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Döbeln Sternwarte Hartha plant wieder regelmäßig Beobachtungsabende
Region Döbeln Sternwarte Hartha plant wieder regelmäßig Beobachtungsabende
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09:50 02.10.2015
Fleißig in der Vier-Meter-Kuppel: Vereinsmitglieder Hans-Dieter Köhler (l.) und Andreas Baumbach bringen das Lichtteleskop wieder auf Vordermann. Quelle: Melanie Steitz
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Hartha

Ganz prägnant sind diesen Winter auch die „Planetenparaden“ am Himmelszelt, die auch ohne Teleskop überall sichtbar sind. Im Morgengrauen, um halb fünf, so Andreas Baumbach, Mitglied und Sprecher des Sternwarte-Vereins, könne beobachtet werden, wie von ostwärts nacheinander Venus, Mars, Jupiter, Merkur und kurz darauf die Sonne aufgingen. Besonders der Venus-Planet scheine extrem hell, sei mit bloßen Auge erkennbar. „So etwas kommt mathematisch gesehen nicht so oft vor“, sagt Baumbach. Vielleicht alle 500 000 Jahre einmal. Das Menschenleben sei dagegen bloß ein Wimpernschlag. „Fast jede Konstellation ist einmalig“, fügt der 54-Jährige fasziniert hinzu.

Trotz aller personellen Widrigkeiten wird es ab 9. Oktober also wieder jeden Freitagabend „Beobachtungs- und Vortragsabende“ geben. Jeden letzten Freitag des Monats auch eine separate Führung für Kinder. „Das Angebot wie vor zwei Jahren bleibt also bestehen“, äußert sich Baumbach innerlich zerrissen. Die Führungen wird er dieses Jahr nicht mehr ehrenamtlich geben. Sein Zeitaufwand bleibt fortan unbezahlt. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, ich habe mich an die Arbeit in der Sternwarte sehr gewöhnt“, so der Wahl-Waldheimer. Als junger Mann habe er bereits an der Astronomie-AG in der Schule teilgenommen. Beim späteren Alltag blieb keine Zeit für sein „altes“, ungewöhnliches Hobby. Erst als der Waldheimer 2011 arbeitslos wurde, schlug ihm das Arbeitsamt die vergütete Bürgerarbeit in der Sternwarte vor, die er glücklich annahm. Er sammelte beständig Fotografien von Internetseiten der NASA, archivierte diese bis zum Jahr 1989 und zeigte die darauf abgebildeten Himmelsbilder immer wieder bei Vorträgen in der Harthaer Sternwarte. „Es wäre schade, den Verein und diese Errungenschaften aufzugeben“, so Baumbach.

Jedes Jahr zieht die Sternwarte 1500 Besucher an. Besonders beliebt war bisher das Linsenteleskop, ein 100 Jahre altes Fernrohr in der Vier-Meter-Kuppel. Diese Saison wird es aber saniert. „Es ist erodiert und verschmutzt“, sagt Baumbach. Sogar Ex-Bürgermeister Gerald Herbst sammelte Tausend Euro bei seiner Abschiedsfeier, die er der Sternwarte spendete. „Das reicht aber nicht komplett aus“, so Baumbach. Nun versuchen die Vereinsmitglieder nach der Teilsanierung durch Spezialisten, die zerlegten Teile wieder zusammen zu basteln.

Das Besondere an diesem Teleskop sei gewesen, dass man das zweischneidige Schwert nicht computergesteuert, sondern manuell einstellen konnte. Am vergangenen Sonnabend, bei Vollmond und Sonne gleichzeitig, könne der Computer nicht mehr die Referenzsterne am Himmel ausfindig machen. Das Linsenteleskop sei hingegen nicht von der Witterung abhängig und der Blick für Besucher auf die Himmelsbilder sei jederzeit möglich – auch bei schlechter Sicht. Der Plan ist daher, emsig zu arbeiten, so dass bei der bevorstehenden 60-Jahr-Feier 2016 das Teleskop, Herzstück der Sternwarte, wieder eingeweiht werden kann.

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