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Sturmschaden an Leisnigs Lindenplatz

Linde bricht um Sturmschaden an Leisnigs Lindenplatz

Mittwochvormittag brach in der Leisniger Innenstadt, am Lindenplatz, ein Baum um und blockierte die Straße. Seine Krone landete in einem Privatgrundstück, begrub einen Opel Astra unter sich. Der Lindenplatz mitten in der Stadt liegt am Schulweg zur Grund- und Oberschule, wird auch sonst von Fußgängern viel genutzt. Die dortigen Linden machen nicht zum ersten mal Ärger.

Leisniger Feuerwehrleute schneiden den Pkw frei, der unter der Krone des umgestürzten Baumes begraben wurde.

Quelle: Sven Bartsch

Leisnig. Mittwochvormittag mitten in Leisnig: Gabriele Meißner sitzt in ihrem Lohnsteuerhilfe-Büro am Lindenplatz, als es vor ihrem Fenster laut und vernehmlich kracht. Der Blick nach draußen offenbart die Bescherung: Einer der Bäume aus der Allee am Lindenplatz liegt umgebrochen quer über der Straße. Unter seiner Krone, die bis in das Grundstück der Familie Meißner reicht, ist der dort geparkte Opel Astra begraben. Das Fahrzeug verschwindet unter dem Blätterdach.

Sofort sind Schaulustige zur Stelle. Der Lindenplatz liegt mitten in der Stadt, der Weg zur Grund- und zur Oberschule führt über den Platz, der als langgezogene Allee angelegt ist. Feuerwehrleute rücken an, packen die Motorsägen aus, zerlegen den Baum. Dafür muss die Straße voll gesperrt werden, bis Bauhofmitarbeiter zum Schluss alles weggeräumt haben.

Allee schon lange nicht mehr vollständig

Unter diesen Umständen scheint es ein glücklicher Zufall zu sein, dass es nur diesen Sachschaden am Auto gegeben hat – für die Meißners trotzdem ärgerlich genug. Irgendwie habe dieser Baum schon längere Zeit schief gestanden, so Gabriele Meißner. Sie ruft sofort im Leisniger Rathaus an und meldet das Unglück und den Schaden. Die Bäume entlang dem Lindenplatz gehören der Stadt.

Nicht zum ersten Mal beschäftigen die Baumriesen die Leisniger. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite wurde eine Reihe von Linden vor einigen Jahren bereits geschlagen. Bei der Verlegung einer Gasleitung hätten die Wurzeln der Bäume gelitten, war damals das Argument. Die Bäume mussten weg, die einstige Allee ist seitdem nicht mehr vollständig. Auch entlang der Straßenseite, wo am Mittwoch die Linde dem starken Wind zum Opfer fiel, waren vor zwei Jahren bereits zwei Bäume gefällt worden.

Bei alten Bäumen täuscht die Stattlichkeit

Das Thema Bäume, vor allem wenn welche gefällt werden müssen, bringt in Leisnig immer wieder Baumfreunde auf den Plan. Zuletzt hatte das im Zusammenhang mit dem Stadtwald im Johannistal eine Rolle gespielt. Entlang der Straßen wurden mehrere Buchen gekappt – tatsächlich ein trauriger Anblick, der für Empörung sorgte. Dirk Tenzler vom Staatsbetrieb Sachsenforst kann davon ein Lied singen. Da die Pflege eines Waldes auch immer bedeutet, dass alte beziehungsweise kranke Bäume gefällt werden müssen, kennt er auch die Argumente der Baumschützer: „Sie möchten, dass möglichst gar kein Baum gefällt wird, vor allem nicht die großen, die einen stattlichen Eindruck machen. Manchmal wird es dann möglichst lange hinausgezögert.“

Die Linden am Leisniger Lindenplatz hat allerdings nicht Revierförster Tenzler unter seinen Fittichen. Es sei schlichtweg kein Wald, wie er sagt. Sie unterstehen der Stadt, demnach dem dortigen Stadtgärtner Steffen Holz. Er hatte sich sofort am Lindenplatz davon ein Bild gemacht, warum der Baum dem derzeit sehr starken Wind nicht mehr trotzen konnte: „Der Stamm ist relativ knapp über dem Erdboden gebrochen. Er war innerlich verfault. Von außen konnte man dies allerdings nicht wahrnehmen.“

Baum war bereits markiert

Wie alt die Allee am Leisniger Lindenplatz ist, sei heute nicht ganz klar. Steffen Holz brachte bei älteren Leisnigern in Erfahrung, dass die Bäume vor 60 bis 70 Jahren gepflanzt worden sein müssen. Er selber habe zur Begutachtung der Baumgesundheit lediglich die Inaugenscheinnahme zur Verfügung. Auf diese Weise habe er bei den erst vor zwei Jahren in der Allee gefällten Linden festgestellt, dass die Bäume abgestorben waren. Bei dem am Mittwoch umgefallenen Baum war das nicht der Fall. Die Krone stand in vollem Laub. Markiert gewesen sei er schon, jedoch nicht zum Fällen.

Holz erklärt: „Um die lichte Höhe für den Fahrzeugverkehr zu währleisten, werden die unteren Äste der Straßenbäume geschnitten. Älteren Bäumen geht die Fähigkeit verloren, diese Wunden zu verschließen. Nach und nach bilden sich einzelne Faullöcher. Diese gilt es, unter Beobachtung zu behalten. Deshalb hatte die Linde, die am Mittwoch umbrach, auch ihre Markierung.“ Ein derartiges Faulloch könne jedoch nicht der Grund gewesen sein, dass der Baum umbrach. Die Bruchstelle habe sich sehr weit unten im innerlich verfaulten Stamm befunden.

Auf welchem Wege nun der am Grundstück beziehungsweise am Fahrzeug entstandene Sachschaden beglichen wird, erweist sich noch. Gemeldet ist der Schaden bei der Stadt. Eine Mitarbeiterin hat ihn per Foto dokumentiert. Die Familie Meißner wird noch eine schriftliche Schadensmeldung einreichen.

Von Steffi Robak

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