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Streikbereitschaft der Ärzte in der Region eher gering

Streikbereitschaft der Ärzte in der Region eher gering

Selbst wenn sich die Spitzenvertreter von Ärzten und Kassen bei ihrer Honorarverhandlung am 4. Oktober nicht einigen - eine große Streikwelle ist von den Praxen in der Region kaum zu erwarten.

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Viele Patienten stellen sich die Frage, ob die Ärzte der Region streiken, wenn die aktuellen Honorarverhandlungen scheitern. Zurzeit sieht es nicht danach aus. Wenn doch: Eine Notversorgung muss immer gewährleistet sein.

Quelle: DAZ-Archiv/Montage: S. Bartsch

Region Döbeln. Viele der befragten Allgemeinärzte zwischen Roßwein und Ostrau halten sich zwar mit einer konkreten Aussage zurück. Grundtenor ist aber: Der Patient soll aus dem Disput zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenkassen nicht als Leidtragender hervorgehen. Ernst Christian Schleußner, Allgemeinarzt in Leisnig, bringt es so auf den Punkt: "Wenn die Flugbegleiter der Lufthansa streiken, dann schaden sie ihrem Unternehmen und vielleicht den Fluggästen, wenn die BMW-Mitarbeiter streiken, dann schaden sie ihrem Unternehmen und eventuell den Abnehmern. Wenn ich meine Praxis schließe, dann schade ich in erster Linie meinen Patienten und mir selber." Schleußner lehnt deshalb das Mittel des Streiks ab. "Weil es die Falschen trifft!" Die Richtigen wären die Krankenkassen. Um diese zu treffen, setzt Schleußner eher auf die Strategie der Nadelstiche - "mal eine Anfrage nicht beantworten, mal ein Formular nicht ausfüllen."

Die Frage nach der Streikbereitschaft der Ärzte, die bundesweit bei 75 Prozent liegen soll, hält der Vorsitzende der Kreisärztekammer von Mittelsachsen, Dr. Einar Köhler, in dieser Region für diffizil. "Die Kollegen hier sind extrem verantwortungsbewusst. Sie haben zu vielen Dingen eine andere Meinung, als Ärzte in anderen Regionen." Das Streik- risiko für die Patienten sei deshalb relativ gering. Bisher habe ihm noch kein Kollege signalisiert, sich an einem möglichen Streik beteiligen zu wollen. "Was nicht heißt, dass die Handlungsweise der Krankenkassen akzeptiert wird", sagt Köhler, der Oberarzt für Anästhesie am Klinikum Döbeln ist. Die Auseinandersetzungen mit den Kassen führten die Ärzte nicht zum Selbstzweck, sondern im Sinne der Patienten. Es gehe darum, dass der Arzt das, was er leistet, in vollem Umfang honoriert bekommt, dass er dem Patienten das Medikament verschreiben kann, welches er als Mediziner für notwendig erachtet und dass er, statt stundenlang über Formularen sitzen zu müssen, wieder mehr Zeit für die Patienten hat. Köhler: "Es kann nicht sein, dass sich die Krankenkassen auf ihren Überschüssen ausruhen."

Da sich bei der bevorstehenden Schlussrunde zu den Honorarverhandlungen eher ein Kompromiss abzeichnet, geht Dr. Heike Strobel nicht davon aus, dass sie streiken und ihre Praxis schließen wird. "Aber wir müssen am Ball bleiben", sagt die Ostrauer Allgemeinärztin. Der aktuelle Streit mit den Kassen dürfe laut Strobel nicht darauf reduziert werden, dass es allein um die Gehälter der Ärzte geht. "Es geht dabei um die Ausstattung der Praxen und um das Personal."

Sollte bei einem Scheitern der Verhandlungen doch die eine oder andere Praxis in der Region aus Protest schließen, würde laut Kreisärztekammerchef Köhler nicht der medizinische Notstand ausbrechen. "Kein Patient wird in so einem Fall zu Schaden kommen." Schleußner und Strobel weisen darauf hin, dass eine Notversorgung immer gewährleistet sein muss. Dr. Heike Strobel: "Es geht nicht, dass dann alle Praxen schließen." Das untermauern Verbraucherschützer. Patienten haben auch bei Streik ein Recht auf medizinische Grundversorgung. Wenn ein Arzt seine Praxis schließt, ist er verpflichtet, auf einen Vertreter zu verweisen. Olaf Büchel

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