Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Döbeln Symbolische Grundsteinlegung wie vor 150 Jahren auf dem Schlossberg
Region Döbeln Symbolische Grundsteinlegung wie vor 150 Jahren auf dem Schlossberg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:21 29.09.2017
Mit Wrack, Zylinder oder Handwerkerkluft spielten die Schlossbergschüler gestern die Grundsteinlegung von vor 150 Jahren nach. Quelle: Fotograf Sven Bartsch
Döbeln

150 Jahre ist es her, dass auf dem Döbelner Schlossberg der Grundstein für eine neue Schule gelegt wurde. Im Rahmen der Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum veranstalteten die Schüler und Lehrer der heutigen Lernförderschule am Schlossberg gam Freitagmorgen noch einmal eine feierliche Grundsteinlegung.

In schwarz und weiß gekleidet hatten sich die insgesamt 189 Schüler in ihren 13 Klassen auf dem Schulhof aufgestellt. Einige der Schüler und Lehrer kamen sogar in historischer Kleidung, in Frack und Zylinder.

Jörn Hänsel vom Mittelsächsischen Kultursommer war in die Rolle des damaligen Döbelner Bürgermeisters Thieme geschlüpft und hielt eine große Rede an die Schüler.

Die Stadt Döbeln erlebte damals eine industrielle Blüte. Fabriken entstanden. Die Menschen zog es vom Land in die Stadt. Wohnungen wurden gebaut. Die Schulgebäude reichten nicht mehr. Unterhalb des Schlossberg gab es damals Döbelns älteste Schule, die 1784 erbaute Knabenschule, die heute die Stadtbibliothek beherbergt. 1820 wurde zudem unterhalb des Schlossberges hinter der Nicolaikirche die Mädchenschule gebaut. Und weill all das längst nicht mehr reichte, beschloss der Döbelner Stadtrat 1874 den Neubau einer Schule auf dem Schlossberg. Nur drei Jahre vergingen zwischen dem Ratsbeschluss und dem Baubeginn 1867. Zuvor waren auf dem Schlossberg die Reste der alten Burg Döbeln beseitigt worden. „Ebenso der Bierkeller, in dem manche Ratssitzung ausklang“, erinnert sich Bürgermeister Thieme in seiner Rede zur Grundsteinlegung. Dem Architekten Vieweger gaben die Stadträte mit auf den Weg, dass die Schule auf dem Schlossberg bitte auch wie ein Schloss aussehen solle.

40 000 Taler sollte der Schulneubau damals kosten. Das besondere daran: Erstmals gingen in diese Döbelner Schule Jungen und Mädchen gemeinsam zum Unterricht. Mauermeister Hermann Schindler und seine Poliere begannen schließlich 1867 mit dem Bau der neuen Schule.

Gestern stellten allesamt Schüler der Schule in historischen Gewändern die am Bau beteilgten dar. Mitten auf dem Schulhof war ein Grundstein aus Pappziegeln errichtet worden. In den wurde feierlich die Kassette eingesetzt. Die war zuvor mit Bauplänen, sächsischen Münzen von 1867 und den beiden Tageszeitung vom Tage gefüllt worden.

Auch Katrin Niekrawitz von der Schuleitung des Lessing-Gymnasium war gestern zur feierlichen Grundsteinlegung auf den Schlossberg gekommen. Als Chefin des Schulmuseum am Lessing-Gymnasium weiß sie, dass auch die Ursprünge am des Gymnasium hier auf dem Schlossberg liegen. Denn 1869 war der Bau der höheren Lehranstalt, des heutige Gymnasium an der Straße des Friedens, begonnen worden. Die ersten Döbelner Realgymnasiasten wurde in der Schlossbergschule eingeschult. „Es gibt an der Schule bis heute jene zwei Eingänge. Der eine für die damalige Volksschule, der andere für die Realschule (das spätere Gymnasium)“, erinnert sich Jürgen Dettmer von den Döbelner Heimatfreunden am Stadtarchiv. Er überreichte Schulleiterin Dagmar Dettke gestern eine historische Festschrift vom 100 Geburtstag der Schlossbergschule im Jahre 1967.

Wenn das Lessing-Gymnasium Döbeln in zwei Jahren seinen 150 Schulgeburtstag begeht, dann wollen die Gymnasiasten und die Förderschule am Schlossberg gemeinsam an die Döbelner Schulgeschichte erinnern und etwa eine gemeinsame Woche des fächerverbindenden Unterrichtes organisieren. Schon seit dem vergangenen Jahr widmeten sich die Schüler der Schlossbergschule ihrem Jubiläum. Im Unterricht untersuchten sie, wie die Menschen vor 150 Jahren in Döbeln lebten und wie sich die Stadt damals rasant entwickelte. In dieser Woche wurde das Jubiläum schließlich mit einer Festwoche gewürdigt.

Von Thomas Sparrer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was beschäftigt die Menschen in den kleinen Orten zwischen Döbeln, Waldheim und Hartha? Für unsere Serie „Das DAZ-Dorfporträt“ besuchen wir jene kleinen Nester, denen normalerweise wenig Beachtung geschenkt wird. Diesmal steht das Winzerdorf Dreißig im Mittelpunkt.

29.09.2017

Wenn beim Roßweiner Ehrenamtstag am Freitagabend besonders viele Gäste die Rathausstufen zum großen Saal hinaufsteigen, dann dürfte das Modell eines historischen Stadttores ihr Aufsehen erregen. Es handelt sich um einen Entwurf für das neue Kreuzplatz-Stadttor, das beim Schulfest 2020 Premiere haben soll.

28.09.2017

Im kommenden Jahr müssen sich die Döbelner Sportvereine auf einige Probleme einstellen und für ihren laufenden Punktspielbetrieb und das Training Ersatzlösungen finden. Denn nach 21 Jahren im Betrieb muss auch die Stadtsporthalle auf dem Campus des Gymnasiums an die aktuellsten Brandschutzerfordernisse angepasst werden.

01.10.2017