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Döbeln Super organisiert: Da wandert sich’s prima
Region Döbeln Super organisiert: Da wandert sich’s prima
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00:26 11.04.2018
Auch die Gruppe der Stiefelwanderfreunde aus Döbeln, Waldheim und Ostrau begab sich auf Schusters Rappen – hier zwischen Döbeln und Niederstriegis. Quelle: Gerhard Dörner
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Döbeln/Rosswein

Wandern und Stadt angucken. Vom diesjährigen Sachsen-Dreier profitierte die Döbelner Innenstadt. Dort waren am Sonnabend deutlich mehr Menschen als gewöhnlich anzutreffen.

Pontonbrücke ist der Hit

Ein Hit war aber auch die Brücke. Der Steig schwamm auf der Mulde und schwankte bisweilen ordentlich. Etliche tausend Fußpaare liefen am Sonnabend über die Pontonbrücke am Welwel. Der ESV Lok Döbeln hatte den Anlegesteg seiner Kanuten ein wenig zweckentfremdet, als ihn viele fleißige Helfer am Kanuheim in Westewitz ab- und in Döbeln an der Eisenbahnbrücke in Sörmitz wieder aufgebaut haben. „Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Brücke mit der Strömung einschwimmt“, sagte Günter Schär.

Organisationschef viel mit dem Auto unterwegs

Der Organisationsleiter des Sachsen-Dreiers war am Sonnabend überwiegend mit dem Auto unterwegs. Er fuhr unter anderem von Verpflegungspunkt zu Verpflegungspunkt und schaute nach dem Rechten. Und bekam Rückmeldungen von den Wanderfreunden. „Das ist super organisiert hier – schreib das ruhig mal auf“, rief zum Beispiel Dr. Harald Schneidert aus Leipzig, als Günter Schär gerade mit der DAZ sprach. Gar viele Wanderer kamen aus dem Döbelner Umland. So wie die Gruppe aus Frohburg, die mit der Döbelnerin Wilrun Wagner als Wanderführerin unterwegs war. Sie wusste von einer Frau aus Fulda zu berichten, die gerade Kurgast in Bad Lausick ist und ebenfalls beim Sachsen-Dreier mitlief – wohl als Teilnehmerin mit der weitesten Anreise. Dann musste Wilrun Wagner mit ihrer 25-köpfigen Wandergruppe aber weiter, die 17 Kilometer lange Tour bewältigen. Die Ponton-Brücke fand eine Teilnehmerin aus Frohburg „sehr erstaunlich.“ Laut Günter Schär laufen immer mehr Teilnehmer die Neun-Kilometer Strecke.

Döbelns Innenstadt gut bevölkert

Seit zehn Jahren wandert Helmut Purrath beim Sachsen-Dreier mit. Er kommt nicht allein aus Leipzig, sondern mit seinen Vereinsfreunden der „Wanderfreunde Sonnenwinkel“. Die 16-köpfige Gruppe schaute sich am Sonnabendmittag die Döbelner Nikolaikirche an. Dort zeigte Helmut Bunde von der evangelischen Kirchgemeinde das Gotteshaus, erklärte auf Nachfrage die Orgel. Bis Mittag hatte er über 50 Leute durch die Kirche geführt. „Sehr großes Interesse gab es an der Turmbesteigung“, sagt er. Auch auf den Turm des wichtigsten Hauses der weltlichen Gemeinde Döbelns konnten die Wanderer am Sonnabend steigen. Und sich gleich noch das Museum anschauen. Dessen Leiterin Kathrin Fuchs begrüßte bis Mittag ebenfalls um die 50 Besucher und zeigte sich zufrieden mit diesem Zulauf. „Es gibt gleich drei Gründe uns zu besuchen. Den Blick vom Turm, die Stadtgeschichte und unsere Ausstellung mit Eierbechern“, sagte die Museumschefin vor Ort. Sammlerin Christiane Hasenwinkel hat diese Schau ermöglicht, indem sie 2 251 Eierbecher aus ihrer insgesamt 3 000 Exponate umfassenden Sammlung zeigte und diese den Sachsen-Dreier-Wanderern am Sonnabend im Rathaus auf Wunsch erklärte.

Von 34. Sachsendreiern 20 absolviert

Unter den diesmal rund 3400 Sachsen-Dreier-Wanderern war auch wieder der Döbelner Bernd Stein mit seiner Frau. „Sonst sind wir immer 50 Kilometer gewandert, diesmal sind es nur 36“, sagt Bernd Stein. Gut zu Fuß ist er allemal, lief bis vor wenigen Jahren Ultra-Marathons mit Strecken von 100 (!) Kilometer Länge. Von 34 Sachsen-Dreiern hat er 20 absolviert, seine Frau 19. „Sie hat nicht etwa einmal ausgesetzt. Wir waren vor 20 Jahren noch nicht verheiratet.“

Selbst Soldaten wandern mit

Übrigens überquerte auch ein kleiner Trupp Soldaten die Ponton-Brücke in Sörmitz, die jeder Pioniereinheit zur Ehre gereicht hätte. Zwar hält die des ESV-Lok Döbeln keine Panzer aus. Aber ihrer Errichtung ging ein Krieg voraus – ein Papierkrieg mit zuständigen Behörden. Schließlich darf nicht jeder so ohne weiteres eine Brücke über die Mulde schlagen. Anderthalb bis zwei Stunden dauert es laut Günter Schär jeweils, diese auf- und wieder abzubauen. 3 410 Wanderer zählte der ESV Lök Döbeln am Sonnabend. Das ist zwar kein Rekord, aber eine gute Zahl. Mit dem Wetter hatten die Organisatoren wieder Glück. Über 70 Helfer waren im Einsatz. Sie markierten die Strecke, kümmerten sich an den Verpflegungspunkten um das leibliche Wohl der Wanderer, passten an der Pontonbrücke auf. Günter Schär lobt auch die Stadt für ihre Unterstützung. Und den Fahrer, der die Dixi-Toiletten passgenau abgeladen hat.

Von Dirk Wurzel

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