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Sternenfreunde schauen in die Sonne und ärgern sich über nächtliche Wolken

Sternenfreunde schauen in die Sonne und ärgern sich über nächtliche Wolken

Das konnten die Gäste erfahren, die am Sonnabend mal einen Abstecher in die Sternwarte machten, die zum Tag der offenen Tür geladen hatte. Und natürlich auch den vergrößerten Blick gen Himmel anbot.

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Der hellste Stern am Taghimmel ist die Sonne und die schaut sich Mariell Schönfelder in der Harthaer Sternwarte am Teleskop von Winfried Növenberg an. Das hat natürlich spezielle Filter, die Blick auf unser Gestirn ungefährlich machen. Ungefiltert sollte man auf keinen Fall in die Sonne schauen.Fotos (2): Uwe Reinwardt.

Quelle: Uwe Reinwardt

Am Tage zum Beispiel zur Sonnenbeobachtung. "Das sollte man zu Hause auf keinen Fall nachmachen", sagt Andreas Baumbach. Der Blick durch die beiden übrigen Teleskope der Sternwarte ist aber ungefährlich. "Wir haben spezielle Filter, die alles Licht außer dem roten herausfiltern", sagt Andreas Baumbach. Sechs Sonnenflecke hat er am Sonnabend gezählt. Diese dunklen Stellen auf der Oberfläche unseres Gestirns geben Aufschluss darüber, wie aktiv es gerade ist. Aller elf Jahre steigt diese und die Magnetfelder verändern sich - das führt zu den Flecken. Momentan bietet die Sonne den Sterneguckern nicht viel Action. Sechs Sonnenflecken sind recht wenig, sagt Andreas Baumbach.

 

Tröpfchenweise kommen die Besucher am Sonnabend tagsüber. "Ich hätte schon ein paar Leute mehr erwartet. Aber bei den heißen Temperaturen gehen die Leute ungern raus. Insofern sind wir mit dem Zulauf zufrieden", sagt Andreas Baumbach. Einen Vortrag hat er gehalten und sich sehr über das Interesse seiner Zuhörer gefreut. Die Hitze stört auch beim Beobachten. "Die ganze Atmosphäre schwingt", sagt Andreas Baumbach. Klare und kalte Winternächte sind darum eigentlich ideal zum Sterneschauen.

 

Jetzt aber ist Sommer und in luftiger Kleidung strömten die Besucher in die Sternwarte, als die Sonne untergegangen war. Viele kamen vom Fest der Gartengruppe "An der Sternwarte" in der Kleingartenanlage in unmittelbarer Nachbarschaft des Harthaer Observatoriums. Und stiegen aufs Dach, wo Vereinsmitglied Winfried Növenberg sein privates Teleskop aufgebaut hatte. Denn wieder machte das Wetter den Sternenfreunden einen Strich durch die Rechnung - Wolken bedeckten Teile des Himmels. Um schnell mal zwischen den Wolkenlücken Sterne zu erspähen, war das kleine Teleskop von Winfried Növenberger gut geeignet.

 

Dabei sind die großen, fest installierten Spiegelteleskope der Sternwarte "schlau", wie Vereinsmitglied Dieter Köhler sagt. Der Computer steuern sie, eines arbeitet sogar satellitengestützt. Ziemlich zügig lässt sich die Beobachtungstechnik auf das Objekt der Wahl ausrichten. Das ist bei dem Fernrohr-Veteran anders, der gerade in der Reparatur ist. Wie Andreas Baumbach sagt, kann es bis zu 20 Minuten dauern, dieses Teleskop auf einen anderen Stern einzurichten. Was bei Besuchergruppen zu Wartezeiten führt und die Leute ungeduldig werden lassen kann.

 

Das kann bei der neuen Technik nicht passieren. Vorausgesetzt, der Himmel ist klar. Ein Spiegelteleskop haben die Sternenfreunde selbst gebaut und in einer der beiden Kuppeln installiert. Das andere ist gekauft und hat seinen Platz im "weißen Haus" gefunden, wie die Vereinsmitglieder den viereckigen Aufbau nennen, der für eine Sternwarte untypisch ist. Aber aus statischen Gründen war keine andere Form möglich als die jetzige. "Zwei Kuppeln und das weiße Haus", so beschreibt Dieter Köhler die Sternwarte. Das weiße Haus hat er selbst gemauert und auch dessen künstlerische Verschönerung besorgt: Ein Planetenmotiv, das wiederum als Anschauungsobjekt für Schulklassen dient, die die Sternwarte besuchen.

Wurzel, Dirk

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