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Döbeln Stromzählertest fällt in Kriebstein aus
Region Döbeln Stromzählertest fällt in Kriebstein aus
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16:30 11.07.2018
Mitnetz Strom sieht vom Test ihrer modernen Messeinrichtungen mit Funkmodul ab. Somit bleibt an der Zählerfront vorerst alles beim Alten. Quelle: dpa
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Kriebstein

Große Pläne hatte die EnviaM-Tochter Mitnetz Strom in Kriebstein. Pläne, die das Unternehmen nun begraben hat. Der Netzbetreiber hatte die Gemeinde für ein Pilotprojekt auserkoren, um funkende Stromzähler, die im Vorbeifahren ausgelesen werden können, flächendeckend zu testen. Ende Mai stellten Vertreter des Unternehmens das Vorhaben den Gemeinderäte in öffentlicher Sitzung vor. Dort stießen die Pläne jedoch auf wenig Gegenliebe (die DAZ berichtete).

„Wir haben nach reiflicher Überlegung entschieden, von der Durchführung des Pilottests für die moderne Messeinrichtung Plus in Kriebstein abzusehen“, schreibt Steffen Buscher, Pressesprecher der Mitnetz Strom, auf Anfrage der Döbelner Allgemeinen Zeitung. „Ausschlaggebend waren die mehrheitlich negativen Reaktionen in der Gemeinderatssitzung.“ So bezeichnete Steffen Schramm (Freie Wähler) die Pläne als „reine Gewinnoptimierung des Unternehmens, um Lohnkosten einzusparen.“ Andrea Röder-Reglich (CDU) ging die Idee zu weit und forderte Augenmaß auch in der Digitalisierung. Ihr Fraktionskollege Manuel Viertel äußerte zunächst Bedenken an der Sicherheit des Systems.

Fest steht jedoch: Der Netzbetreiber hätte das Pilotprojekt auch ohne den Zuspruch der Kriebsteiner Gemeinderäte durchführen können. Denn das Gremium entscheidet schließlich nicht über privatrechtliche Belange und hat das auch Ende Mai nicht getan. Vielmehr wollte die Mitnetz Strom die Gemeinderäte informieren, damit diese für etwaige Nachfragen der Bürger gerüstet sind.

„Ich kann diejenigen verstehen, die diese Messeinrichtungen nicht gut finden“, sagte Bürgermeisterin Maria Euchler (Freie Wähler) der DAZ. Sie habe derweil zahlreiche E-Mails in Hinweise bekommen, dass generell eine hohe Funkbelastung bestehe. „Und ob das Gerät nur im Moment des Auslesens oder die ganze Zeit über funkt, kann von uns niemand überprüfen oder überwachen.“ Die Mietnetz Strom versicherte im Mai, dass die sogenannte moderne Messeinrichtung Plus nur aktiv funkt, wenn sie aktiv vom Ableser angesprochen wird. Die Technik ließe sich zudem mit der eines Garagentoröffners vergleichen. „Die Gemeinde wäre mit dem Pilotprojekt weder reicher noch ärmer geworden“ kommentiert die Bürgermeisterin.

Testhintergrund ist das Gesetz zu Digitalisierung der Energiewende. Das schreibt den Netzanbietern verbindlich vor, bis 2032 jeden Anschluss mit einer sogenannten modernen Messeinrichtung zu versehen. Diese Geräte gewähren einen detaillierteren Einblick in den Verbrauch, müssen jedoch wie gehabt vor Ort abgelesen werden. Diesen Schritt will die Mitnetz Strom mit einem Funkmodul übergehen und das Problem wortwörtlich im Vorbeifahren lösen.

Von André Pitz

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