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Still ruht der Kriebsteinsee: Die Schiffe machen Winterpause

Tourismus Still ruht der Kriebsteinsee: Die Schiffe machen Winterpause

Der Zweckverband Kriebsteintalsperre blickt zufrieden auf die vergangene Saison zurück. Um sich nicht das Schifffahrtsgeschäft im kommenden Jahr zu versauen, hat der Verband das Motorbootrennen abgesagt. Sorgen bereitet dem Zweckverband der geplante Straßenbau.

Wie ausgestorben wirken Hafen und Seebühne. Der Zweckverband Kriebsteintalsperre hat die Schiffe trocken gelegt und bereitet sich auf die neue Saison vor.

Quelle: Achim Kretzschmar

Kriebstein. Die Schiffe sind aufgeräumt und still ruht der Kriebsteinsee. Am Freitag ist der Zweckverband Kriebsteintalsperre damit fertig geworden, Hafen und Wasserfahrzeuge winterfest zu machen. Mit der diesjährigen Saison ist Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes zufrieden. Auf die kommende blickt er optimistisch aber auch mit Sorge.

„Wir haben bereits viele Gruppenreservierungen für 2017. Auf den Straßenbau müssen wir aber ein wachsames Auge haben“, benennt er das Sorgenkind des Zweckverbandes. Der will sicherstellen, dass der Kreis seine Straße von Kriebstein nach Schweikershain so baut, dass der zentrale Hauptparkplatz der Talsperre erst außerhalb der Saison von der Sperrung betroffen ist. So sollen die Gäste wenigstens aus Richtung Schweikershain zur Talsperre kommen. Was für Besucher aus Döbeln und Waldheim trotzdem einen Riesenumweg bedeutet.

Jede Menge Schreibtischarbeit

Thomas Caro hofft mit einiger Berechtigung in der kommenden Saison am Wochenende des Schulanfanges im August mehr Passagiere auf den Schiffen begrüßen zu können. Dieses Geschäft hatte das Motorbootrennen in diesem Jahr ruiniert. „Die Einbußen bei der Schifffahrt sind einfach zu groß. Deshalb werden wir das Rennen erst wieder 2018 und dann außerhalb der Saison veranstalten“, sagt Thomas Caro.

Die Saison 2016 in Zahlen

427 000 Euro Umsatz hat die Schifffahrt bis Ende Oktober in die Kasse gespült – das sind 7,5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2015.

Die Schiffsgastronomie legte um 9,5 Prozent zu, die Seebühne gar um 13 Prozent. „Die endgültigen Zahlen liegen zwar noch nicht vor. Aber wir werden dieses Jahr mit einem ordentlichen Betriebsergebnis abschließen“, sagt Thomas Caro, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre.

Im vorigen Jahr hatte der Verband ein Minus von 2500 Euro verbucht, nach einem Plus von 67 000 Euro 2014.

20 Mitarbeiter beschäftigt der Zweckverband, sechs davon sind das ganze Jahr über tätig.

Trotz der Wetterkapriolen konnte der Zweckverband seinen Gesamtumsatz zum Stichtag Ende Oktober um sechs Prozent auf 920 000 Euro steigern. (FP)

Er ließ nie einen Zweifel daran, dass die Passagierschifffahrt auf dem Zschopausee das Kerngeschäft des Zweckverbandes ist. Im kommenden Jahr sei auch die Einstellung eines neuen Schiffsführers erforderlich, da ein langjähriger Kollege in den Ruhestand gehe. Außerdem investiert der Talsperrenverband in sein schwimmendes Kapital. Nunmehr haben alle fünf Fahrgastschiffe und Fähren überarbeitete Antriebswellen. Die der großen Schiffe ließ der Zweckverband bereits im vergangenen Winter richten. Kosten: Knapp 18 000 Euro. Die Antriebe der Fähren waren jetzt dran, was rund 8000 Euro kostete. Aber nicht nur diese Arbeiten waren an den Schiffen zu erledigen. Um diese winterfest zu machen, gehört weit mehr, als sie an Land zu ziehen. Thomas Caro erläutert: „Wir müssen unter anderem die Batterien ausbauen und die Leitungen entwässern, damit nichts einfriert.“ Nun ist das alles erledigt, die Schiffe liegen an Land. „Der Winter kann kommen“, sagt Thomas Caro. Die Schiffsführer gehen damit in die Winterpause – für andere Mitarbeiter des Zweckverbandes geht die Arbeit aber weiter. Am Schreibtisch. „Jetzt ist noch jede Menge Verwaltungsarbeit zu erledigen“, sagt der Zweckverbandsgeschäftsführer.

Spielplatz bald neu im Angebot

Auch die Gemeinde hat sich Gedanken gemacht, die Talsperre noch attraktiver zu machen. Vor allem für kleine Besucher. Deshalb investiert sie rund 100 000 Euro und lässt gegenüber dem Kletterwald ein Kinderspielplatz bauen. Den Löwenanteil der Kosten will die Kommune mit Fördergeld bezahlen. Das sind rund 85 000 Euro. Der neue Spielplatz soll auf einer verwilderten Fläche gegenüber dem Kletterwald und nördlich des Biergartens „Basislager“ entstehen. Um einen Bezug zur Burg Kriebstein herzustellen, ist die Spielanlage als Räuberburg geplant. So hat die Kletter- und Rutschanlage zwei Türme, bietet somit die Silhouette einer Burg. Auf dem Spielgerät, das das Herzstück der neuen Spielanlage ist, können die Kinder klettern, rutschen und balancieren.

Von Dirk Wurzel/FP

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