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Döbeln Tachodreh: Alten Audi zu teuer verkauft?
Region Döbeln Tachodreh: Alten Audi zu teuer verkauft?
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17:24 09.11.2018
Um Betrug beim Gebrauchtwagenhandel ging es in einem Prozess im Amtsgericht Döbeln. Quelle: Wolfgang Sens
Döbeln/Striegistal

Das Auto – Quell großer Freude und Ursache schweren Leides gleichermaßen. Im Falle eines jungen Mannes aus Lichtenstein wohl eher Letzteres. Ende September 2016 kaufte er für 6800 Euro einen zehn Jahre alten Audi A4 Avant, der laut Kilometerzähler 171 000 Kilometer gelaufen war. Und musste damit gleich in die Werkstatt. Zuvor hatte eine Frau aus der Gemeinde Striegistal den Audi etwa 20 000 Kilometer gefahren. Sie hatte das Auto vom Verkäufer für 5500 Euro erworben, dann für 5000 Euro an ihn zurückverkauft. Der Mann wiederum hatte es einem Autohaus in Coswig bei Meißen für 4000  Euro abgekauft. Dort hatte ein Kunde den Kombi-Horch in Zahlung gegeben.

Werkstatt stellt fest: Kilometerstand stimmt nicht

Was weder die Frau aus dem Striegistal noch der junge Mann aus Lichenstein wussten: Als ihn der Verkäufer vom Autohaus aufkaufte, hatte der Audi bereits 261 000 Kilometer runter. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Händler den Kilometerzähler zurückgedreht hat. Weil der Wagen nur 5000 Eur wert sei, habe er die Striegistalerin um 500 Euro, den Lichtensteiner um 1800 Euro betrogen. Als er mit dem Wagen in die Werkstatt fuhr, fiel der Schwindel auf. „Die Werkstatt hat den Luftfilter gewechselt. Dort war mit Kugelschreiber der Kilometerstand von 261 000 vermerkt“, sagte der 26-Jährige.

In dubio pro reo: Verteidigerin fordert Freispruch

Der Angeklagte bestritt den Tachodreh. „Als der Wagen bei mir stand, haben sich die Polen das Fahrzeug angeschaut, Bilder gemacht und die Daten ausgelesen“, nannte der Mann mögliche andere Täter. Drei bis vier Stunden hätten die Kaufinteressenten aus Osteuropa den Audi beschnarcht. Außerdem wies er daraufhin, dass es doch unlogisch sei, einen Wagen mit manipulierten Kilometerstand an eine Bekannte zu verkaufen – der Frau aus Striegistal. Auch habe er dem Lichtensteiner nicht die geforderten 3000 Euro Schadenersatz gezahlt, „weil ich mir keiner Schuld bewusst bin“, so der Angeklagte. Weil der Käufer das Geld nicht bekam, erstattete er schließlich Anzeige wegen Betrugs.

Richter überzeugt: Der Angeklagte war es

„Wir können nicht aufklären, wer den Kilometerstand zurückgedreht hat. In dubio pro reo ist mein Mandant freizusprechen“, forderte Rechtsanwältin Jeanette Klingl. Richter Ehrlich sah das anders. „Dass die Polen schon vor dem Kauf des Autos den Tacho zurückdrehen, Nehme ich Ihnen nicht ab. Ich bin überzeugt, dass Sie das waren“, sagte er zur Begründung seines Urteils: 65 Tagessätze á 40 Euro Gesamtgeldstrafe für zweifachen Betrug. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Für 3000 Euro: Händler hätte fein raus sein können

Richter Ehrlich wies noch auf eine Ironie hin, die der Geschichte um den Tachodreh beim Audi innewohnt. Hätte der Verkäufer die 3000 Euro an den 26-Jährigen gezahlt, wäre er mit großer Wahrscheinlichkeit um das Strafverfahren herumgekommen. Weil Zivilrecht und Strafrecht zwei paar Schuhe sind und sich der Autohändler damit nicht zu einer strafrechtlichen Schuld bekannt hätte. Zivirechtlich ist der Fall noch nicht geklärt. Laut Versäumnisurteil soll der Verkäufer 3000 Euro an den Käufer zahlen. Aber Rechtsanwältin Klingl kündigte an, dieses Verfahren wieder in den vorigen Stand einsetzen zu lassen.

Von Dirk Wurzel

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