 15 Jahre soll diese Lösung funktionieren und einem 200-jährigen Hochwasser standhalten.

Für ein großes Rückhaltebecken wie im Amselgrund hat die Stadt derzeit keime langfristigen Planungen. Ein aufwendiges Planfeststellungsverfahren und mehrere Millionen Euro Baukosten wären dafür notwendig.

Nach starken Niederschlägen, wie zuletzt vor dem Juni-Hochwasser 2013, schwillt der sonst fast ausgetrocknete Pommlitzbach durch Wasser von den Feldern zu einem reißenden Fluss an. Oberhalb der Ziegelstraße vereinigt sich der aus nördlicher Richtung herabfließende Bach mit dem Amselgrundbach aus östlicher Richtung. In der Ziegelstraße, wo beide Bäche dann unterirdisch zur Mulde abgeleitet werden, treten die Wassermassen dann oft an die Oberfläche und fluten die Ziegel-, die Dresdner Straße und den Dresdner Platz. Die 21 Meter breite, gestaffelte Stahlspundwand schafft nun im natürlichen Taleinschnitt des Pommlitzbaches einen Damm mit drei Metern Stauhöhe und ein Becken, das etwa 1330 Kubikmeter Wasser fassen kann. Durch eine Drosselöffnung kann das heranbrausende Wasser von den Feldern gebremst und zeitversetzt ins Tal abfließen, so dass die Rohre unter der Ziegelstraße die Ableitung des Wassers in die Mulde schaffen können.

Von Thomas Sparrer

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