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Döbeln Steffen Zaspel muss vorerst Ortsvorsteher bleiben
Region Döbeln Steffen Zaspel muss vorerst Ortsvorsteher bleiben
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15:02 07.11.2018
Ein Bild aus besseren Tagen: Simone Maul, Steffen Zaspel und Heinz Martin bei der Staffelstabübergabe im Niederstriegiser Ortschaftsrat. Quelle: Foto: Dirk Wurzel
Niederstriegis

Steffen Zaspel wird bis auf Weiteres seine Arbeit als Ortsvorsteher von Niederstriegis fortsetzen müssen. Und das, obwohl er zum 11. September das Roßweiner Rathaus schriftlich darüber informierte, dass er sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlegt (DAZ berichtete). Zur Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend entließen die anwesenden stimmberechtigten Ortschaftsräte Steffen Zaspel mit drei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen. Bis aus ihren Reihen ein neuer Chef für den Ortschaftsrat gefunden ist, ist Steffen Zaspel allerdings mehr oder weniger verpflichtet, das Amt auch weiterhin auszuüben.

Persönliche Gründe für den Rücktritt

Über die Gründe seines Rücktritts sowohl aus dem Ortschaftsrat, als auch vom Mandat als Stadtrat, war auch am Dienstagabend nichts von Steffen Zaspel oder einem zu erfahren. Es seien „persönliche Gründe“, erklärte er auf Nachfrage, ohne ins Detail gehen zu wollen. Hinter verschlossenen Türen, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, hatten die Ortschaftsräte vor Beginn der regulären Sitzung offenbar lange und intensiv gemeinsam mit Steffen Zaspel dessen Rücktritt und seine Beweggründe diskutiert. Keiner der Ratskollegen hatte vor seiner Mail an Roßweins Bürgermeister am 11. September von Steffen Zaspels Absicht Kenntnis, die Überraschung war groß. Zaspel hatte das Amt des Ortschaftsratsvorsitzenden vor knapp einem Jahr von Heinz Martin übernommen, der aus gesundheitlichen Gründen davon hatte zurücktreten müssen.

Seit 28 Jahren für Gemeinde tätig

Bereit, Steffen Zaspel aus seinem Mandat zu entlassen, waren dann auch nach der Aussprache hinter verschlossenen Türen offenbar nicht alle. Während der frühere Ortschaftsrat-Chef Heinz Martin, Eugen Kunze und Erich Lommatzsch mit Ja stimmten, enthielten sich Simone Maul und Michael Hengst der Stimme.

Einfach so kann ein Mandat nicht niedergelegt werden. Dafür müssen laut Sächsischer Gemeindeordnung wichtige Gründe ins Feld geführt werden. Im Fall von Steffen Zaspel reichte offenbar aus, dass er bereits seit über zehn Jahren als Gemeinde- und Ortschaftsrat ehrenamtlich tätig ist. Seit 1990 genaugenommen schon. Heinz Martin ergriff in der Runde, in der auch Bürgermeister Veit Lindner und Stadträtin Iris Claassen von der Niederstriegis-Roßweiner Bürgerwählergemeinschaft saßen, noch einmal das Wort und würdigte Steffen Zaspels Arbeit für die Gemeinde, die er stets sehr ernst genommen habe.

Gerald Cyrnik rückt in den Ortschaftsrat

Auch sein Stadtratsmandat gibt Steffen Zaspel ab. Nachrücken wird für ihn dort Frank Trommer, der am Dienstagabend im Ortschaftsrat schon mal als Besucher das Geschehen verfolgte und heute Abend das erste Mal im Roßweiner Stadtrat dabei sein wird. Für Zaspel in den Ortschaftsrat nachgerückt ist Gerald Cyrnik, der mit einem Blumenstrauß ins Amt geholt wurde.

Hoher Altersdurchschnitt problematisch

Nach Lage der Dinge wird Steffen Zaspel so lange offiziell Ortsvorsteher bleiben, bis ein Nachfolger für ihn gefunden ist. Der muss aus den Reihen des Ortschaftsrates kommen. Und da liegt das Problem. „Es wird sicher schwer, jemanden zu finden, der sich bereiterklärt“, sagt Heinz Martin, der das Amt selbst nicht mehr ausüben kann. Bis zur nächsten Zusammenkunft wolle man sich beraten. Problematisch sind auf der einen Seite die beruflichen Verpflichtungen, andererseits das fortgeschrittene Alter eines Großteils der Ratsmitglieder. Letzteres ist generell problematisch, vor allem mit Blick auf die Neuwahlen im Mai kommenden Jahres. „Wir müssen neue, junge Leute finden, die sich für die Belange der Gemeinde einsetzen“, sagt Heinz Martin, der vor allem auch einen Wunsch hat: Dass die Arbeit von Jahrzehnten jetzt nicht den Bach hinuntergeht.

Von Manuela Engelmann-Bunk

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